Ohrenentzündung beim Hund erkennen und richtig handeln
Aktualisiert
am 12.10.2026
Pflegeprodukte für das Hundeohr sowie Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung von Haut, Fell und Verdauung.
- Eine Ohrenentzündung betrifft beim Hund meist den äußeren Gehörgang. Fachlich heißt sie Otitis externa – die Entzündung des äußeren Gehörgangs.
- Häufiges Kopfschütteln, Kratzen, Schmerz, Geruch oder Ausfluss sind Gründe, das Ohr untersuchen zu lassen.
- Eine Allergie, ein Fremdkörper oder ein anderes Grundproblem kann die Entzündung auslösen. Bakterien und Hefepilze (Hefen) kommen oft später hinzu.
- Welche Behandlung passt, entscheidet sich unter anderem durch den Blick ins Ohr und die Untersuchung eines Ohrabstrichs unter dem Mikroskop.
- Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte auch die Ursache außerhalb des Ohres gesucht werden.
- Sieh Dir beide Ohrmuscheln bei gutem Licht an. Achte auf Rötung, Schwellung, Sekret und Unterschiede zwischen links und rechts.
- Beobachte, ob Dein Hund Berührung zulässt, wie oft er sich schüttelt und ob er normal hört und läuft.
- Vereinbare bei neuen oder wiederkehrenden Beschwerden einen Termin zur Ohruntersuchung. Bei den unten genannten Warnzeichen ist eine raschere Vorstellung nötig.
- Gib bis zur Untersuchung keine alten Ohrentropfen und spüle einen schmerzhaften Gehörgang nicht eigenständig.
- Wenn eine Behandlung begonnen wurde, halte die vereinbarte Kontrolle ein. Ein Ohr kann außen schon ruhig aussehen, obwohl im Gehörgang noch Entzündung besteht.
- Behalte bei wiederkehrenden Beschwerden auch die Fütterung im Blick.
- Milde Pflegetropfen mit Prä- und Postbiotika für den äußeren Gehörgang
- Zur Pflege des äußeren Gehörgangs und seines natürlichen Hautmilieus
- Ohne Alkohol und ätherische Öle – auch für empfindliche Ohren geeignet
Unser Online-Tierärzteteam berät Dich, wenn die Beschwerden wiederkehren oder Du Dir unsicher bist.
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Wann solltest Du mit Deinem Hund wegen einer Ohrenentzündung zum Tierarzt?
Ein einmaliges Kratzen ohne weitere Auffälligkeiten kannst Du zunächst beobachten; wiederholtes Kopfschütteln oder Schmerz braucht eine Untersuchung. Die folgende Einordnung hilft Dir bei der Dringlichkeit. Sie ersetzt keine Untersuchung des Gehörgangs.
- Dein Hund kratzt sich gelegentlich
- Beide Ohren sehen unauffällig aus
- Die Ohren riechen nicht auffällig
- Die Ohren sind nicht schmerzhaft
- Kontrolliere das Ohr erneut
- Hält das Verhalten an oder nimmt es zu, vereinbare einen Termin
- Dein Hund schüttelt wiederholt den Kopf
- Dein Hund kratzt intensiv
- Das Ohr riecht
- Das Ohr ist gerötet
- Es tritt Sekret aus
- Auch ein wiederkehrender Befund gehört in diese Gruppe
- Ruf die Praxis an und schildere die Zeichen, damit die Dringlichkeit individuell eingeschätzt wird
- Starke Schmerzen
- Ein plötzlich geschwollenes Ohr nach heftigem Schütteln
- Blut oder Eiter
- Eine plötzlich schiefe Kopfhaltung
- Gleichgewichtsstörungen oder Taumeln
- Eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Bei Gleichgewichtsstörungen oder ausgeprägten neurologischen Zeichen (Anzeichen einer Nerven-Beteiligung) nutze bei Bedarf den tierärztlichen Notdienst
Woran erkennst Du eine Ohrenentzündung?
