Cushing-Syndrom beim Hund: Symptome, Behandlung & Alltag
- Hinter dem Cushing-Syndrom beim Hund steckt ein hormonell bedingtes Krankheitsbild, bei dem sich dauerhaft zu viel Cortisol im Körper befindet.
- Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und werden anfangs häufig mit normalen Alterserscheinungen verwechselt.
- Typische Symptome für Cushing beim Hund sind u. a. starker Durst, häufiges Wasserlassen, gesteigerter Appetit, ein Hängebauch sowie Haut- und Fellveränderungen.
- Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Cushing-Syndroms und besteht meist aus einer langfristigen medikamentösen Therapie.
- Bei einer frühzeitigen Diagnose und individuell angepassten Behandlung können viele Hunde mit Cushing-Syndrom noch lange eine gute Lebensqualität haben.
- Informiere Dich über das Cushing-Syndrom und mögliche Begleiterkrankungen, damit Du Veränderungen bei Deinem Hund früh erkennen kannst.
- Lass Deinen Hund tierärztlich untersuchen, wenn er plötzlich deutlich mehr trinkt, ständig hungrig wirkt oder weitere typische Cushing-Symptome wie einen Hängebauch zeigt.
- Wenn Dein Hund Cushing hat, halte regelmäßige Kontrolltermine in der Tierarztpraxis ein, damit die Behandlung bei Bedarf angepasst werden kann.
- Achte auf eine hochwertige und gut verträgliche Ernährung, die den Stoffwechsel möglichst wenig belastet.
- Passe den Alltag Deines Lieblings an seine Bedürfnisse an: mit ausreichend Ruhe, möglichst wenig Stress und Bewegung, die ihm guttut.
Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen beim Cushing-Syndrom. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deines Hundes ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!
Was ist das Cushing-Syndrom beim Hund?
Das Cushing-Syndrom beim Hund (auch Hyperadrenokortizismus genannt) ist ein hormonell bedingtes Krankheitsbild, bei dem der Cortisolspiegel im Körper über längere Zeit erhöht ist. Hinter dem Cushing-Syndrom können verschiedene Ursachen stecken. Gemeinsam ist ihnen, dass der Körper dauerhaft zu viel Cortisol bildet oder der Hund über längere Zeit mit Kortisonpräparaten behandelt wird. Kortison gehört zu den sogenannten Glukokortikoiden – einer Gruppe von Medikamenten, die im Körper ähnlich wirken wie das natürliche Hormon Cortisol.
Cortisol wird häufig als Stresshormon bezeichnet
Tatsächlich erfüllt es im Körper viele wichtige Aufgaben. Es beeinflusst unter anderem den Stoffwechsel, das Immunsystem, den Wasserhaushalt, die Muskulatur, Haut und Fell, das Verhalten sowie die Funktion verschiedener Organe. In einer normalen Menge ist Cortisol deshalb lebenswichtig. Problematisch wird es erst, wenn der Cortisolspiegel dauerhaft erhöht ist. In diesem Fall können viele Körperfunktionen aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch entwickeln sich häufig Beschwerden, die schleichend beginnen und anfangs oft schwer einzuordnen sind.
Welche Hunde bekommen häufig Cushing?
Das Cushing-Syndrom tritt vor allem bei älteren Hunden auf. Die meisten betroffenen Tiere sind bei der Diagnose zwischen neun und elf Jahre alt¹. Grundsätzlich können Hunde jeder Rasse erkranken. Etwas häufiger betroffen sind jedoch unter anderem Pudel, Dackel, Deutsche Schäferhunde, Deutscher Boxer sowie Retriever- und Terrier-Rassen. Außerdem scheinen Hündinnen etwas häufiger zu erkranken als Rüden².
Warum bekommt ein Hund das Cushing-Syndrom?
Je nachdem, wo die Störung im Hormonsystem entsteht, unterscheidet man verschiedene Formen des Cushing-Syndroms.
- Hypophysenabhängiges Cushing-Syndrom (Morbus Cushing): In ca. 80-85 % der Fälle ist die Ursache ein Tumor der Hypophyse 3. Die Hypophyse ist eine kleine Hormondrüse im Gehirn, die viele wichtige Körperfunktionen steuert. Der Tumor ist in der Regel nicht bösartig, sorgt aber dafür, dass die Drüse dauerhaft zu aktiv ist. Sie bildet dann vermehrt das Hormon ACTH, das die Nebennieren dazu anregt, mehr Cortisol zu produzieren, als der Körper benötigt.
