Hefepilz beim Hund: Symptome erkennen, Ursachen verstehen und richtig handeln


Hund mit rotbraunem Fell liegt auf einem grauen Sofa und kratzt sich mit der Hinterpfote am Ohr.
Dein Hund kratzt sich ständig, leckt an den Pfoten und riecht irgendwie muffig, fast ein bisschen nach Käse? Dann kann ein Hefepilz dahinterstecken. Ein Hefepilz beim Hund ist gut behandelbar, kommt aber oft wieder, solange die eigentliche Ursache unentdeckt bleibt. Hier erfährst Du, woran Du ihn erkennst, warum er entsteht und was wirklich hilft.

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Hefepilz beim Hund: Das Wichtigste im Überblick
  • Hefepilze, genauer Malassezien, leben auch auf gesunder Hundehaut und im Ohr. 
  • Zum Problem werden sie, wenn sie sich auf gestörter Haut stark vermehren. Meist steckt eine Grunderkrankung dahinter, etwa eine Allergie, Hautfalten oder eine Hormonstörung. 
  • Typisch sind Juckreiz, gerötete und fettige Haut, ein muffiger Geruch, braunes Ohrsekret und bräunlich verfärbte Krallenbetten. 
  • Ob ein Hefepilz vorliegt, klärt Deine Tierarztpraxis mit einem Abstrich, der unter dem Mikroskop angesehen wird. 
  • Behandelt wird meist von außen, bei starkem Befall zusätzlich mit Tabletten. Ob die Behandlung dauerhaft gelingt, steht und fällt mit dem Management der Grunderkrankung. 
  • Für gesunde Menschen und andere Hunde ist ein Hefepilz nicht ansteckend. 
  • Von Hausmitteln raten wir ab. Manche, wie Teebaumöl, können Deinem Hund sogar schaden. 
So kannst Du bei Hefepilz beim Hund vorgehen
  • Schau Dir Haut, Ohren und Pfoten Deines Hundes genau an und nutze die Ampel weiter unten zur ersten Einschätzung. 
  • Gib keine Hausmittel und keine Ohrentropfen auf eigene Faust, bevor die Ursache geklärt ist. 
  • Lass in Deiner Tierarztpraxis einen Abstrich machen, damit klar ist, ob wirklich Hefepilze dahinterstecken. 
  • Führe die Behandlung so lange durch wie besprochen, auch wenn es schon früher besser aussieht. 
  • Such gemeinsam mit Deiner Tierarztpraxis nach der Ursache, zum Beispiel einer Allergie oder einer Futtermittelallergie. 
  • Trockne Deinen Hund nach dem Baden oder Schwimmen gründlich ab, auch zwischen den Zehen und in Hautfalten. 

Hinweis: Dieser Ratgeber hilft Dir, Anzeichen einzuordnen. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Ob ein Hefepilz vorliegt, lässt sich nur mit einem Abstrich sicher sagen, denn Milben, Bakterien oder ein Hautpilz können ganz ähnlich aussehen. 


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Hinweis: Hat Dein Hund starke Ohrschmerzen, hält er den Kopf schief, entstehen offene oder nässende Hautstellen oder ist er matt und frisst nicht, ist eine Tierarztpraxis aufzusuchen.

Was ist ein Hefepilz beim Hund?

Mit „Hefepilz“ ist beim Hund fast immer Malassezia pachydermatis gemeint. Diese Pilze gehören zur normalen Hautflora und leben auch auf der Haut gesunder Hunde, vor allem im Ohr, an den Lefzen, an den Pfoten, in den Analbeuteln und im Genitalbereich.1 Malassezien lieben Fett: Sie ernähren sich vom Talg, den die Haut bildet. Solange die Haut im Gleichgewicht ist, bleiben sie in kleiner Zahl und machen keine Probleme. 