Typisch sind Kopfschütteln, Kratzen und ein Ohr, das anders aussieht oder riecht als sonst. Manche Hunde reiben den Kopf am Boden oder ziehen sich zurück, sobald jemand das Ohr berührt. Rötung, Wärme, Schwellung und ein enger werdender Gehörgang sprechen ebenfalls für eine Entzündung. Ausfluss kann hell, braun, schwarz oder eitrig sein. Allein an der Farbe lässt sich die Ursache nicht erkennen – das überrascht viele Halter:innen.1 2
Was unterscheidet Ohrenentzündung, Blutohr und Ohrmilben?
Eine Ohrenentzündung sitzt meist im Gehörgang; ein Blutohr ist eine Blutansammlung in der Ohrmuschel; Ohrmilben sind mögliche Auslöser einer Ohrentzündung. Diese Dinge können gleichzeitig vorkommen.
Bei einem Blutohr wirkt die Ohrmuschel plötzlich dick, weich und oft deutlich asymmetrisch. Heftiges Kopfschütteln oder Kratzen kann vorausgehen. Die Ursache für den Juckreiz muss mit untersucht werden, sonst kann das Problem fortbestehen. Mehr dazu erfährst Du in unserem Ratgeber zum Blutohr beim Hund.
Ohrmilben können starken Juckreiz und dunkles, krümeliges Material verursachen. Solche Beläge beweisen aber keinen Milbenbefall: Ohrenschmalz, Hefepilze und andere Ursachen können ähnlich aussehen. Mit einem Ohrabstrich und der Untersuchung des Materials lässt sich das unterscheiden.1
Warum bekommt ein Hund eine Ohrenentzündung?
Gesucht wird nach einem Auslöser und nach Faktoren, die das Ohr zusätzlich belasten. Zu den direkten Auslösern zählen Allergien, Parasiten und Fremdkörper. Feuchtigkeit, ein enger Gehörgang oder Hautveränderungen können die Entstehung begünstigen. Ist die Haut im Ohr bereits entzündet, können sich Bakterien oder Hefepilze stärker vermehren. Bei langem Verlauf verdickt sich der Gehörgang manchmal; dann kommt die Behandlung schlechter an die betroffenen Stellen.1
Darum reicht es bei einer wiederkehrenden Otitis häufig nicht, nur den jeweils gefundenen Keim zu behandeln. Deine Tierarztpraxis schaut dann auch auf Haut und Pfoten, die Fütterungsgeschichte, mögliche saisonale Muster und den Zustand beider Ohren. Bleibt immer nur eine Seite betroffen, kommen zusätzlich ein Fremdkörper, eine tiefer liegende Entzündung oder seltener eine Gewebewucherung infrage.
Ohrenentzündung beim Hund ganzheitlich betrachtet: Können Verdauung und Ohrenprobleme zusammenhängen
Aus ganzheitlicher Sicht steht die Verdauung mit der Haut- und Ohrengesundheit in Verbindung – ein direkter Nachweis, dass eine veränderte Darmflora beim Hund eine Ohrenentzündung auslöst, fehlt allerdings. Sinnvoll ist der Blick auf die Verdauung, wenn Dein Hund gleichzeitig Magen-Darm-Beschwerden hat oder eine Futtermittelreaktion vermutet wird. Eine solche Reaktion kann sich bei manchen Hunden auch an Haut und Ohren zeigen. Dann hilft eine sorgfältig geplante Ausschlussdiät – eine schrittweise Futterumstellung zur gezielten Ursachensuche – bei der Abklärung eher als ein einzelner Darmflora-Befund.1 4
Bei wiederkehrenden Problemen wird der ganze Hund betrachtet:
- Was frisst er?
- Gibt es Juckreiz an anderen Körperstellen, weichen Kot oder Gewichtsveränderungen?
Die Ohruntersuchung bleibt dabei der erste Schritt. Ein Ergänzungsfuttermittel für den Darm behandelt keine Entzündung im Gehörgang.