- Nebennierenbedingtes Cushing-Syndrom: In ca. 15-20 % der Fälle befindet sich die Ursache direkt in den Nebennieren 4. Meist ist ein Tumor dafür verantwortlich, dass die betroffene Nebenniere dauerhaft zu viel Cortisol bildet. Der Tumor kann einseitig auftreten, in seltenen Fällen sind beide Nebennieren betroffen.
- Iatrogenes Cushing-Syndrom: Diese Form kann als Folge einer längerfristigen oder hoch dosierten Behandlung mit Kortisonpräparaten entstehen.
Welche Symptome hat ein Hund mit Cushing?
Welche Symptome auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, hängt unter anderem von der Ursache, dem Krankheitsverlauf und dem Cortisolspiegel ab. Nicht jeder Hund zeigt alle typischen Anzeichen: manche Symptome bleiben mild, andere werden mit der Zeit deutlicher.
Typische Symptome von Cushing beim Hund sind:
- Starker Durst und häufiges Wasserlassen: Viele Hunde trinken deutlich mehr als gewöhnlich und müssen entsprechend häufiger Urin absetzen. Manche werden nachts unruhig oder verlieren plötzlich Urin im Haus.
- Ständig großer Appetit: Viele betroffene Hunde wirken dauerhaft hungrig und verlangen häufiger nach Futter.
- Hängebauch: Ein runder, nach unten hängender Bauch gehört zu den typischen Symptomen eines Cushing-Syndroms. Ursache sind unter anderem ein Abbau der Bauchmuskulatur, Fettumverteilung und eine vergrößerte Leber. Zusätzlich kann eine stark gefüllte Harnblase den Eindruck eines runderen Bauchs verstärken.
- Muskelschwäche und Leistungsabfall: Betroffene Hunde verlieren nach und nach Muskelmasse, besonders an der Hinterhand. Treppensteigen, Aufstehen oder längere Spaziergänge fallen ihnen oft schwerer.
- Haut- und Fellveränderungen: Das Fell wird häufig dünner, wächst schlechter nach oder fällt symmetrisch an Flanken und Rumpf aus. Gleichzeitig kann die Haut dünn und empfindlich werden, sodass kleine Verletzungen schlechter heilen. In manchen Fällen entstehen Mitesser oder Hautverkalkungen. Typisch ist außerdem, dass das Fell nach dem Scheren oder einer medizinisch notwendigen Rasur nur sehr langsam oder manchmal gar nicht nachwächst.
- Hecheln und Unruhe: Manche Hunde hecheln auffällig häufig (auch ohne große Anstrengung oder hohe Temperaturen) und wirken insgesamt unruhiger.
- Veränderungen im Bereich der Geschlechtshormone: Rüden können kleinere Hoden entwickeln, bei Hündinnen bleibt die Läufigkeit manchmal aus oder tritt deutlich seltener auf.
Mögliche Begleiterkrankungen und Folgen vom Cushing Syndrom
Bleibt Cushing unbehandelt, können weitere gesundheitliche Probleme auftreten. Nicht jeder Hund entwickelt Begleiterkrankungen, das Risiko kann aber mit der Dauer und Ausprägung des Cushing-Syndroms zunehmen. Dazu gehören unter anderem:
- Lebervergrößerung und erhöhte Leberwerte
- Diabetes mellitus
- Bluthochdruck
- Wiederkehrende Haut- oder Harnwegsinfektionen
- Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
- Neurologische Symptome (z. B. Orientierungslosigkeit, Verhaltensveränderungen oder Krampfanfälle), insbesondere bei größeren Tumoren der Hypophyse
Wie erkenne ich das Cushing-Syndrom beim Hund frühzeitig?
Das Cushing-Syndrom entwickelt sich meist schleichend. Viele Hundehalter und Halterinnen führen die ersten Veränderungen auf das Älterwerden ihres Lieblings zurück, weshalb die Erkrankung oft über Wochen oder sogar Monate unentdeckt bleibt. Achte deshalb auf Veränderungen, die sich langsam entwickeln oder mit der Zeit zunehmen.
