Ein brauner Hund frisst aus einer Schale.

10 goldene
Ernährungsregeln

Unser bewährtes 5-E™ Ernährungskonzept nach Tierarzt Thomas Backhaus. Mit den folgenden Wünschen an euch Zweibeiner.

„Seit über 40 Jahren begleite ich Hunde tierärztlich und sehe täglich, wie entscheidend Ernährung für ihre Gesundheit ist. Aus dieser Erfahrung heraus entstanden – basierend auf dem 5-E™ Ernährungskonzept – 10 bewährte Fütterungsregeln.“

Tierarzt Thomas Backhaus
Profilbild von Tierarzt Thomas Backhaus
1

Füttere mich am liebsten morgens – dann läuft meine Verdauung auf Hochtouren.

Mein Körper arbeitet morgens auf Hochtouren:

  • In meinem Magen wird besonders viel Pepsin gebildet – das wichtigste Enzym, um Eiweiße in kleinere Stücke zu zerlegen1.
  • Auch im Dünndarm warten morgens mehr Proteasen (z. B. Trypsin & Chymotrypsin), die Proteine weiter verarbeiten müssen2.
  • Meine Lipase zur Fettverdauung ist morgens ebenfalls aktiver1.

Darum kann ich morgens Fleisch, Eiweiß und Fette besser und effizienter verdauen. Deshalb komme ich super mit einer Hauptmahlzeit am Tag zurecht3. Sollte ich allerdings zwei brauchen, gib mir die zweite bitte bis spätestens 17 Uhr, damit meine Verdauung nicht nachts arbeiten muss – da ruht auch meine Verdauung 4.

Abends füttere mich bitte nicht mehr – ein kleines Betthupferl reicht. Als Welpe brauche ich natürlich noch mehrere Mahlzeiten.


1. Smeets-Peeters M. A review of the physiology of the canine digestive tract related to the development of in vitro systems. J Anim Feed Sci. 1998.
2. Gritti I. Pepsinogens: physiology, pharmacology and pathology. Pharmacol Res. 2000.
3. Bray EE et al. Once-daily feeding is associated with better health in companion dogs: results from the Dog Aging Project. GeroScience. 2022;44(3):1779–1790.
4. Aviv R et al. Circadian patterns of gastric activity in dogs. Neurogastroenterol Motil. 2008.

2

Achtung mit Rohkost & Milchprodukten.

Als erwachsener Hund produziere ich kaum noch Laktase5.
Das ist das Enzym, mit dem man Milchzucker (Laktose) verdaut.
Unverdaute Milchzuckerreste im Darm können bei mir Bauchgrummeln, Blähungen oder Durchfall verursachen5.

Ich bin von Natur aus ein Fleischfresser und habe nur weniger Enzyme um Pflanzen zu verdauen.

Pflanzliche Zellwände und rohe Stärke kann ich deshalb nicht so gut aufspalten

  • Hierfür fehlen mir Cellulase,  und Amylase6,7.

Deshalb macht Rohkost wie frische Möhren oder Äpfel meinen Kot oft weicher9. Gedünstet oder fein püriert vertrage ich Gemüse viel besser.


5. Dog lactose intolerance: Review. Vet World. 2025
6. Holz M et al. Effects of dietary cellulose on clinical and gut microbiota recovery in dogs with acute uncomplicated diarrhea: a randomized prospective clinical trial. J Am Vet Med Assoc. 024;263(2):169-177.
7. Pasha S et al. Saliva proteome of dogs. Proteomics 2018.
9. Abd El-Wahab A. Fiber sources and fecal quality. Vet Sci 2023.

3

Bitte sorge dafür, dass ich schlank bleibe.

Zu viele Snacks liefern viele Kohlenhydrate und Fette10. Wenn ich zu oft etwas zwischendurch bekomme, muss mein Körper ständig Verdauungsenzyme nachliefern. Ich liebe Leckerlies – aber bitte in Maßen und rechne sie in meine Tagesration mit ein. Getreidehaltige Snacks oder Brot brauche ich nicht.


10. Blanchard T et al. Obesity in dogs. Vet J 2024.

4

Ich brauche jederzeit frisches Wasser.

Wasser unterstützt meinen Stoffwechsel- und Entgiftungsprozess in meinem Magen-Darm-Trakt1. Wenn ich zu wenig trinke, kann meine Magensäure nicht optimal arbeiten und meine Verdauungsenzyme tun sich schwerer1. Am liebsten trinke ich gefiltertes Wasser aus Keramik- oder Glasnäpfen. Bitte achte darauf, dass ich nicht aus Pfützen trinke, die könnten verunreinigt sein.