Kommen Allergie oder Futterreaktion als Mitursache infrage, ist der erste Schritt die Abklärung der Fütterung: Unsere individuelle Ernährungsberatung unterstützt Dich dabei, die Fütterung Deines Hundes gezielt zu überprüfen und eine Ausschlussdiät sorgfältig zu planen. Unabhängig davon können ergänzende Produkte wie ENTERO BIOM oder unsere DARM-KUR die normale Darmfunktion ernährungsphysiologisch unterstützen. Die bestehende Ohrenentzündung wird davon unabhängig tierärztlich untersucht und behandelt.
Ganzheitlich betrachtet: Was sagt die TCM zum Ohr?
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das Ohr grundsätzlich dem Funktionskreis Niere-Blase zugeordnet – dem Element Wasser. Schwäche oder Ungleichgewicht in diesem Funktionskreis werden in diesem Denkmodell mit einer erhöhten Anfälligkeit für Ohrprobleme in Verbindung gebracht.
Manche TCM-Quellen unterscheiden zusätzlich zwischen linkem und rechtem Ohr: Wiederkehrende Beschwerden speziell am rechten Ohr werden dabei teils dem Funktionskreis Leber-Gallenblase (Element Holz) zugeordnet. Eine wissenschaftliche Bestätigung für diese Seitenzuordnung gibt es nicht – es handelt sich um ein traditionelles Denkmodell, keine Diagnose.
Was passiert wenn eine Ohrenentzündung unbehandelt bleibt?
Unbehandelte Beschwerden können schmerzhaft werden und sich festsetzen. Ein dauerhaft entzündeter Gehörgang kann anschwellen und sich verändern. In manchen Fällen ist auch das Mittelohr beteiligt, in selteneren Fällen sogar das Innenohr – dann sind Gleichgewichtsstörungen oder ein Hörverlust möglich. Starkes Schütteln kann ein Blutohr begünstigen. Das ist kein Grund zur Panik bei jedem juckenden Ohr, aber ein guter Grund, wiederkehrende oder ausgeprägte Zeichen nicht auszusitzen.1 3
Wie untersucht und behandelt die Tierarztpraxis eine Ohrenentzündung?
Am Anfang stehen Ohruntersuchung und Ohrabstrich. Mit dem Otoskop, einem speziellen Ohr-Untersuchungsgerät, wird der Gehörgang und soweit möglich das Trommelfell beurteilt. Unter dem Mikroskop zeigt sich, ob und in welcher Form Bakterien, Hefen oder Entzündungszellen vorhanden sind. Bei Verdacht auf Milben wird entsprechendes Material untersucht. Ein Abstrich für eine Kultur – eine gezielte Anzucht der Keime im Labor – kommt vor allem bei komplizierten oder hartnäckigen Fällen infrage.1
Je nach Befund wird das Ohr in der Praxis gereinigt, werden Schmerz und Schwellung behandelt und ein passendes Präparat für das Ohr gewählt – häufig eine Kombination aus einem Antibiotikum, einem entzündungshemmenden Wirkstoff und bei Bedarf einem Antimykotikum gegen Hefepilze, abgestimmt auf den Befund im Abstrich. Bei einem schmerzhaften oder stark verengten Gehörgang kann zunächst eine Behandlung nötig sein, bevor eine gründliche Reinigung überhaupt möglich ist. Außerdem wird geprüft, ob eine Allergie, ein Fremdkörper oder eine andere Ursache mitbehandelt werden muss.
Wie reinigst Du die Ohren Deines Hundes richtig?
Bei einem entzündeten oder schmerzhaften Ohr reinigst Du nur mit einem dafür geeigneten Mittel. Ist das Ohr dagegen gesund und unauffällig, braucht es oft gar keine zusätzliche Reinigung – bei manchen Hunden kann eine gelegentliche, milde Pflege trotzdem sinnvoll sein, etwa bei Schlappohren oder bekannter Neigung zu Ohrproblemen.