Zu den ersten möglichen Anzeichen für Cushing beim Hund gehören:
- Vermehrtes Trinken und häufigeres Wasserlassen
- Auffallend großer Appetit
- Häufiges Hecheln ohne erkennbare Ursache
- Nachlassende Belastbarkeit oder schnellere Erschöpfung
- Veränderungen an Haut und Fell, z. B. stumpfes Fell oder langsamer nachwachsendes Fell
Für sich allein müssen diese Anzeichen noch nicht auf ein Cushing-Syndrom hindeuten. Treten jedoch mehrere Symptome gleichzeitig auf oder verstärken sie sich nach und nach, solltest Du Deinen Hund tierärztlich untersuchen lassen. Je früher Cushing erkannt wird, desto eher kann eine passende Behandlung beginnen und die Lebensqualität Deines Hundes erhalten bleiben.
Wie wird Cushing beim Hund diagnostiziert?
Besteht der Verdacht auf ein Cushing-Syndrom, beginnt die Diagnose mit einer gründlichen tierärztlichen Untersuchung. Da viele Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, sind mehrere Untersuchungen nötig, um die Ursache sicher einzugrenzen.
Allgemeine Untersuchung
Zunächst erkundigt sich die Tierärztin oder der Tierarzt nach den Beschwerden und untersucht den Hund gründlich.
Blut- und Urinuntersuchung
Eine Blutuntersuchung kann erste Hinweise auf ein Cushing-Syndrom liefern. Im Blut zeigen sich häufig Veränderungen wie erhöhte Leber- oder Cholesterinwerte, ein erhöhter Blutzucker oder ein sogenanntes Stressleukogramm, also eine typische Veränderung der weißen Blutkörperchen. Eine einmalige Bestimmung des Cortisolspiegels reicht für die Diagnose nicht aus, da dieser im Tagesverlauf schwankt. Eine Urinuntersuchung kann unter anderem Hinweise auf einen verdünnten Urin oder Harnwegsinfektionen geben. Diese Untersuchungen allein reichen für die Diagnose eines Cushing-Syndroms nicht aus, helfen aber dabei, den Verdacht weiter einzugrenzen und andere Erkrankungen auszuschließen.
Spezielle Hormontests
Um den Verdacht zu bestätigen, kommen spezielle Hormontests zum Einsatz.
- Low-Dose-Dexamethason-Suppressionstest (LDDST): Dieser Test überprüft, ob der Körper die Cortisolproduktion nach der Gabe eines kortisonähnlichen Medikaments ausreichend herunterregeln kann. Er gehört zu den wichtigsten Tests zur Diagnose eines Cushing-Syndroms.
- ACTH-Stimulationstest: Hierbei wird untersucht, wie die Nebennieren auf ein künstliches Hormonsignal reagieren. Dieser Test wird unter anderem eingesetzt, um bestimmte Formen des Cushing-Syndroms besser einzuordnen oder den Behandlungserfolg zu kontrollieren.
- Urin-Cortisol-Kreatinin-Quotient (UCCR): In manchen Fällen kann zusätzlich das Verhältnis von Cortisol zu Kreatinin im Urin bestimmt werden. Dieser Test eignet sich vor allem als ergänzende Untersuchung.
Ultraschall sowie CT oder MRT
Ein Ultraschall des Bauchraums hilft dabei, die Nebennieren zu beurteilen und Veränderungen an der Leber oder anderen Organen zu erkennen. So lässt sich häufig besser einschätzen, welche Form des Cushing-Syndroms vorliegt. Besteht der Verdacht auf einen größeren Tumor oder zeigen Hunde neurologische Symptome, können zusätzlich eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein.
Wie wird Cushing beim Hund behandelt?
Die Behandlung richtet sich danach, ob beim Hund Morbus Cushing oder eine andere Form des Cushing-Syndroms vorliegt und wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind. Ziel ist es, den Cortisolspiegel zu normalisieren, Beschwerden zu lindern und Folgeerkrankungen möglichst zu vermeiden. In vielen Fällen brauchen betroffene Hunde eine langfristige oder sogar lebenslange Behandlung, damit der Cortisolspiegel stabil bleibt.