Ändert sich das Milieu der Haut oder ist ihre Schutzfunktion gestört, kann sich die Hefe stark vermehren. Das passiert zum Beispiel, wenn die Haut durch eine Allergie gereizt ist, mehr Talg bildet oder ständig feucht und warm ist. Die vielen Hefen verändern die Fettschicht der Haut, reizen sie zusätzlich, und es entstehen Entzündung und Juckreiz. Häufig kommt gleichzeitig eine bakterielle Infektion dazu. Manche Hunde reagieren sogar allergisch auf die Hefe selbst.2 

Für Dich heißt das: Ein Hefepilz ist fast immer eine Folge, nicht der Anfang. Fachleute sprechen von einer Malassezien-Dermatitis, wenn die Haut betroffen ist, und von einer Malassezien-Otitis, wenn es um das Ohr geht. Ein Hautpilz ist übrigens etwas anderes, mehr dazu weiter unten. 


Wann musst Du mit Deinem Hund zum Tierarzt?

Ein Hefepilz ist selten ein Notfall. Er verschwindet aber meist nicht von allein, und gerade im Ohr kann er sehr schmerzhaft werden. Warte bei Juckreiz nicht zu lange: Sonst kratzt sich Dein Hund schnell blutig, es kommt eine bakterielle Infektion dazu, oder durch ständiges Kopfschütteln entsteht ein Blutohr. Die Ampel hilft Dir bei einer ersten Einschätzung. 

Beobachten, wenn:

  • eine kleine Stelle leicht gerötet ist, aber nicht juckt und nicht größer wird 
  • Dein Hund sonst munter ist, normal frisst und sich nicht auffällig kratzt 
  • ein bekannter Hefepilz unter laufender Behandlung sichtbar besser wird
In den nächsten ein bis zwei Tagen tierärztlich abklären, wenn:

  • Dein Hund sich anhaltend kratzt, an den Pfoten leckt oder den Kopf schüttelt 
  • die Haut gerötet, fettig, schuppig oder dunkler wird 
  • Dein Hund muffig, ranzig oder nach Käse riecht 
  • im Ohr braunes, schmieriges Sekret zu sehen ist 
  • die Krallenbetten bräunlich verfärbt oder schmierig sind 
  • die Beschwerden immer wiederkommen oder unter Behandlung nicht besser werden
Sofortige Abklärung, wenn:

  • Dein Hund starke Ohrschmerzen hat und sich nicht mehr am Kopf anfassen lässt 
  • er den Kopf schief hält, taumelt oder das Gleichgewicht verliert 
  • offene, nässende oder blutende Hautstellen entstehen 
  • eine Stelle oder die Ohrmuschel stark anschwillt 
  • Dein Hund matt ist, nicht frisst oder Fieber hat 
  • ein Welpe oder ein Hund mit geschwächter Abwehr betroffen ist

Woran erkennst Du einen Hefepilz beim Hund?

Typisch für einen Hefepilz sind Juckreiz, gerötete und fettig-schmierige Haut sowie ein muffiger, ranziger Geruch. Oft sind Ohren, Pfoten und Hautfalten betroffen. Besteht der Hefepilz länger, wird die Haut dunkler und dicker, manchmal fühlt sie sich lederartig an. Stellenweise können auch Haare ausfallen.3 

Häufig betroffene Stellen sind: 

  • Ohrmuscheln und Gehörgang
  • Pfoten, vor allem die Zehenzwischenräume
  • Krallenbetten
  • Lefzen und Falten im Gesicht
  • Achseln und Leiste
  • Unterseite des Halses
  • Haut rund um den After

Warum riecht mein Hund nach Käse oder Hefe?

Die vielen Hefen verändern das Hautfett. Dabei entsteht ein typischer Geruch, den viele Halterinnen als muffig, ranzig oder käsig beschreiben. Ein solcher Geruch ist ein Hinweis, aber kein Beweis. Auch Bakterien können die Haut riechen lassen. 

