Ohrenentzündung beim Hund
Aktualisiert
am 21.11.2025
Schüttelt Dein Hund ständig den Kopf oder kratzt auffällig oft an den Ohren? Das können typische Anzeichen einer Ohrenentzündung beim Hund sein. Die ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann unbehandelt zu ernsteren Problemen führen. Hier erfährst Du, woran Du eine Ohrenentzündung erkennst, welche Ursachen dahinterstecken können und was Du für Deinen Hund tun kannst.
Inhaltsverzeichnis
- Woran erkennt man eine Ohrenentzündung beim Hund?
- Was sind die häufigsten Ursachen für eine Ohrenentzündung beim Hund?
- Wie gefährlich ist eine Ohrenentzündung beim Hund?
- Wie kann man eine Ohrenentzündung bei Hunden behandeln?
- Wie reinige ich die Ohren von meinem Hund?
- Wie lange dauert eine Ohrenentzündung beim Hund?
- Produktempfehlungen
Eine Ohrenentzündung (Otitis) beim Hund ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs, die oft mit Schmerzen und Juckreiz einhergeht.
Typische Anzeichen sind Kratzen, häufiges Kopfschütteln, Rötungen, ein unangenehmer Geruch oder bräunliches Sekret im Ohr.
Zur Behandlung gehören meist Medikamente und die schonende Ohrreinigung mit einem milden, für Hunde geeigneten Ohrreiniger.
Unsere tiermedizinische Erfahrung zeigt, dass bei Ohrenentzündungen auch Allergien, Hauterkrankungen oder das Verdauungssystem beteiligt sein können. Bei Bedarf kann es daher sinnvoll sein, den allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes im Blick zu behalten.
- Informierte Dich in diesem Ratgeber, woran Du eine Ohrenentzündung bei Hunden erkennen kannst.
- Lass Deinen Hund bei Verdacht auf eine Ohrenentzündung in jedem Fall tierärztlich behandeln.
- Unterstütze die Behandlung, indem Du die Ohren so reinigst, wie es vom Tierarzt oder der Tierärztin empfohlen wurde.
- Behalte mögliche Einflussfaktoren wie Allergien, Hautprobleme oder ein empfindliches Verdauungssystem im Blick: Deine Tierarztpraxis hilft Dir herauszufinden, ob diese an der Ohrenentzündung beteiligt sein können.
- Du kannst das Risiko einer Ohrenentzündung bei Deinem Hund verringern, indem Du die Ohren regelmäßig kontrollierst, Feuchtigkeit vermeidest und darauf achtest, dass Dein Hund sein Futter gut verträgt.
Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei einer Ohrenentzündung. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deines Hundes ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!

Woran erkennt man eine Ohrenentzündung beim Hund?
Normalerweise ist das Ohr eines gesunden Hundes weitgehend sauber, denn es verfügt über einen eigenen Schutz- und Reinigungsmechanismus. Dieser kann jedoch durch übermäßige Feuchtigkeit, falsche oder zu häufige Pflege oder bestimmte Grunderkrankungen (z. B. Allergien oder hormonelle Störungen) beeinträchtigt werden.
Zur häufigsten Ohrenentzündung bei Hunden gehört die Otitis externa 1, auch Ohrzwang genannt. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Meist kratzen sich betroffene Hunde an der Ohrmuschel, schütteln oft ihren Kopf oder halten ihn schief. Häufig kommen Rötungen, Schwellungen, Wärme am Ohr, Schmerzempfindlichkeit oder Kopfreiben hinzu. In vielen Fällen entsteht ein unangenehmer Geruch, und im Ohr kann ein bräunliches, schmierig-fettiges Sekret zu sehen sein.
Sollten Dir eins oder mehrere dieser Symptome bei Deinem Hund auffallen, empfehlen wir Dir, zeitnah eine Tierarztpraxis aufzusuchen, um ihn auf eine mögliche Ohrenentzündung untersuchen zu lassen.
Was sind die häufigsten Ursachen für eine Ohrenentzündung beim Hund?
