Hund leckt sich die Pfoten: Ursachen erkennen und richtig handeln


Golden Retriever liegt entspannt auf dem Teppich und leckt sich die Pfote
Dein Hund liegt schon wieder da und schleckt an seiner Pfote — mal kurz, mal wie in Gedanken versunken? Gelegentliches Lecken ist normal, wird es aber häufiger oder bleibt auf eine Stelle konzentriert, lohnt sich ein genauerer Blick. In diesem Ratgeber erfährst Du die häufigsten Ursachen, woran Du ein Warnzeichen erkennst und was Du konkret tun kannst.

Hund leckt sich die Pfoten: Das Wichtigste im Überblick
  • Gelegentliches, kurzes Pfotenlecken zur Fellpflege ist normal — auffällig wird es erst, wenn Dein Hund häufig, lange oder immer an derselben Stelle leckt. 
  • Die häufigsten Ursachen sind Allergien und Futterunverträglichkeiten, Parasiten, trockene oder gereizte Haut, Fremdkörper wie Grannen sowie Stress oder Langeweile.
  • Ein oft übersehener Zusammenhang: Manche Hunde lecken sich bei Übelkeit oder Verdauungsproblemen eher die Pfoten oder Lippen als dass sie offensichtliche Bauchsymptome zeigen.
  • Rötungen, offene Stellen, Schwellungen oder anhaltendes, panisches Lecken sind Warnzeichen, die tierärztlich abgeklärt werden sollten. 
  • Mit einem regelmäßigen Pfotencheck, der richtigen Ernährung und – falls nötig – tierärztlicher Unterstützung lässt sich die Ursache in den meisten Fällen gut in den Griff bekommen.
So gehst Du vor, wenn Dein Hund sich die Pfoten leckt
  • Beobachte, wie oft, wie lange und an welcher Stelle Dein Hund leckt, statt sofort einzugreifen. 
  • Untersuche die betroffene Pfote vorsichtig auf Rötungen, Fremdkörper, Wunden oder Schwellungen. 
  • Prüfe, ob das Lecken mit anderen Auffälligkeiten einhergeht — etwa Juckreiz am ganzen Körper, Schmatzen oder verändertem Appetit. 
  • Reduziere kurzfristig Stressfaktoren und biete mehr Beschäftigung an, falls Du eine Verhaltensursache vermutest. 
  • Vereinbare einen Tierarzttermin, wenn Du eines der weiter unten genannten Warnzeichen bemerkst.

Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Pfotenlecken. Zur genauen Abklärung der Ursache und Behandlung Deines Hundes ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!


Ist Pfotenlecken beim Hund normal oder ein Warnzeichen? 

Hunde nutzen ihre Zunge zur Fellpflege, und dazu gehört auch gelegentliches Ablecken der Pfoten — etwa nach dem Spaziergang, um Schmutz oder kleine Steinchen zu entfernen, oder als beruhigendes Ritual vor dem Einschlafen. Dieses kurze, situationsbezogene Lecken ist normal und muss Dich nicht beunruhigen. Eine allgemeingültige Minuten- oder Häufigkeitsgrenze gibt es nicht.

Aussagekräftiger ist, ob das Lecken gegenüber dem individuellen Normalverhalten deutlich zunimmt, immer wieder dieselbe Stelle betrifft, schwer unterbrechbar wird oder bereits Haut und Fell verändert. Auffällig wird es in der Regel, wenn Dein Hund immer wieder dieselbe Stelle beleckt, dabei unruhig wirkt, sich das Fell an der Stelle bereits verfärbt oder verklebt hat oder das Verhalten ihn offensichtlich vom Schlafen oder Spielen abhält. Auch wenn sich das Lecken über mehrere Tage hinzieht oder wiederholt auftritt, statt nach kurzer Zeit von selbst wieder aufzuhören, ist das ein guter Anlass, genauer hinzuschauen. 

Vielen Halter:innen fällt das Lecken besonders abends oder nachts auf – das liegt oft schlicht daran, dass abends weniger Ablenkung herrscht und Ruhephasen mehr Gelegenheit zum Lecken bieten, nicht zwangsläufig daran, dass sich die eigentliche Ursache verschlimmert. Fällt Dir das Lecken vor allem nachts auf, hilft trotzdem derselbe Blick wie tagsüber: Beobachte Ort, Dauer und Begleitsymptome, statt allein aus dem Zeitpunkt Rückschlüsse zu ziehen.