Hefepilz im Ohr: Woran erkennst Du ihn?

Ein Hefepilz im Ohr zeigt sich oft durch braunes bis schwarzes, schmieriges Sekret und einen süßlich-muffigen Geruch. Die Ohrmuschel ist gerötet, Dein Hund kratzt sich am Ohr, schüttelt häufig den Kopf oder reibt den Kopf am Boden. Besonders oft trifft es Hunde mit Hängeohren und Hunde mit Allergien. 

Wichtig zu wissen: Ein Hefepilz im Ohr ist eine Form der Ohrenentzündung. Bevor etwas ins Ohr kommt, muss Deine Tierarztpraxis nachsehen, ob das Trommelfell unverletzt ist. Gib deshalb keine Hausmittel und keine Tropfen auf eigene Faust ins Ohr. Wie eine Ohrenentzündung behandelt wird und wie Du die Ohren richtig reinigst, liest Du in unserem Ratgeber zur Ohrenentzündung beim Hund.

Hefepilz an den Pfoten und Krallen

Bei einem Hefepilz an den Pfoten ist die Haut zwischen den Zehen gerötet, oft fettig und riecht unangenehm. Viele Hunde lecken und knabbern ständig an den Pfoten. Am Krallenbett können sich schmierige, braune Beläge bilden, die Krallen selbst wirken an der Basis rotbraun verfärbt. 

Rotbraunes Fell zwischen den Zehen allein beweist aber noch keinen Hefepilz. Es entsteht durch Speichel, wenn ein Hund viel leckt, und dieser oxidiert an der Luft. Und nicht jede veränderte Kralle hat mit Hefen zu tun. Mehr zu den vielen Gründen fürs Pfotenlecken liest Du in unserem Ratgeber „Hund leckt Pfoten“, zu einer besonderen Krallenerkrankung in unserem Ratgeber zu SLO beim Hund.


Warum bekommt ein Hund einen Hefepilz?

Hinter einem Hefepilz steckt fast immer eine andere Störung, die das Milieu der Haut verändert oder ihre natürliche Schutzfunktion schwächt. Zu den wichtigsten Auslösern gehören Hautfalten, Allergien, eine Verhornungsstörung der Haut und Hormonstörungen. Bei einer Allergie zum Beispiel juckt die Haut, Dein Hund kratzt und leckt, die Haut wird gereizt und bildet mehr Talg. Genau das mögen die Hefen. Sie vermehren sich, die Haut juckt noch mehr, und es entsteht ein Kreislauf.2 

Malassezien leben auch auf gesunder Haut. Gerät die Haut aus dem Gleichgewicht, können sich Juckreiz, Kratzen und Hefen gegenseitig verstärken.

Diese Ursachen und Risikofaktoren spielen eine Rolle: 

  • Allergien: Umweltallergie (atopische Dermatitis), Futtermittelallergie oder Flohspeichelallergie. Mehr dazu in unseren Ratgebern zu Allergien beim Hund und zur Futtermittelunverträglichkeit beim Hund.
  • Verhornungsstörungen: Bei manchen Hunden bildet die Haut zu viel Fett oder Schuppen, Fachleute sprechen von Seborrhoe.
  • Körperbau: Hautfalten, Hängeohren und dichtes Fell halten Wärme und Feuchtigkeit fest. 
    Feuchtigkeit und Wärme: häufiges Baden oder Schwimmen ohne gründliches Abtrocknen, feuchtwarmes Wetter.
  • Hormonstörungen: etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder das Cushing-Syndrom. Mehr dazu in unseren Ratgebern zu Schilddrüsenproblemen beim Hund und zum Cushing-Syndrom beim Hund.
  • Medikamente: Kortison und andere Mittel, die die Abwehr dämpfen, sowie Antibiotika können einen Hefepilz begünstigen.1 
  • Ohne erkennbaren Grund: Bei manchen Hunden findet sich keine Ursache.