1. Smeets-Peeters M. A review of the physiology of the canine digestive tract related to the development of in vitro systems. J Anim Feed Sci. 1998.

5

Bitte gib mir nur Ergänzungen, die wirklich zu mir passen – und regelmäßig.

Manche Ergänzungen helfen meinem Körper oder entlasten meine Verdauung (z. B.  Kräuter, gute Öle oder gezielte Probiotika(11-14).Zu viele oder falsche Zusätze können meinen Stoffwechsel aber überfordern. Wenn ich gesundheitliche Besonderheiten habe, lass Dich bitte beraten.


11. White R, et al. Randomized, controlled trial evaluating a multi-strain probiotic in dogs. J Vet Intern Med. 2017;31(3):722–33.
12. Shmalberg J, et al. Randomized double-blinded placebo-controlled trial of a probiotic vs. metronidazole for acute canine diarrhea. Front Vet Sci. 2019;6:200.
13. Yang Q, Wu Z. Gut probiotics and health of dogs and cats: benefits, applications, and underlying mechanisms. Microorganisms. 2023;11(4):865.
14. Socha PA, et al. Impact of a multi-strain probiotic on acute nonspecific diarrhea in puppies. Animals (Basel). 2025;15(12):1700. 15. Behrman HR. Adaptation of pancreatic enzymes to diet. J Physiol 1969.

6

Bitte überfordere mich nicht mit zu viel Abwechslung.

Jede Fütterungsart braucht andere Enzyme:

  • Rohes Fleisch braucht viel Pepsin und Proteasen1.
  • Trockenfutter fordert mehr Amylase zur Stärkeverdauung15.
  • Fettige Mahlzeiten brauchen mehr Lipase15.

Mein Körper kann diese Enzyme anpassen – aber nicht sofort15.
Deshalb tut mir eine klare, konstante Fütterung gut.
Wenn ich Trocken- und Feuchtfutter bekomme, mische es besser in einer Mahlzeit. Reines Feuchtfutter verdünnt zu stark meine Magensäure.


1. Smeets-Peeters M. A review of the physiology of the canine digestive tract related to the development of in vitro systems. J Anim Feed Sci. 1998.
15. Behrman HR. Adaptation of pancreatic enzymes to diet. J Physiol 1969.

7

Ich brauche regelmäßige Verdauungspausen.

In Pausen kann mein Körper:

  • den Magen vollständig entleeren16
  • neue Verdauungsenzyme bilden15
  • den Dünndarm „reinigen“ (Migrating Motor Complex)17-19
  • die Zellerneuerung anschieben

Ohne ständige Nahrungszufuhr kann mein Magen-Darm-Trakt effektiver arbeiten. Obwohl ich kein Wolf mehr bin, brauche ich trotzdem nicht dauernd Futter.


15. Behrman HR. Adaptation of pancreatic enzymes to diet. J Physiol 1969.
16. Burrows CF. Influence of dietary composition on gastric emptying and motility in dogs: potential involvement in acute gastric dilatation. Am J Vet Res. 1985;46(1):260-265.
17. Szurszewski JH. A migrating electric complex of canine small intestine. Am J Physiol. 1969;217(6):1757–63.
18. Arnold JH, et al. Propagation of small bowel migrating motor complex in conscious dogs. Dig Dis Sci. 1991;36(5):563–70.
19. Nakajima H, Mochiki E, Zietlow A, Ludwig K, Takahashi T. Mechanism of interdigestive migrating motor complex in conscious dogs. J Gastroenterol. 2010;45(5):506–14. 20. USDA FSIS Food Safety Rules.

8

Bitte stelle meine Essensreste nach spätestens einer Stunde weg.

So bleibt alles hygienisch, und ich lerne, mein Futter gleich zu fressen. Frische Nahrung ist für meine Enzyme leichter zu verarbeiten20.


20. USDA FSIS Food Safety Rules.

9

Bitte weiche mein Trockenfutter nicht ein.

Wenn Du es einweichst, wird meine Magensäure verdünnt – und die brauche ich dringend:

  • Die Fleischverdauung funktioniert nämlich nur bei genügend saurem pH-Wert1.
  • Ich brauche eine starke Magensäure, um mein Eiweiß optimal zu verdauen1.
  • Eingeweichtes Futter kann zudem zu schnell weiter rutschen, bevor der Verdauungsprozess abgeschlossen ist.

Gib es mir lieber trockenes Futter und stelle dazu frisches Wasser.


1. Smeets-Peeters M. A review of the physiology of the canine digestive tract related to the development of in vitro systems. J Anim Feed Sci. 1998.

10

Bitte unterstütze meinen Darm ein- oder zweimal im Jahr mit einer DARM-KUR.