Wenn die Reinigung empfohlen wurde, lass Dir das Vorgehen einmal zeigen. Halte die Flaschenspitze sauber, arbeite vorsichtig am Ohreingang und massiere den Ohransatz nur so weit, wie Dein Hund es schmerzfrei zulässt. Nach dem Abschütteln kannst Du gelöstes Material außen mit einer weichen Kompresse abnehmen. Wie oft gereinigt werden soll, richtet sich nach dem Befund und dem verwendeten Mittel.
Wie lange dauert die Behandlung einer Ohrenentzündung beim Hund?
Eine unkomplizierte akute Otitis lässt sich häufig innerhalb einiger Wochen kontrollieren; chronische Fälle können deutlich länger brauchen. Die Dauer hängt davon ab, was die Entzündung ausgelöst hat und ob der Gehörgang bereits verändert ist. Die Kontrolle entscheidet über das Ende der Therapie, nicht allein der Tag, an dem Dein Hund aufhört zu kratzen. Bei unkomplizierten bakteriellen oder Hefebefunden nennt das Merck Veterinary Manual häufig zwei bis vier Wochen bis zur Abheilung; es gibt aber erhebliche Abweichungen.1
Welche Hunde haben ein höheres Risiko für eine Ohrenentzündung?
Wichtiger als ein Rassename sind die Eigenschaften des Ohres und mögliche Hauterkrankungen. Hängende Ohren, dichter Haarwuchs oder enge Gehörgänge können die Belüftung und Reinigung erschweren. Hunde mit allergischer Hauterkrankung entwickeln ebenfalls häufiger wiederkehrende Ohrprobleme. Ein Cocker Spaniel, Pudel oder Doodle mit unauffälligen Ohren braucht deswegen keine Behandlung auf Vorrat.1 4
Wie beugst Du erneuten Entzündungen vor?
Kontrolliere die Ohren regelmäßig und lass die Grundursache behandeln, wenn Beschwerden wiederkehren. Nach dem Schwimmen oder Baden kannst Du die Ohrmuschel außen vorsichtig trocknen. Halte Dich bei einem Hund mit bekannten Ohrproblemen an den individuellen Pflegeplan Deiner Praxis. Wiederholt einseitige Beschwerden oder Juckreiz an mehreren Körperstellen sind Anlass, gezielt nach Fremdkörpern oder Allergien zu suchen.
Eine strenge Futterprobe ist nur sinnvoll, wenn dafür ein konkreter Verdacht besteht und sie so geplant wird, dass ihre Ergebnisse auswertbar sind. Beliebig viele Futterwechsel erschweren oft die Beurteilung.
Noch Fragen zur Ohrpflege?
Wenn Du unsicher bist, welches Produkt für das Ohr Deines Hundes geeignet ist oder warum die Beschwerden zurückkehren, besprich den Befund mit Deiner Tierarztpraxis. Eine tierärztliche Online-Beratung findest Du auch bei DGT MEDICAL. Eine Übersicht passender Pflegeprodukte rund ums Hundeohr findest Du außerdem auf unserer Themenseite zur Ohrenpflege.
Produktempfehlungen
- OHR BIOM CARE:
Milde Pflegetropfen mit Prä- und Postbiotika
Milde Pflegetropfen mit Präbiotika (Inulin) und Postbiotika (Lactobacillus-Ferment-Lysat) für die Pflege des äußeren Gehörgangs und seines natürlichen Hautmilieus. Ohne Alkohol und ätherische Öle, deshalb auch für empfindliche Ohren geeignet. - OHR CLEAN SPÜLUNG:
Pflegeprodukt zur Reinigung des äußeren Gehörgangs
Pflegeprodukt mit kolloidalem Silber, Kamillenextrakt sowie ätherischen Ölen aus Lavendel und Rosengeranie zur Reinigung des äußeren Gehörgangs. - DERMA CARE:
Ergänzungsfuttermittel für Haut und Fell
Ergänzungsfuttermittel mit Biotin, Zink und Vitamin B12 für die tägliche Nährstoffversorgung von Haut und Fell. - DARM-KUR:
Kombinationskur für die Darmfunktion
Kombination aufeinander abgestimmter Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmfunktion – kann Teil einer umfassenden Strategie sein, wenn Fütterung und Verdauung mit im Blick behalten werden. - ENTERO BIOM:
Ergänzungsfuttermittel für das Darmmikrobiom
Prä-, Pro- und Postbiotika zur gezielten ernährungsphysiologischen Unterstützung des Darmmikrobioms – sinnvoll, wenn Du die Verdauung Deines Hundes begleitend über die Fütterung unterstützen möchtest.