Medikamentöse Behandlung
In den meisten Fällen wird das Cushing-Syndrom mit Medikamenten behandelt. Am häufigsten kommt dabei der Wirkstoff Trilostan zum Einsatz. Er hemmt die Bildung von Cortisol in den Nebennieren. Bei vielen Hunden verbessern sich dadurch unter anderem Trinkmenge, Harnabsatz, Appetit und Allgemeinbefinden. Damit die Behandlung sicher und wirksam bleibt, sind regelmäßige Kontrollen in der Tierarztpraxis wichtig. Kann Trilostan nicht eingesetzt werden oder wirkt es nicht ausreichend, stehen in bestimmten Fällen weitere Medikamente zur Verfügung.
Operative Behandlung
Liegt die Ursache in einem Tumor der Nebenniere, kann diese in manchen Fällen operativ entfernt werden. Ist die Operation erfolgreich, besteht die Möglichkeit, dass das Cushing-Syndrom dadurch geheilt wird. Da es sich um einen größeren Eingriff handelt, wird jedoch sorgfältig geprüft, ob eine Operation für den Hund infrage kommt. Liegt der Tumor dagegen in der Hypophyse, können in spezialisierten Tierkliniken je nach Größe und Lage des Tumors eine Operation oder Strahlentherapie infrage kommen.
Behandlung des iatrogenen Cushing-Syndroms
Ist das Cushing-Syndrom durch eine längerfristige Behandlung mit Kortisonpräparaten entstanden, wird die Medikation in der Regel nicht plötzlich abgesetzt. Stattdessen wird die Dosis unter tierärztlicher Kontrolle schrittweise angepasst. So soll verhindert werden, dass die Nebennieren „überfordert“ werden und ein gefährlicher Mangel an körpereigenem Cortisol entsteht.
Regelmäßige Kontrollen sind wichtig
Auch nach Beginn der Behandlung sollte Dein Hund regelmäßig tierärztlich untersucht werden. So lässt sich überprüfen, ob die Therapie gut wirkt und die Dosierung weiterhin passt. Außerdem können mögliche Nebenwirkungen oder Begleiterkrankungen frühzeitig erkannt werden. Zu Beginn der Behandlung sind die Kontrollen oft häufiger, später finden sie (abhängig vom Gesundheitszustand des Hundes) in größeren Abständen statt.
Cushing beim Hund ganzheitlich betrachtet
In der ganzheitlichen Tiermedizin wird beim Cushing-Syndrom der gesamte Organismus betrachtet. Man geht davon aus, dass verschiedene Körpersysteme eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig beeinflussen. Dazu gehören u. a. Gehirn, Nebennieren, Schilddrüse sowie Magen, Darm und Leber. Da Cortisol als wichtiges Stresshormon auf nahezu den gesamten Körper wirkt, kann ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel verschiedene Beschwerden verursachen und zahlreiche Stoffwechselprozesse beeinflussen. Nach ganzheitlicher Auffassung kann dies den Bedarf an Energie und bestimmten Mikronährstoffen erhöhen und den gesamten Organismus zusätzlich belasten.
Stress- und Schilddrüsenachse im Zusammenspiel
Im Mittelpunkt stehen zwei hormonelle Steuerungssysteme: die sogenannte Stressachse (Verbindung zwischen Gehirn und Nebenniere) und die Schilddrüsenachse (Verbindung zwischen Gehirn und Schilddrüse). Nach ganzheitlicher Auffassung stehen beide Systeme in engem Austausch. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann dieses Zusammenspiel beeinflussen. Gleichzeitig können chronischer Stress, Schmerzen oder anhaltende Entzündungen den Körper zusätzlich belasten. Dadurch können sich Stoffwechsel und die Aktivierung bestimmter Hormone verändern. Dies kann den Stoffwechsel verlangsamen und Beschwerden wie Müdigkeit, Muskelschwäche, Gewichtszunahme oder Fellveränderungen verstärken. Nach den Erfahrungen der 5-E™ Tierarztpraxis können sich diese Veränderungen gegenseitig verstärken und einen sich selbst erhaltenden Kreislauf bilden.
Magen, Darm und Leber mit im Blick
In der ganzheitlichen Tiermedizin spielen auch Magen, Darm und Leber eine wichtige Rolle. Sie unterstützen unter anderem die Verdauung, die Nährstoffversorgung und zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Werden diese Organe belastet, kann sich dies aus ganzheitlicher Sicht auf den gesamten Organismus auswirken. Deshalb werden sie in der 5-E™ Tierarztpraxis häufig ergänzend beurteilt und – wenn nötig – in das Therapiekonzept einbezogen.
