Pudel

Steckbrief

Schulterhöhe Rüde/Hündin

Großpudel: 45 bis 60 cm
Kleinpudel: 35 bis 45 cm
Zwergpudel: 28 bis 35 cm
Toy-Pudel: 24 bis 28 cm

Gewicht durchschnittlich Rüde/Hündin: ohne Angaben im Standard


Woher

Pudelähnliche, kleine gelockte Hunde waren schon in der Antike Begleiter feiner Damen. Ab dem 16. Jh. finden wir sie häufig auf Gemälden großer Meister. Im Barock und Rokoko waren sie außerordentlich beliebt. Die Pudellocke ist typisch für alle Wasserhunde, die wir an Europas Küsten von den Niederlanden bis nach Italien finden und die viele heutige Jagd- und Hütehundrassen prägten. Diese Wasserhunde waren keine jagenden Hunde, sondern sie waren die Hunde der Bauern, die für alle Arbeiten gut sein mussten, wozu auch die Jagd zur Bereicherung des Speisenplanes gehörte, vor allem Wasservögel, die während des Zuges an den Küsten rasteten. Im Schilf zu stöbern und geschossene Vögel aus eiskaltem Wasser zu apportieren war ihre Hauptaufgabe. Auf den Höfen dienten sie als Wachhunde, halfen am Vieh und vertilgten Ratten und Mäuse. Ein kluger Allroundhund, der gerne mit seinen Menschen arbeitete.

Das gelockte Fell schließt Luft ein und schützt so im eiskalten Wasser. Teilweise Schuren sollten den Brustraum schützen und die empfindliche Nierenparte später rasch trocknen lassen, so die Erklärungsversuche für das kahle Hinterteil, was seit alters her belegt und keine modische Neuheit ist. Längst vor Beginn der Rassehundezucht galt der Pudel als der kluge Begleiter schlechthin und wurde auch von Stadtmenschen gerne gehalten. Damals war der so genannte Schnürenpudel mit langen, verfilzten Rastalocken beliebt und es gab Hundefriseure, die der Herrschaft die lästige Pflege abnahmen. Berühmtheiten schmückten sich mit einem Pudel und priesen seine Treue und Klugheit. Doch wegen des oft verschmutzten und schwierig zu pflegenden Fells verlor der Pudel in Zeiten, in denen man sich kein Personal leisten konnte, an Popularität. Auch war das geschorene Hinterteil nicht jedermanns Sache und so erlebte der kleine Pudel erst in den 1950er Jahren wieder einen unerhörten Aufschwung, als sich ein Pudelfreund über alle Vorgaben hinwegsetzte und den Hunden eine praktische, hübsche Frisur verpasste, mit der jeder gut leben konnte. Es sollte Jahre und erbitterte Kämpfe kosten, bis sie Anerkennung fand, aber heute sind im Ausstellungsring noch viele Hunde mit Löwenschur zu finden. Der Schnürenpudel ist ein ganz seltener Gast auf großen Shows. Dieses übertriebene Frisieren stößt viele Hundefreunde ab, nicht nur wegen der Arbeit, sondern weil es einfach unnatürlich ist. Dennoch muss der Pudel mit seinem unendlich wachsenden Haar geschoren werden, und kurz gehalten wirkt er sportlich elegant und bezaubert durch elegante Bewegungen.

Pudel gibt es in mehreren Größen und Farbvariationen, was ihren besonderen Reiz ausmacht, denn für jeden Geschmack lässt sich der richtige Hund finden, vom Winzling bis zum sportlichen Großpudel.


Charakter

Pudel sind fröhlich, aufgeschlossen, wachsam aber gut verträglich, immer zu Aktion bereit und schließen sich sehr eng an ihre Menschen an. Das Temperament reicht von quirlig bei den Kleinen zu etwas gesetzter, aber dennoch sehr temperamentvoll beim Großpudel. Ich bezweifle, dass die Kleinen den gleichen Ursprung haben wie die Großen, die zweifellos auf die Wasserhunde zurückgehen. Großpudel zeigen sehr oft eine hohe Jagdpassion und sind meist zuverlässige Beschützer.


Geeignet für

Pudel sind sehr anpassungsfähig und die Kleinen eignen sich für jeden Haushalt. Bei kleinen Kindern sollte es nicht gerade ein Zwerg sein, der bei Senioren hervorragend aufgehoben ist. Für sportlich ambitionierte Menschen bietet sich der Großpudel an. Er ist schnell, gewandt und sprunggewaltig. Nichts, das der Großpudel nicht leisten könnte. Rettungshund, Mantrailer, Agility, Dogdance - was auch immer. Der Pudel macht alles mit, lässt sich gut motivieren und führen. Besonders die kleinen Pudel haben eine sehr hohe Lebenserwartung und bewahren bis ins hohe Alter ihren jugendlichen Charme.


Anspruch an die Familie

Pudel wollen in erster Linie immer mit ihren Menschen zusammen sein. Sie lernen gerne und rasch, so dass jegliche Beschäftigung mit ihnen Freude macht und man sie auch fördern sollte. Das gilt für alle Größen. Die Kleinen gehen gerne spazieren und lassen sich gut mit Spiel jeder Art beschäftigen. Die Großen sind sehr viel anspruchsvoller, sie brauchen viel Bewegung, sinnvolle Beschäftigung und konsequente Erziehung. Die Fellpflege ist bei allen aufwändig. Man kann jedoch lernen sie selbst kurz zu halten, wenn man nicht alle paar Wochen zum Hundefriseur und täglich kämmen will. Dafür haben sie den großen Vorteil keine Haare zu verlieren!


Farben

schwarz, weiß, braun, grau, apricot, rotfalb, in Deutschland als Neufarben auch gescheckt und schwarz-markenfarbig
Labrador Retriever
Rottweiler