Warum leckt sich mein Hund die Pfoten? Die häufigsten Ursachen

Es gibt nicht die eine Ursache für Pfotenlecken — meist lohnt sich ein Ausschlussverfahren. Anhaltendes Lecken hat in aller Regel eine körperliche Grunderkrankung als Auslöser (allergisch, orthopädisch oder neurologisch bedingt), zu der sich mit der Zeit oft noch eine Verhaltenskomponente gesellt 3. Die folgenden Auslöser kommen am häufigsten vor. 

Ob Allergie, Parasit oder Stress: Pfotenlecken hat viele mögliche Auslöser – auch die Verdauung kann eine Rolle spielen.

Allergien und Futterunverträglichkeiten

Umweltallergien (zum Beispiel gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Gräser) und unerwünschte Futtermittelreaktionen zählen zu den häufigen Ursachen für Juckreiz an den Pfoten — die Pfoten gehören neben Gesicht, Ohren, Vorderbeinen und Bauch zu den Körperregionen, die bei Allergien häufig betroffen sind1.

Bei Pollen kann ein saisonales Muster auffallen, während beispielsweise Hausstaubmilben ganzjährig Beschwerden verursachen können. Eine Futtermittelallergie lässt sich anhand der Hautsymptome allein nicht zuverlässig von einer Umweltallergie unterscheiden; bei entsprechendem Verdacht ist eine konsequent durchgeführte Eliminationsdiät mit anschließender Provokation der diagnostische Standard.

Wenn Dein Hund zusätzlich häufig an Ohren oder Bauch juckt oder wiederkehrende Hautprobleme an mehreren Körperstellen zeigt, kann das ein weiterer Hinweis auf eine Allergie sein.

Parasiten und Hautinfektionen

Auch Parasiten oder eine bakterielle bzw. durch Hefen bedingte Hautinfektion können zu Juckreiz und Lecken an den Pfoten führen. Relevant sind je nach Situation unter anderem Herbstgrasmilben sowie Milben wie Demodex oder Sarcoptes; auch Flöhe können allergischen Juckreiz verstärken. Bakterien und Hefen wie Malassezia können primär beteiligt sein oder sich sekundär auf bereits gereizter Haut vermehren. Hinweise können Rötung, Schwellung, nässende oder krustige Stellen, unangenehmer Geruch, Haarverlust oder schmerzhafte Veränderungen zwischen den Zehen sein.

Entzündungen zwischen den Zehen sind häufig schmerzhaft und können zu Lahmheit führen; Allergien gehören zu den häufigen Ursachen wiederkehrender Fälle². Welche Parasitenprophylaxe sinnvoll ist, hängt von individuellem Risiko, Region und Lebensweise ab und sollte tierärztlich abgestimmt werden. Eine Hautveränderung, die schnell wieder auftritt, obwohl Du bereits gehandelt hast, gehört tierärztlich abgeklärt. 

Ein besonders häufiger und saisonal gut erkennbarer Auslöser sind Herbstgrasmilben: winzige, orangerote Larven, die sich vor allem im Spätsommer und Herbst auf Wiesen und in hohem Gras aufhalten und sich bevorzugt zwischen den Zehen, an den Pfotenballen oder am Bauch festsetzen. Der dadurch ausgelöste Juckreiz kann sehr ausgeprägt sein. Nach Spaziergängen durch Wiesen in dieser Jahreszeit lohnt sich deshalb ein gezielter Blick zwischen die Zehen.

Fremdkörper, Grannen und Verletzungen

Kleine Fremdkörper wie Grannen, Steinchen oder Splitter können sich zwischen den Zehen festsetzen und dort für plötzliches, meist einseitiges Lecken sorgen — oft direkt nach einem Spaziergang durch hohes Gras oder Unterholz. Mehr zu dieser häufigen Akutursache liest Du in unserem Beitrag zu Grannen beim Hund.

Auch ein Insektenstich an der Pfote kann kurzfristig zu starkem Lecken und einer sichtbaren Schwellung führen — mehr dazu in unserem Beitrag zu  Insektenstich beim Hund. Kleinere Kratzer, eingerissene Krallen oder aufgescheuerte Ballen zählen ebenfalls zu den mechanischen Ursachen, die meist schnell wieder abheilen, aber trotzdem beobachtet werden sollten.

Fängt Dein Hund zusätzlich zum Lecken an zu humpeln oder belastet die Pfote spürbar weniger, ist das ein deutliches Zeichen für eine mechanische Ursache wie einen Fremdkörper, eine eingerissene Kralle oder eine Verletzung — dann sollte die Pfote zeitnah tierärztlich untersucht werden, statt nur weiter zu beobachten.