Bestimmte Rassen sind häufiger betroffen, darunter West Highland White Terrier, Basset Hound, Cocker Spaniel, English Setter, Shih Tzu, Boxer, Dackel und Pudel. Das heißt nicht, dass jeder Hund dieser Rassen einen Hefepilz bekommt. Es lohnt sich aber, Haut und Ohren bei ihnen besonders im Blick zu behalten.


Hefepilz, Hautpilz oder Milben: Was ist der Unterschied, und ist es ansteckend?

Ein Hefepilz ist für gesunde Menschen und für andere Hunde nicht ansteckend. Ein Hautpilz dagegen schon. Weil sich die Hautprobleme ähneln, ist der Unterschied wichtig. Die folgende Übersicht hilft Dir bei der Einordnung, die sichere Unterscheidung trifft aber Deine Tierarztpraxis.

Problem Auslöser So zeigt es sich oft Ansteckend?
Hefepilz Malassezien, die normal auf der Haut leben Juckreiz, fettige, gerötete Haut, muffiger Geruch, braunes Ohrsekret Für gesunde Menschen und Hunde nein
Hautpilz Fadenpilze (Dermatophyten), z. B. Microsporum runde, haarlose, schuppige Stellen, oft wenig Juckreiz Ja, auf Menschen und andere Tiere
Milben verschiedene Milbenarten starker Juckreiz, Krusten, Haarausfall, je nach Art an Ohren oder Körper je nach Art ja
Bakterielle Hautentzündung Bakterien, meist Staphylokokken Pusteln, Krusten, ringförmige Schuppen, tritt oft zusammen mit Hefepilz auf in der Regel nein
Die Anzeichen können sich überschneiden. Welche Ursache dahintersteckt, klärt Deine Tierarztpraxis.

Und wie sieht es mit Menschen aus? Für gesunde Menschen spielt der Hefepilz des Hundes praktisch keine Rolle. Eine Ausnahme sind Menschen mit stark geschwächter Abwehr.4 Gleichzeitig ist eine gute Händehygiene sinnvoll: Wasch Dir nach dem Eincremen, Waschen oder Behandeln Deines Hundes die Hände. Zu Hautproblemen allgemein findest Du mehr in unserem Ratgeber zu Hautproblemen beim Hund.


Wie stellt der Tierarzt einen Hefepilz fest?

Einen Hefepilz stellt Deine Tierarztpraxis meist mit einem Abstrich oder einem Klebestreifen-Abklatsch fest, der unter dem Mikroskop angesehen wird. Diese sogenannte Zytologie ist einfach und schnell. Unter dem Mikroskop sehen die Hefen aus wie kleine Erdnüsse oder Schuhsohlen. Finden sich viele davon zusammen mit typischen Hautveränderungen, ist die Diagnose klar.5 

So läuft die Untersuchung meist ab:

  • Gespräch über Vorgeschichte, Fütterung, Pflege und bisherige Behandlungen 
  • Blick auf Haut, Pfoten und Ohren, beim Ohr mit einem Otoskop bis zum Trommelfell 
  • Probe mit Tupfer oder Klebestreifen und Untersuchung unter dem Mikroskop

Danach beginnt der wichtigere Teil: die Suche nach der Ursache. Je nach Verdacht gehören dazu eine Kontrolle auf Flöhe und Milben, eine Ausschlussdiät bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie, Blutuntersuchungen, zum Beispiel der Schilddrüse, oder eine Allergie-Abklärung. Ohne diesen Schritt kommt der Hefepilz häufig zurück.

Wenn Du in der Nähe wohnst, untersuchen wir Deinen Hund gern in unserer 5-E™ Tierarztpraxis in Thalfang. Hast Du schon einen Befund und möchtest ihn besser verstehen, hilft Dir auch eine tierärztliche Online-Beratung über DGT MEDICAL weiter.


Wie wird ein Hefepilz beim Hund behandelt?