Eine Ohrenentzündung beim Hund entsteht meist durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Häufige Auslöser sind Bakterien, Hefepilze oder Ohrmilben, die sich besonders gut in einem warmen, feuchten Milieu wie dem Ohr vermehren. Auch eingetrocknetes Ohrenschmalz, Fremdkörper wie Grannen oder ein feuchtes Ohr nach dem Baden können das Risiko erhöhen. Darüber hinaus spielen bei vielen Hunden mit Ohrproblemen Allergien (z. B. gegen Futtermittel oder Umweltallergene) eine Rolle, die den Gehörgang empfindlicher machen und dadurch das Risiko für Probleme erhöhen.
Aus ganzheitlicher Sicht kann der Magen-Darm-Trakt mit Ohrenproblemen in Verbindung stehen.
Bei vielen Hunden mit wiederkehrender Ohrenentzündung sind laut tiermedizinischer Fachliteratur 2 und den Beobachtungen aus der 5-E™ Tierarztpraxis häufig auch Verdauungsprobleme, Futtermittelunverträglichkeiten oder eine empfindliche Darmflora beteiligt. Deshalb kann es sich lohnen, den Blick zusätzlich auf die Verdauung zu richten: Läuft alles rund? Verträgt Dein Hund sein Futter gut? Oder gibt es Hinweise, dass bestimmte Futtermittel Stress verursachen? Eine tierärztliche Beratung kann helfen, diese Punkte in Ruhe abzuklären.
Wie gefährlich ist eine Ohrenentzündung beim Hund?
Eine Ohrenentzündung beim Hund muss immer behandelt werden. Besonders im Anfangsstadium ist dies üblicherweise noch einfach und erfolgreich möglich. Bleibt eine Ohrenentzündung dagegen unbemerkt oder wird nicht richtig behandelt, kann sie über Jahre bestehen bleiben und sich sogar verschlimmern. Geh also in jedem Fall zum Tierarzt oder zur Tierärztin, wenn Du den Verdacht hast, dass Dein Hund unter einer Ohrenentzündung leidet.

Wie kann man eine Ohrenentzündung bei Hunden behandeln?
Zuerst wird der Tierarzt oder die Tierärztin die Ursache der Ohrenentzündung feststellen. Wenn es der Zustand des Ohres zulässt, wird der Gehörgang von Ohrschmalz und Entzündungssekreten befreit, da solche Ablagerungen einen idealen Nährboden für Keime bilden können. Je nach Befund erfolgt anschließend eine Behandlung mit entzündungshemmenden, antimikrobiellen oder milbenwirksamen Medikamenten. Wenn eine Allergie, Hauterkrankung oder andere Grunderkrankung an den Ohrproblemen beteiligt ist, sollte auch diese behandelt werden. So lassen sich die Beschwerden auf Dauer besser in den Griff bekommen.
Wie reinige ich die Ohren von meinem Hund?
Wir empfehlen Dir, die Ohren Deines Hundes bei einer Entzündung regelmäßig zu reinigen. Verwende dafür einen milden, speziell für Hunde entwickelten Ohrreiniger: Diese Produkte sind auf den empfindlichen Gehörgang abgestimmt und so formuliert, dass sie die Haut möglichst nicht zusätzlich reizen. Träufle den Reiniger vorsichtig ins Ohr, massiere den Ohransatz sanft und lass Deinen Hund anschließend ausschütteln, damit gelöste Ablagerungen leichter herauskommen.
Verzichte auf Wattestäbchen, da sie Schmutz tiefer ins Ohr schieben oder Verletzungen verursachen können. Bei starken Schmerzen, sehr viel Sekret oder einem geschwollenen Gehörgang sollte die Reinigung unbedingt von einer Tierärztin oder einem Tierarzt durchgeführt werden, damit das Ohr nicht zusätzlich belastet wird.

Wie lange dauert eine Ohrenentzündung beim Hund?
Die Ohrenentzündung bei Deinem Hund geht nicht weg? Mach Dir keine Sorgen: Es kann einige Wochen dauern, bis die Behandlung abgeschlossen und die Entzündung ausgeheilt ist. Die genaue Dauer hängt davon ab, welche Ursache hinter der Ohrenentzündung steckt und wie gut Dein Hund auf die Therapie anspricht.