Läuft die Verdauung rund, bleibt Ihr Liebling gesund: So funktioniert die Verdauung beim Hund.
Die Bedeutung der „Mitte“
Ein weiterer ganzheitlicher Baustein ist die sogenannte „Mitte“. Damit sind die Verbindungen zwischen Zwerchfell, Rückenfaszien sowie Magen, Milz und Leber gemeint. Nach den Erfahrungen der 5-E™ Tierarztpraxis können Spannungen oder Bewegungseinschränkungen in diesem Bereich wichtige Körperfunktionen zusätzlich beeinflussen und bestehende Beschwerden verstärken.
Den Hund als Ganzes betrachten
Ziel der ganzheitlichen Betrachtung beim Cushing-Syndrom ist es, nicht nur den erhöhten Cortisolspiegel zu berücksichtigen, sondern den gesamten Organismus zu unterstützen. Dazu gehören die Entlastung und Unterstützung des Stoffwechsels, das Einbeziehen von Magen, Darm und Leber, die Förderung der Regeneration sowie das Berücksichtigen möglicher Belastungsfaktoren wie chronischem Stress. Auch eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen wird als wichtiger Baustein gesehen, um Stoffwechsel und Regeneration zu unterstützen.
Was darf ein Hund mit Cushing fressen?
Eine spezielle Diät, die für alle Hunde mit Cushing-Syndrom geeignet ist, gibt es nicht. Welche Ernährung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Allgemeinzustand, möglichen Begleiterkrankungen und der individuellen Verträglichkeit ab. Grundsätzlich profitieren viele Hunde von einer hochwertigen, gut verdaulichen und ausgewogenen Ernährung, die den Stoffwechsel möglichst wenig belastet.
- Hochwertige Eiweißquellen liefern wichtige Bausteine für den Erhalt der Muskulatur, da viele Hunde mit Cushing im Verlauf Muskelmasse verlieren.
- Gut verdauliche Zutaten können Magen und Darm entlasten und die Nährstoffaufnahme unterstützen.
- Ausgewogene Fett- und Kohlenhydratversorgung: Da Cortisol den Zucker- und Fettstoffwechsel beeinflusst, sollte die Ernährung an die individuellen Bedürfnisse des Hundes angepasst werden. Liegen Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus vor, sollte die Fütterung entsprechend abgestimmt werden.
- Bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen kann dazu beitragen, Stoffwechsel und Regeneration zu unterstützen.
Kann ein Hund mit Cushing alt werden?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Lebenserwartung hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Ursache des Cushing-Syndroms, dem Zeitpunkt der Diagnose, möglichen Begleiterkrankungen, dem Allgemeinzustand des Hundes und dem Erfolg der Behandlung.
Wird das Cushing-Syndrom früh erkannt und konsequent behandelt, können viele Hunde noch über Jahre eine gute Lebensqualität haben. Dafür ist häufig eine dauerhafte Behandlung mit Medikamenten erforderlich. Wichtig sind außerdem regelmäßige tierärztliche Kontrollen, damit die Therapie bei Bedarf angepasst werden kann. Auch im Alltag lässt sich ein Hund mit Cushing gut unterstützen. Mehr dazu erfährst Du im nächsten Abschnitt.
Mein Hund hat Cushing – wie kann ich ihn im Alltag unterstützen?
Tipp 1) Bewegung an die Belastbarkeit anpassen
Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um Muskulatur und Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten. Achte aber darauf, Deinen Hund nicht zu überfordern. Mehrere kürzere Spaziergänge sind oft besser geeignet als lange oder besonders anstrengende Touren.
Tipp 2) Haut und Fell im Blick behalten
Weil Haut und Fell bei Hunden mit Cushing häufig empfindlicher sind, lohnt es sich, sie regelmäßig zu kontrollieren. Achte auf kahle Stellen, kleine Verletzungen oder Hautveränderungen und lasse Auffälligkeiten frühzeitig tierärztlich abklären.
Tipp 3) Regelmäßige Kontrollen wahrnehmen
Auch wenn es Deinem Hund gut geht, sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig. So kann die Tierarztpraxis überprüfen, ob die Behandlung weiterhin gut wirkt und die Dosierung bei Bedarf anpassen.