Keines dieser Produkte behebt eine Entzündung im Gehörgang. Ob eine Ergänzung im Einzelfall sinnvoll ist, richtet sich nach dem Hund, seiner Fütterung und dem übrigen Befund.
Vermutest Du einen Zusammenhang mit der Fütterung, hilft Dir unser Futterberater als erste Orientierung, oder unsere individuelle Ernährungsberatung dabei, eine sorgfältig geplante Ausschlussdiät umzusetzen und die Fütterung insgesamt zu überprüfen: feste Fütterungszeiten statt ständigem Snacken, eine überschaubare Anzahl an Futterkomponenten und Geduld, während die Diät läuft. So lässt sich eher erkennen, ob die Ernährung tatsächlich eine Rolle spielt. Grundlegende Prinzipien dazu findest Du auch in unseren 10 Geboten der Hundeernährung.
Unsicher, welches Pflegeprodukt oder welche Futterumstellung für Deinen Hund sinnvoll ist? Unser Team von DGT MEDICAL berät Dich gerne individuell.
Fazit
Schau hin. Lass untersuchen. Behandle die Ursache mit.
Wenn Dein Hund häufig den Kopf schüttelt, sich am Ohr kratzt oder das Ohr riecht, braucht es einen Blick in den Gehörgang. Ein Ohrabstrich hilft dabei, die Behandlung passend auszuwählen; bei Rückfällen wird zusätzlich nach dem Auslöser gesucht. Pflege kann die tierärztliche Behandlung ergänzen, sollte bei einem entzündeten Ohr aber zum Befund passen. Bei starken Schmerzen, plötzlich schiefer Kopfhaltung oder Gleichgewichtsstörungen lass Deinen Hund noch am selben Tag untersuchen. Kommt Allergie oder Futterreaktion als Mitursache infrage, kann Dich eine Ernährungsberatung dabei unterstützen, die Fütterung gezielt zu überprüfen.
Häufige Fragen
Die Kosten richten sich nach Untersuchung, nötigen Abstrichen, Behandlung und Kontrollen. In Deutschland wird nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte abgerechnet. Ein schmerzhaftes, chronisch verändertes Ohr kann zusätzliche Schritte erfordern. Deine Praxis kann Dir nach der ersten Untersuchung einen auf den Befund bezogenen Kostenrahmen nennen.5
Hunderassen mit langen Hängeohren, dichtem Fell im Ohrbereich oder einer Neigung zu Hautproblemen sind oft anfälliger für Ohrenentzündungen. Dazu gehören z. B. Cocker Spaniel, Beagle, Pudel oder Doodle-Mixe. Auch kurzschnäuzige Rassen wie Französische Bulldoggen oder Möpse können empfindliche Ohren haben. Das bedeutet aber nicht, dass diese Hunde automatisch eine Ohrenentzündung entwickeln. Entscheidend ist, ihre Ohren regelmäßig zu kontrollieren und zu pflegen, z. B. mit einem milden, speziell für Hunde entwickelten Ohrreiniger.
In bestimmten Fällen kann die Ernährung eine Rolle spielen, vor allem wenn Allergien oder Unverträglichkeiten beteiligt sind. Hunde mit Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten reagieren häufiger mit Haut- und Ohrproblemen. Wird das auslösende Allergen gemieden, können sich die Beschwerden oft bessern. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt außerdem die Hautbarriere. Bei Hunden mit wiederkehrenden Ohrproblemen sollte man deshalb prüfen, ob das Futter gut vertragen wird.