In der 5-E™ Tierarztpraxis sehen wir häufig, dass bei wiederkehrenden Ohrproblemen auch das Verdauungssystem eine Rolle spielen kann. Wenn Dir Dein Tierarzt oder Deine Tierärztin ergänzende Maßnahmen zur Unterstützung der Darmflora und Hautbarriere empfiehlt, solltest Du diese während der vorgesehenen Behandlungsphase konsequent durchführen. Das kann dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden Deines Lieblings zu fördern und Rückfälle vorzubeugen.
Produktempfehlungen
Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung kann ein Hund mit Ohrenentzündung durch geeignete Pflegeprodukte unterstützt werden. Zusätzlich können ausgewählte Ergänzungsfuttermittel die Hautstoffwechselfunktion und ein harmonisches Magen-Darm-Milieu ernährungsphysiologisch unterstützen.
1.) OHR CLEAN SPÜLUNG ist ein Pflegemittel zur sanften Reinigung des äußeren Gehörgangs.
- Mit kolloidalem Silber, Kamille und ätherischen Ölen aus Lavendel und Rosengeranie.
- Kamille wird traditionell wegen ihrer milden und hautfreundlichen Eigenschaften in Pflegeprodukten verwendet.
- Kann die natürliche Selbstreinigungsfunktion der Ohren unterstützen.
2.) DERMA CARE ist ein Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Hautstoffwechselfunktion.
- Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haut und Haare bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut, Haare und Krallen sowie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
- Vitamin B12 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel und einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
3.) HAUT-KUR für Hunde kombiniert ausgewählte Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Hautstoffwechselfunktion.
- SKIN FOODS enthält Kollagen und ausgewählte Kräuter, die den Hautstoffwechsel unterstützen können.
- AKAZIENFASER PULVER liefert Ballaststoffe mit präbiotischen Eigenschaften, die die Verdauungsfunktion und ein harmonisches Darmmilieu unterstützen können.
- NACHTKERZENÖL enthält essentielle Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure und Gamma-Linolensäure zur Unterstützung der Haut- und Fellfunktion.
4.) DARM-KUR für Hunde kombiniert ausgewählte Ergänzungsfuttermittel, die auf die natürliche Magen-Darm-Funktion abgestimmt sind.
- KRÄUTERHEFE liefert natürliche B-Vitamine (Biotin, Niacin und Riboflavin). Biotin, Niacin und Riboflavin tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
- LACHS-HANF-ÖL enthält wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die den Stoffwechsel und die natürliche Zellfunktion unterstützen können.
- DARM DYN enthält Huminsäuren, Fenchel und Yucca schidigera, die die natürliche Darmfunktion unterstützen können, z. B. durch die Bindung und Ausscheidung unerwünschter Stoffe sowie die Förderung einer ausgeglichenen Verdauung.
5.) HUMI ALGO enthält eine Kombination aus Huminsäuren und Algenbestandteilen, die zur Unterstützung der Magen-Darm-Funktion beitragen kann.
- Algenmehl liefert Mineralstoffe wie Magnesium und Zink. Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Zink trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
- Huminsäuren können dabei helfen, unerwünschte Stoffe im Darm zu binden und auszuscheiden.
Wenn Dein Hund gesundheitliche Probleme hat, möchtest Du alles dafür tun, damit er sich bald wieder besser fühlt. Das Team von DGT MEDICAL berät Dich gerne zu Futter- und Ergänzungsfuttermitteln und steht Dir auch für eine Zweitmeinung oder ein Gespräch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zur Verfügung.
Häufige Fragen
Hunderassen mit langen Hängeohren, dichtem Fell im Ohrbereich oder einer Neigung zu Hautproblemen sind oft anfälliger für Ohrenentzündungen. Dazu gehören z. B. Cocker Spaniel, Beagle, Pudel oder Doodle-Mixe. Auch kurzschnäuzige Rassen wie Französische Bulldoggen oder Möpse können empfindliche Ohren haben. Das bedeutet aber nicht, dass diese Hunde automatisch eine Ohrenentzündung entwickeln. Entscheidend ist, ihre Ohren regelmäßig zu kontrollieren und zu pflegen, z. B. mit einem milden, speziell für Hunde entwickelten Ohrreiniger.