Mein Darm kann viel – Verdauungsenzyme arbeiten dort jeden Tag. Eine DARM-KUR kann helfen, mein System zu entlasten, meine Darmflora zu stärken und meine Verdauung zu harmonisieren11-14. Wenn mein Darm gut arbeitet, kann ich Proteine, Fette und Kohlenhydrate viel effizienter umsetzen.


11. White R, et al. Randomized, controlled trial evaluating a multi-strain probiotic in dogs. J Vet Intern Med. 2017;31(3):722–33.
12. Shmalberg J, et al. Randomized double-blinded placebo-controlled trial of a probiotic vs. metronidazole for acute canine diarrhea. Front Vet Sci. 2019;6:200.
13. Yang Q, Wu Z. Gut probiotics and health of dogs and cats: benefits, applications, and underlying mechanisms. Microorganisms. 2023;11(4):865.
14. Socha PA, et al. Impact of a multi-strain probiotic on acute nonspecific diarrhea in puppies. Animals (Basel). 2025;15(12):1700. 

1

Achte darauf, dass mein Futter genug Flüssigkeit enthält.

Katzen stammen ursprünglich aus trockenen Regionen und trinken von Natur aus wenig. Ein Teil meines Flüssigkeitsbedarfs sollte deshalb möglichst über die Nahrung kommen. Nassfutter unterstützt meine Nieren, hält meinen Harn flüssig und ähnelt in seinem Feuchtigkeitsgehalt einem Beutetier. Trockenfutter liefert dafür wichtige Nährstoffe und Energie in kompakter Form. Die beste Lösung für meine Gesundheit ist oft eine Kombination aus Nass- und Trockenfutter – so bekomme ich ausreichend Flüssigkeit und alle wichtigen Nährstoffe.3,4


3. Buffington CAT, Rogers QR, Morris JG. Feline nutrition and urinary tract health. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 1994;24(5):1035–1054.

4. Zoran DL, Buffington CAT. Effects of nutrition choices and lifestyle changes on the health of cats. J Am Vet Med Assoc. 2011;239(5):596–606.

2

Gewöhne mich als Kitten an verschiedene Futtersorten – später brauche ich eher Ruhe für meinen Darm.

In meinen ersten Lebensmonaten lerne ich Geschmäcker und Konsistenzen besonders gut kennen. Diese frühe Vielfalt macht mich später flexibler.7,9Als erwachsene Katze braucht mein Verdauungssystem hingegen Beständigkeit. Zu viele Wechsel können Stress für meinen Darm bedeuten – eine konstante Basis tut mir gut.8 Wenn Du mein Futter einmal wechseln möchtest, mach das bitte langsam, damit sich mein Darm gut anpassen kann.


7. Case LP, Daristotle L, Hayek MG, Raasch MF. Canine and feline nutrition. 3rd ed. St. Louis: Elsevier; 2011.

8. Sparkes AH, Papasouliotis K, Sunvold G. Gastrointestinal disorders of cats. J Feline Med Surg. 2010;12(6):456–470.

9. Bradshaw JWS, Healey LM, Thorne CJ, Macdonald DW, Arden-Clark C. Differences in food preferences between feral and domestic cats. Appl Anim Behav Sci. 2000;68(3):257–266.

3

Unterstütze mich beim Trinken – fließendes Wasser motiviert mich.

Mein Durstgefühl ist schwach ausgeprägt, weil ich in der Natur Wasser hauptsächlich aus Beute aufnehmen würde. Fließendes Wasser animiert viele Katzen stärker zum Trinken.3,4 Bitte stelle meinen Wassernapf in etwas Abstand zu meinem Futterplatz – viele Katzen trinken dadurch deutlich mehr.8 Ein Trinkbrunnen kann meine tägliche Trinkmenge und damit meine Harnwege positiv unterstützen.


3. Buffington CAT, Rogers QR, Morris JG. Feline nutrition and urinary tract health. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 1994;24(5):1035–1054.

4. Zoran DL, Buffington CAT. Effects of nutrition choices and lifestyle changes on the health of cats. J Am Vet Med Assoc. 2011;239(5):596–606.

8. Sparkes AH, Papasouliotis K, Sunvold G. Gastrointestinal disorders of cats. J Feline Med Surg. 2010;12(6):456–470.

4

Halte mein Gewicht im Blick – ich nehme schneller zu, als Du denkst.

Mein Energiebedarf hängt von Alter, Aktivität, Kastration und Muskelmasse ab. Da ich sehr effizient mit Energie umgehe6, führen schon kleine Überschüsse zu Gewichtszunahme – und damit zu Belastungen für Gelenke, Stoffwechsel und Organe.5,10 Am besten wiegst Du meine Portionen ab, rechnest Leckerlies in meine Tagesration ein und kontrollierst regelmäßig mein Körpergewicht.