Das A und O ist das Management der Grunderkrankung. Der Hefepilz selbst wird meist von außen behandelt, bei starkem Befall zusätzlich mit Tabletten.

  • Die Ursache: Allergie behandeln, Flöhe bekämpfen, Hormonstörungen einstellen, Fütterung anpassen. Erst das bringt dauerhafte Ruhe.2 
  • Von außen: Shampoos, Waschlösungen, Tücher, Cremes oder Ohrentropfen mit Wirkstoffen gegen Pilze und Keime, etwa Miconazol und Chlorhexidin. Shampoos brauchen dabei eine Einwirkzeit, und die Abstände legt Deine Tierarztpraxis fest. Für eine Waschbehandlung mit Miconazol und Chlorhexidin zweimal pro Woche über drei Wochen gibt es die beste Studienlage.6 
  • Tabletten: Bei großflächigem oder hartnäckigem Befall verordnet Deine Tierarztpraxis zusätzlich Mittel gegen Pilze zum Eingeben. 

Wie lange die Behandlung dauert, hängt vom Befund ab. Oft sieht die Haut nach wenigen Tagen bis Wochen besser aus, behandelt wird aber meist mehrere Wochen. Die Behandlung kann langwierig sein, vor allem bei fortgeschrittenen Hautveränderungen oder einer kniffligen Grunderkrankung. Eine Kontrolle mit einem neuen Abstrich zeigt, ob die Hefen wirklich zurückgegangen sind. Brich die Behandlung deshalb nicht ab, nur weil es schon besser aussieht.

Wichtig zu wissen: Rückfälle sind häufig, solange die Grunderkrankung nicht im Griff ist. Manche Hunde brauchen deshalb auf Dauer eine Pflegeroutine, zum Beispiel regelmäßige Waschungen in größeren Abständen. Das ist kein Zeichen, dass etwas falsch gelaufen ist, sondern Teil eines guten Plans.

„Eine Hefepilzerkrankung stellt fast immer das Symptom einer begünstigenden Grunderkrankung dar. Daher geht die Behandlung unumgänglich mit dem Management der Ursache einher.“

Mehr über unser Expertenteam

Tierärztin Jessica Krockhaus
Profilbild von Tierärztin Jessica Krockhaus

Hausmittel gegen Hefepilz beim Hund: Was hilft wirklich?

Zuverlässig gegen Hefepilze wirken die Mittel, die Dir Deine Tierarztpraxis verordnet. Was Du selbst sinnvoll tun kannst: Trockne Deinen Hund nach dem Baden gründlich ab, pflege Falten und Pfoten nach dem Plan Deiner Tierarztpraxis und setze die Behandlung konsequent um.

Im Netz findest Du viele Tipps, um Malassezien beim Hund natürlich zu behandeln. Von Hausmitteln raten wir ausdrücklich ab. Sie können die ohnehin gereizte Haut zusätzlich schädigen, und im Ohr können sie bei einem verletzten Trommelfell ernsthaften Schaden anrichten. Außerdem verzögern sie oft die Abklärung der eigentlichen Ursache.

Achtung: Besonders gefährlich ist Teebaumöl. In einer Auswertung von über 300 Vergiftungsfällen bei Hunden traten nach dem Auftragen auf die Haut oder dem Ablecken Speicheln, Mattigkeit, Lähmungserscheinungen, Taumeln und Zittern auf.7 Verwende Teebaumöl deshalb nie bei Deinem Hund. Für eine erste Einschätzung, was Deinem Hund stattdessen hilft, kann auch eine tierärztliche Online-Beratung wie DGT MEDICAL weiterhelfen. 

 


Was füttern bei Hefepilz beim Hund?