In bestimmten Fällen kann die Ernährung eine Rolle spielen, vor allem wenn Allergien oder Unverträglichkeiten beteiligt sind. Hunde mit Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten reagieren häufiger mit Haut- und Ohrproblemen. Wird das auslösende Allergen gemieden, können sich die Beschwerden oft bessern. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt außerdem die Hautbarriere. Bei Hunden mit wiederkehrenden Ohrproblemen sollte man deshalb prüfen, ob das Futter gut vertragen wird.
Du kannst viel dafür tun, dass die Ohren Deines Hundes gesund bleiben. Kontrolliere am besten regelmäßig: Sind sie sauber, trocken und geruchlos? Wenn nicht, kannst Du mit einem milden Ohrreiniger nachhelfen, aber vorsichtig und nicht zu oft. Lass die Finger von Wattestäbchen, die können mehr schaden als helfen. Nach dem Baden oder Planschen solltest Du die Ohren Deines Lieblings sanft trocken tupfen, denn Feuchtigkeit kann Reizungen begünstigen. Hunde mit Hängeohren oder dichtem Fell brauchen hier oft etwas mehr Aufmerksamkeit. Last but not least kann eine ausgewogene Ernährung helfen, die normale Hautfunktion zu unterstützen.
In diesem Fall sollte die eigentliche Ursache abgeklärt werden. Oft stecken Allergien, Hauterkrankungen, anatomische Besonderheiten (z. B. enge oder stark behaarte Gehörgänge) oder chronische Infektionen dahinter. In der Tierarztpraxis wird der Gehörgang untersucht und meist ein Ohrabstrich oder eine zytologische Untersuchung (zur mikroskopischen Analyse von Bakterien und Hefepilzen) durchgeführt, um die beteiligten Keime genau zu bestimmen. Je nach Befund kann eine längerfristige Therapie nötig sein, z. B. eine regelmäßige professionelle Ohrreinigung oder eine gezielte Behandlung gegen Bakterien, Hefen oder Milben. Besonders wichtig sind eine konsequente Behandlung und Kontrolltermine, um Rückfälle zu vermeiden.
Laut tierärztlicher Fachliteratur sind Hausmittel bei einer Ohrenentzündung in der Regel nicht wirksam und können die Beschwerden sogar verschlimmern 3. Essige, Öle oder selbst gemischte Lösungen reizen den Gehörgang oft zusätzlich und verändern das empfindliche Milieu im Ohr. So können sich Bakterien oder Hefepilze leichter ausbreiten. Das Risiko für Schmerzen oder Verletzungen steigt ebenfalls. Eine Ohrenentzündung sollte deshalb immer tierärztlich untersucht und behandelt werden. Nur so lässt sich sicher feststellen, welche Ursache dahintersteckt und welche Behandlung wirklich hilft.
Eine unbehandelte Ohrenentzündung kann sich verschlimmern und starke Schmerzen, Juckreiz, vermehrtes Sekret und Verletzungen durch ständiges Kratzen verursachen. Breitet sich die Entzündung ins Mittel- oder Innenohr aus, sind Gleichgewichtsstörungen, eine Kopfneigung oder in schweren Fällen sogar Taubheit möglich. Auch das Trommelfell kann geschädigt werden. Je länger die Entzündung anhält, desto schwieriger wird die Behandlung und desto höher ist das Risiko für bleibende Probleme. Daher solltest Du erste Anzeichen immer ernst nehmen und mit Deinem Hund in eine Tierarztpraxis gehen.
Quellen
Thieme Vet (2022). Hund und Katze – Therapie der Otitis externa ohne Antibiose. Bundestierärztekammer (2015). BTK-Tierhaltertipp „Ohrenentzündung beim Hund“Bewertungen für diesen Artikel
Über Tierarzt Thomas Backhaus
Tierarzt Thomas Backhaus ist Spezialist für ganzheitliche Tiermedizin mit Schwerpunkt auf Mitochondrialer Medizin. 1996 gründete er die Tierärztliche Praxis zur Römischen Villa in Longuich. Heute leit