Tipp 4) Den Alltag möglichst ruhig gestalten
Feste Routinen bei Fütterung, Spaziergängen und ausreichend Erholungszeiten geben Deinem Hund Sicherheit und helfen dabei, unnötigen Stress zu vermeiden.
Tipp 5) Lebensqualität im Blick behalten
Du kennst Deinen Hund am besten, deshalb fallen Dir kleine Veränderungen im Verhalten oder Wohlbefinden oft zuerst auf. Sprich Auffälligkeiten wie vermehrten Durst, einen veränderten Appetit oder nachlassende Belastbarkeit frühzeitig in der Tierarztpraxis an. Häufig reicht schon eine Anpassung der Behandlung, damit sich Dein Liebling wieder besser fühlt.
Was passiert, wenn Cushing beim Hund nicht behandelt wird?
Ein unbehandeltes Cushing-Syndrom schreitet in der Regel langsam fort. Meist nehmen die Beschwerden mit der Zeit zu und können die Lebensqualität des Hundes deutlich beeinträchtigen. Viele Hunde trinken und urinieren immer mehr, verlieren Muskelmasse und entwickeln zunehmend Haut- und Fellprobleme. Auch die Leistungsfähigkeit nimmt oft weiter ab.
Mit der Zeit steigt außerdem das Risiko für verschiedene Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, wiederkehrende Haut- oder Harnwegsinfektionen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder Blutgerinnsel (Thrombosen oder Thromboembolien). Je nach Ursache des Cushing-Syndroms können weitere Komplikationen auftreten. Bei einem größeren Tumor der Hypophyse können beispielsweise neurologische Symptome wie Verhaltensveränderungen, Orientierungslosigkeit oder Krampfanfälle hinzukommen.
Die gute Nachricht: Wird das Cushing-Syndrom früh erkannt und konsequent behandelt, lassen sich die Beschwerden bei vielen Hunden deutlich lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen verringern.
Wie kann man Cushing beim Hund vermeiden?
Cushing lässt sich meist nicht gezielt verhindern. Die Erkrankung wird häufig durch Veränderungen der Hypophyse oder Nebennieren ausgelöst, auf die Du keinen Einfluss hast. Es gibt aber Maßnahmen, die helfen können, die Erkrankung möglichst früh zu erkennen oder das Risiko eines medikamentös bedingten Cushing-Syndroms zu verringern.
1. Veränderungen rechtzeitig wahrnehmen
Achte bei Deinem Hund auf typische Cushing-Symptome und lass ihn frühzeitig in der Tierarztpraxis untersuchen.
2. Regelmäßige Gesundheitschecks wahrnehmen
Gerade bei älteren Hunden sind regelmäßige Gesundheitschecks besonders wichtig. Durch Blut- und Urinuntersuchungen lassen sich erste Veränderungen oft schon erkennen, bevor Dein Hund deutlich krank wirkt. So besteht die Chance, ein Cushing-Syndrom oder andere Erkrankungen frühzeitig zu entdecken und zu behandeln.
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3. Kortison verantwortungsvoll einsetzen
Kortison ist bei vielen Erkrankungen ein wichtiges und oft unverzichtbares Medikament. Damit es sicher angewendet werden kann, sollte es immer nach tierärztlicher Anweisung und nur so lange wie nötig gegeben werden. Bei einer längerfristigen Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Setze Kortisonpräparate niemals eigenständig ab, sondern sprich Veränderungen der Behandlung immer mit Deiner Tierarztpraxis ab.
4. Stress möglichst reduzieren
Stress ist nicht Ursache eines Cushing-Syndroms. Da Cortisol jedoch als körpereigenes Stresshormon eine wichtige Rolle spielt, kann ein möglichst ruhiger und geregelter Alltag den Organismus zusätzlich entlasten. Ausreichende Ruhephasen, feste Routinen und eine artgerechte Beschäftigung tragen dazu bei, das Wohlbefinden Deines Hundes zu fördern.
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- Vitamin C trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
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Häufige Fragen
Quellen
Leonczuk B. (2011). Untersuchungen zum Hyperadrenokortizismus beim Hund Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover O’Neill D. G. et al. (2023). Epidemiology of Cushing’s syndrome in dogs attending UK primary-care veterinary practicesWeitere interessante Artikel
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