Ein spezielles „Anti-Pilz-Futter“ gibt es nicht. Die Fütterung spielt aber eine wichtige Rolle, vor allem wenn eine Futtermittelallergie hinter dem Hefepilz steckt. Viele Tipps im Netz versprechen mehr, als sie halten. Drei Mythen begegnen Dir besonders oft: 

  • „Zucker und Kohlenhydrate füttern den Pilz.“ Malassezien auf der Haut ernähren sich vom Hautfett, nicht vom Zucker im Napf. Dass weniger Kohlenhydrate im Futter einen Hefepilz auf der Haut bessern, ist nicht belegt.
  • „Getreidefrei hilft gegen Hefepilz.“ Getreidefrei ist nur dann sinnvoll, wenn Dein Hund Getreide nachweislich nicht verträgt. Häufiger reagieren Hunde auf tierische Eiweiße wie Rind, Huhn oder Milchprodukte.
  • „Hefe im Futter löst Hefepilz aus.“ Futterhefen sind nicht dasselbe wie Malassezien. Mehr dazu in den häufigen Fragen unten.

Was wirklich zählt, ist ein Ernährungskonzept, das individuell auf Deinen Hund und sein Problem abgestimmt ist. Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie, gehört dazu eine Ausschlussdiät. Wie sie funktioniert, liest Du ausführlich in unserem Ratgeber zur Futtermittelunverträglichkeit beim Hund.

Ein hypoallergenes Futter mit nur einer tierischen Eiweißquelle, zum Beispiel Weißfisch, kann nach Absprache mit Deiner Tierarztpraxis eine Möglichkeit sein. Unabhängig von einer Allergie braucht die Haut eine ausgewogene Versorgung, etwa mit Fettsäuren, Zink und Biotin. Unser Futterberater hilft Dir, ein passendes Futter zu finden. Möchtest Du die Fütterung persönlich abstimmen, unterstützt Dich unsere Ernährungsberatung über DGT MEDICAL.


Wie kannst Du einem Hefepilz vorbeugen?

Am besten beugst Du einem Hefepilz vor, indem Du die Ursache im Griff behältst und Haut, Ohren und Pfoten trocken und gepflegt hältst. Diese Punkte helfen Dir im Alltag:

  • Trockne Deinen Hund nach dem Baden, Schwimmen oder einem Regenspaziergang gründlich ab, auch zwischen den Zehen und in Hautfalten.
  • Schau Dir die Ohren regelmäßig an und reinige sie nur bei Bedarf und so, wie es Dir Deine Tierarztpraxis gezeigt hat.
  • Pflege Hautfalten an Gesicht und Lefzen, wenn Dein Hund welche hat.
  • Halte Flohschutz und eine bekannte Allergiebehandlung konsequent ein. 
  • Wechsle das Futter nicht ständig. Hat Dein Hund eine Futtermittelallergie, bleib bei dem Futter, das er verträgt.
  • Lass erste Anzeichen früh abklären, statt lange abzuwarten.

Hefepilz ganzheitlich betrachtet: Hautbarriere, Allergie, Ernährung und Darm

Aus ganzheitlicher Sicht ist die Haut ein Spiegel des ganzen Körpers. Ob die Haut ihre Schutzfunktion erfüllt, hängt eng mit dem Allergiegeschehen, der Ernährung und dem Darm zusammen. Im Darm lebt ein großer Teil der Abwehrzellen. Forschung bei Menschen und Hunden deutet darauf hin, dass die Darmflora mit allergischen Hauterkrankungen in Verbindung stehen kann.8 

Eine ausgewogene Ernährung und eine gute Verdauung können deshalb Teil eines guten Gesamtplans sein, gerade bei Hunden mit Allergien. Bei „Das Gesunde Tier“ begleitet uns der Gedanke „Gesunde Hunde beginnen im Darm“. Er beschreibt unsere Haltung, keine Garantie. Wie Du die Darmflora Deines Hundes unterstützen kannst, liest Du in unserem Ratgeber Darmflora beim Hund aufbauen.


Noch Fragen?