5. Laflamme DP. Understanding and managing obesity in dogs and cats. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2006;36(6):1283–1295.

6. Harper EJ. Changing perspectives on aging and energy requirements of cats. J Nutr. 1998;128(12 Suppl):2626S–2631S.

10. German AJ. The growing problem of obesity in dogs and cats. J Nutr. 2006;136(7 Suppl):1940S–1946S.

5

Belohne mich achtsam – mein Darm ist sensibler, als viele denken.

Snacks sind vollkommen okay, wenn sie gut verträglich und nicht zu energiereich sind.5,7
Manche Zusatzstoffe können empfindliche Katzen belasten oder Unruhe in den Darm bringen.8
Bitte gib mir Leckerli in Maßen und achte darauf, dass sie leicht verdaulich sind.


5. Laflamme DP. Understanding and managing obesity in dogs and cats. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2006;36(6):1283–1295.

7. Case LP, Daristotle L, Hayek MG, Raasch MF. Canine and feline nutrition. 3rd ed. St. Louis: Elsevier; 2011.

8. Sparkes AH, Papasouliotis K, Sunvold G. Gastrointestinal disorders of cats. J Feline Med Surg. 2010;12(6):456–470.

6

Ernähre mich artgerecht – ich bin ein reiner Fleischfresser.

Mein Körper ist darauf spezialisiert, Nährstoffe aus tierischen Bestandteilen zu gewinnen.1 Ich brauche unter anderem:

  • Taurin für Herz, Augen und Nervensystem
  • Vitamin A in fertiger Form (Pflanzenvorstufen kann ich nicht umwandeln)
  • hochwertiges tierisches Eiweiß, das ich besonders gut verwerten kann1,2

Eine vegetarische oder vegane Ernährung kann meine biologischen Bedürfnisse nicht decken.1,2


1. Zoran DL. The carnivore connection to nutrition in cats. J Am Vet Med Assoc. 2002;221(11):1559–1567.

2. National Research Council. Nutrient requirements of dogs and cats. Washington DC: National Academies Press; 2006.

7

Lass mögliche Unverträglichkeiten gründlich abklären.

Katzen reagieren bei Futtermittelallergien oft mit Juckreiz am Kopf, Ohrproblemen, Durchfall oder Hautveränderungen.8
Neben dem Auslöser spielt häufig auch die Stabilität meines Darmmilieus eine wichtige Rolle.
Eine gezielte Diagnostik und ein strukturierter Futterplan helfen, mein Immunsystem zu entlasten und meinen Darm zu beruhigen.8


8. Sparkes AH, Papasouliotis K, Sunvold G. Gastrointestinal disorders of cats. J Feline Med Surg. 2010;12(6):456–470.

8

Füttere mich in mehreren kleinen Portionen – das entspricht meinem natürlichen Rhythmus.

In der Natur würde ich viele kleine Beutetiere über den Tag verteilt fressen.9
Mehrere kleine Mahlzeiten geben mir Sicherheit, stabilisieren meinen Energiehaushalt und unterstützen meine Verdauung.7
Bitte stelle meinen Futternapf an einen ruhigen, stressfreien Ort – so kann ich entspannt fressen.


7. Case LP, Daristotle L, Hayek MG, Raasch MF. Canine and feline nutrition. 3rd ed. St. Louis: Elsevier; 2011.

9. Bradshaw JWS, Healey LM, Thorne CJ, Macdonald DW, Arden-Clark C. Differences in food preferences between feral and domestic cats. Appl Anim Behav Sci. 2000;68(3):257–266

9

Serviere mein Futter in Zimmertemperatur – das erleichtert mir die Verdauung.

Sehr kaltes Futter muss mein Körper erst erwärmen, bevor meine Verdauungsenzyme optimal arbeiten.
Futter in Zimmertemperatur ist bekömmlicher und wird von vielen Katzen besser akzeptiert.7


7. Case LP, Daristotle L, Hayek MG, Raasch MF. Canine and feline nutrition. 3rd ed. St. Louis: Elsevier; 2011.

10

Achte auf hygienische Näpfe und frisches Wasser.

Ich bin sehr geruchssensibel und reagiere schnell auf Veränderungen im Napf oder im Wasser.7
Frische Näpfe und regelmäßig erneuertes Wasser fördern meine Aufnahme und unterstützen meine Verdauung – und tragen viel zu meinem Wohlbefinden bei.7


7. Case LP, Daristotle L, Hayek MG, Raasch MF. Canine and feline nutrition. 3rd ed. St. Louis: Elsevier; 2011.

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