Du kannst viel dafür tun, dass die Ohren Deines Hundes gesund bleiben. Kontrolliere am besten regelmäßig: Sind sie sauber, trocken und geruchlos? Wenn nicht, kannst Du mit einem milden Ohrreiniger nachhelfen, aber vorsichtig und nicht zu oft. Lass die Finger von Wattestäbchen, die können mehr schaden als helfen. Nach dem Baden oder Planschen solltest Du die Ohren Deines Lieblings sanft trocken tupfen, denn Feuchtigkeit kann Reizungen begünstigen. Hunde mit Hängeohren oder dichtem Fell brauchen hier oft etwas mehr Aufmerksamkeit. Last but not least kann eine ausgewogene Ernährung helfen, die normale Hautfunktion zu unterstützen.
In diesem Fall sollte die eigentliche Ursache abgeklärt werden. Oft stecken Allergien, Hauterkrankungen, anatomische Besonderheiten (z. B. enge oder stark behaarte Gehörgänge) oder chronische Infektionen dahinter. In der Tierarztpraxis wird der Gehörgang untersucht und meist ein Ohrabstrich oder eine zytologische Untersuchung (zur mikroskopischen Analyse von Bakterien und Hefepilzen) durchgeführt, um die beteiligten Keime genau zu bestimmen. Je nach Befund kann eine längerfristige Therapie nötig sein, z. B. eine regelmäßige professionelle Ohrreinigung oder eine gezielte Behandlung gegen Bakterien, Hefen oder Milben. Besonders wichtig sind eine konsequente Behandlung und Kontrolltermine, um Rückfälle zu vermeiden.
Laut tierärztlicher Fachliteratur sind Hausmittel bei einer Ohrenentzündung in der Regel nicht wirksam und können die Beschwerden sogar verschlimmern 3. Essige, Öle oder selbst gemischte Lösungen reizen den Gehörgang oft zusätzlich und verändern das empfindliche Milieu im Ohr. So können sich Bakterien oder Hefepilze leichter ausbreiten. Das Risiko für Schmerzen oder Verletzungen steigt ebenfalls. Eine Ohrenentzündung sollte deshalb immer tierärztlich untersucht und behandelt werden. Nur so lässt sich sicher feststellen, welche Ursache dahintersteckt und welche Behandlung wirklich hilft.
Eine unbehandelte Ohrenentzündung kann sich verschlimmern und starke Schmerzen, Juckreiz, vermehrtes Sekret und Verletzungen durch ständiges Kratzen verursachen. Breitet sich die Entzündung ins Mittel- oder Innenohr aus, sind Gleichgewichtsstörungen, eine Kopfneigung oder in schweren Fällen sogar Taubheit möglich. Auch das Trommelfell kann geschädigt werden. Je länger die Entzündung anhält, desto schwieriger wird die Behandlung und desto höher ist das Risiko für bleibende Probleme. Daher solltest Du erste Anzeichen immer ernst nehmen und mit Deinem Hund in eine Tierarztpraxis gehen.
Quellen
1 Hoff, S. (2026). Otitis Externa in Animals Merck & Co., Inc. 2 Roman, N. (2026). Ear Infections and Otitis Externa in Dogs Merck & Co., Inc. 3 Tomich, L. (2026). Auricular Hematomas in Animals Merck & Co., Inc. 4 (2023). 2023 AAHA Management of Allergic Skin Diseases in Dogs and Cats Guidelines 5 (2022 ). Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) Bundesministerium der Justiz / juris GmbH (gesetze-im-internet.de) 6 Khan, S.A. (2014). Concentrated tea tree oil toxicosis in dogs and catsBewertungen für diesen Artikel
Über Tierarzt Dávid Zárecký
Ich bin Tierarzt mit einem ganzheitlichen, nachhaltigen und vorsorgeorientierten Ansatz. Mein beruflicher Weg begann in der Slowak
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