Du hast einen Befund bekommen und möchtest ihn besser verstehen, oder der Hefepilz kommt immer wieder? In einer telemedizinischen Beratung über DGT MEDICAL nimmt sich unser Tierärzteteam Zeit für Dich, ordnet den Befund ein und bespricht mit Dir mögliche Ursachen, Fütterung und Pflege. Eine Untersuchung und einen Abstrich kann die Online-Beratung nicht ersetzen. Wenn Du in der Nähe wohnst, untersuchen wir Deinen Hund gern vor Ort in unserer 5-E™ Tierarztpraxis in Thalfang. Geht es vor allem um die Fütterung, hilft Dir unsere Ernährungsberatung weiter.


Produktempfehlungen

Für die tägliche Fütterung und Pflege findest Du in unserem Sortiment zum Beispiel diese Produkte. Welche zu Deinem Hund passen, besprichst Du gern in unserer Ernährungsberatung oder über DGT MEDICAL.

  • HYPO Trockenfutter: Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde und Senioren 
    Monoprotein-Rezeptur mit Weißfisch als einziger tierischer Eiweißquelle. Nur eine Kohlenhydratquelle: gedünstete Erbsen. Mit Raps- und Leinöl als Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Schonend kaltgepresst.
  • SKIN Trockenfutter: Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde und Senioren Monoprotein-Rezeptur mit Kaninchen und Kartoffel. Mit Biotin, Zink, B-Vitaminen und Vitamin C. Für kleine Hunde auch als SKIN MINI mit kleinerer Krokettengröße erhältlich. 
  • HAUT-KUR für Hunde: Zusammenstellung aus SKIN FOODS, AKAZIENFASER PULVER und NACHTKERZENÖL für drei bis sechs Wochen 
    Zur Unterstützung eines normalen Hautstoffwechsels. Mit Kollagen, Akazienfaser und Nachtkerzenöl. Erhältlich für Hunde bis 25 kg und ab 25 kg Körpergewicht. 
  • HAIR LOSS CONTROL: Diät-Ergänzungsfuttermittel für Hunde und Katzen 
    Zur Unterstützung der Hautfunktion bei Dermatose und übermäßigem Haarausfall. Mit Safloröl und Algenöl. Es wird empfohlen, vor der Verwendung den Rat eines Tierarztes einzuholen. 
  • OHR BIOM CARE Ohrentropfen: Pflegeprodukt für empfindliche Ohren bei Hunden und Katzen 
    Mit Präbiotika, Postbiotika, Milchsäure und milden Ölen. Ohne Alkohol und ätherische Öle. Zur regelmäßigen Ohrpflege, auch bei Hängeohren und häufigem Wasserkontakt. Bei einer bestehenden Ohrenentzündung verwende Ohrprodukte nur, wenn Deine Tierarztpraxis das Trommelfell kontrolliert und die Anwendung freigegeben hat. 
  • PFÖTCHENBAD: Pflegendes Bio-Pfotenbad für Hunde 
    Pflegt beanspruchte und trockene Pfoten. Mit Bio-Reiskeimöl, Bio-Schwarzkümmelöl, Bio-Calendulaöl und Sheabutter. Ohne Parabene, Silikone, Palmöl und Konservierungsstoffe. Trockne die Pfoten nach dem Bad gründlich ab, auch zwischen den Zehen. 

Fazit

Früh abklären, Ursache finden, Haut trocken halten. 

Hefepilze gehören zur normalen Haut Deines Hundes. Zum Problem werden sie, wenn die Haut aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Abklärung in der Tierarztpraxis mit Abstrich schafft Klarheit. Behandelt wird von außen, bei Bedarf mit Tabletten, und immer zusammen mit der Ursache. Hat Dein Hund Ohrschmerzen, offene Hautstellen oder kommen die Beschwerden immer wieder, lass ihn tierärztlich untersuchen. 


Häufige Fragen

Meist ist er nicht lebensbedrohlich, aber sehr unangenehm und im Ohr oft schmerzhaft. Unbehandelt kann es zu Komplikationen kommen: blutig gekratzten Hautstellen, bakteriellen Infektionen, Schäden am Trommelfell oder einem Blutohr durch häufiges Kopfschütteln. Bleibt er lange bestehen, kann sich die Haut dauerhaft verdicken und eine Ohrenentzündung chronisch werden. Deshalb lohnt sich eine frühe Abklärung.
Vor allem Hunde mit Allergien, Hautfalten, Hängeohren, dichtem Fell oder Hormonstörungen. Auch einige Rassen sind häufiger betroffen, etwa West Highland White Terrier, Basset Hound, Cocker Spaniel und Shih Tzu.
Nein. Milben, Bakterien oder ein Hautpilz können ganz ähnlich aussehen und brauchen eine andere Behandlung. Im Ohr kann ein falsches Mittel bei verletztem Trommelfell sogar schaden. Zu Hause kannst Du viel tun, am besten nach dem Plan Deiner Tierarztpraxis.
Von Hausmitteln raten wir generell ab. Für keines gibt es einen belastbaren Beleg am Hund, und auf gereizter Haut oder im Ohr können sie schaden. Sprich lieber mit Deiner Tierarztpraxis über eine Behandlung, die nachweislich hilft.
Das hängt davon ab, wie stark der Befall ist und ob die Ursache behandelt wird. Oft wird es nach einigen Tagen bis Wochen besser, die Behandlung dauert aber meist mehrere Wochen und kann bei fortgeschrittenen Veränderungen langwierig sein. Ob die Hefen wirklich zurückgegangen sind, zeigt ein Kontrollabstrich.
Meist, weil die Ursache noch besteht, zum Beispiel eine Allergie, Hautfalten oder eine Hormonstörung. Manchmal wurde auch die Behandlung zu früh beendet. Such gemeinsam mit Deiner Tierarztpraxis nach dem Auslöser und lege einen Pflegeplan fest, der zu Deinem Hund passt.
Futterhefen wie Bierhefe oder Kräuterhefe sind nicht dasselbe wie Malassezien auf der Haut. Sie werden für Futtermittel aufbereitet und sind in der Regel nicht vermehrungsfähig. Dass sie einen Hefepilz auslösen oder verschlimmern, ist nicht belegt. Anders ist es, wenn Dein Hund nachweislich allergisch auf Hefe reagiert. Dann solltest Du Hefe weglassen und die Fütterung mit Deiner Tierarztpraxis abstimmen.

Quellen

1 Kohn, B.; Schwarz, G. (2017). Praktikum der Hundeklinik: Malasseziendermatitis Georg Thieme Verlag 2 Bond, R.; Morris, D.; Guillot, J. (2020). Biology, diagnosis and treatment of Malassezia dermatitis in dogs and cats: Clinical Consensus Guidelines of the World Association for Veterinary Dermatology 3 DocCheck Flexikon . Malasseziendermatitis (Hund) 4 Chang, H.; Miller, H.; Watkins, N. (1998). An epidemic of Malassezia pachydermatis in an intensive care nursery associated with colonization of health care workers' pet dogs 5 Doerr, K. (2015). Malassezia spp.: Dermatitis und Otitis beim Hund 6 Negre, A.; Bensignor, E.; Guillot, J. (2009). Evidence-based veterinary dermatology: a systematic review of interventions for Malassezia dermatitis in dogs 7 Khan, S.; McLean, M.; Slater, M. (2014). Concentrated tea tree oil toxicosis in dogs and cats: 443 cases 8 Craig, J. (2016). Atopic dermatitis and the intestinal microbiota in humans and dogs

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Über Tierärztin Jessica Krockhaus

Jessica Krockhaus ist approbierte Tierärztin mit dem Schwerpunkt auf integrativer und präventiver Tiermedizin. Schon seit ihrer Ki ... Weiterlesen

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