Stress, Langeweile und Verhaltensursachen

Manche Hunde lecken sich die Pfoten aus Anspannung, Langeweile, Angst oder als erlerntes Beruhigungsverhalten. Eine Verhaltensursache sollte jedoch nicht vorschnell angenommen werden: Gerade anhaltendes Lecken hat häufig zunächst einen körperlichen Auslöser wie Juckreiz oder Schmerz3.

Für eine Verhaltenskomponente spricht eher, wenn das Lecken in bestimmten Situationen zuverlässig auftritt, beispielsweise bei Anspannung, Alleinsein oder in Ruhephasen, und keine ausreichende körperliche Ursache gefunden wird. Gleichzeitig können sich körperliche und verhaltensbedingte Faktoren gegenseitig verstärken: Lecken reizt die Haut zusätzlich, die gereizte Haut juckt oder schmerzt stärker und fördert wiederum weiteres Lecken. Mehr Beschäftigung, feste Routinen und ausreichend Ruhephasen können unterstützend helfen, ersetzen bei anhaltendem Lecken aber nicht die körperliche Abklärung.

Andere, seltenere Ursachen

Deutlich seltener können auch hormonelle beziehungsweise endokrine Erkrankungen, immunvermittelte Hauterkrankungen oder neurologische beziehungsweise orthopädische Beschwerden hinter anhaltendem Lecken stecken. Diese Ursachen lassen sich nicht durch Beobachtung von zu Hause aus unterscheiden — hält das Lecken trotz erster Maßnahmen an oder kommen weitere Symptome hinzu, ist eine tierärztliche Abklärung der sicherste Weg.

Leckt Dein Hund neben den Pfoten auch auffällig häufig am After oder „fährt Schlitten" (rutscht mit dem Hinterteil über den Boden), liegt die Ursache oft nicht bei den Pfoten selbst, sondern bei den Analdrüsen. Mehr dazu, woran Du das erkennst und was hilft, liest Du in unserem Ratgeber Gesunde Analdrüsen beim Hund.


Der oft übersehene Zusammenhang: Pfotenlecken und Verdauung

Ein Aspekt, der in vielen Ratgebern zu kurz kommt: Die Pfote zeigt, wo es juckt – aber nicht unbedingt, wo die Ursache liegt. Haut und Pfoten sind Teil eines Organismus und stehen über Stoffwechsel, Immunsystem und Blutkreislauf mit anderen Organsystemen in Verbindung. Besonders gut belegt ist der Zusammenhang mit der Verdauung: Bei unerwünschten Futtermittelreaktionen können Magen-Darm-Beschwerden und Hautsymptome gemeinsam auftreten – die Pfoten gehören dabei zu den häufig betroffenen Regionen. Wichtig zu betonen: Das bedeutet nicht, dass der Magen-Darm-Trakt das Pfotenlecken auslöst, sondern dass beides denselben zugrunde liegenden Auslöser haben kann.

Wichtig ist die Abgrenzung: Geht das Lecken vor allem mit Schmatzen, Grasfressen oder aufgeblähtem Bauch einher, lohnt sich ein Blick in unseren Beitrag zu Sodbrennen beim Hund — dort ordnen wir dieses verwandte, aber eigenständige Thema ausführlich ein. Zeigt sich das Lecken dagegen klar lokal an einer Pfote mit Rötung oder Schwellung, ist eher eine der oben genannten Ursachen wahrscheinlich.

Vertiefung: Welche Rolle spielen Darmbarriere und Mikrobiom?

Darm und Immunsystem sind eng miteinander verbunden: Mikrobielle Stoffwechselprodukte, Antigene und Immunmediatoren, die im Darm entstehen, können über den Blutkreislauf auch an anderen Stellen des Körpers Wirkung zeigen – Entzündungsreaktionen lassen sich deshalb nicht immer nur lokal betrachten. Das Blut ist dabei Transportweg für Nährstoffe, Stoffwechselprodukte, Hormone und Immunmediatoren zwischen Organen und Geweben, keine „Müllhalde" für Giftstoffe, die gezielt über die Pfoten ausgeschieden würden.

„Wenn Hunde vermehrt an Pfoten oder Lippen lecken, lohnt sich neben der Haut auch immer ein Blick auf die Verdauung — beides hängt enger zusammen, als viele denken.“

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Tierarzt Thomas Backhaus
Profilbild von Tierarzt Thomas Backhaus

Mythos oder Wahrheit: Entgiftet der Hund über seine Pfoten?

Nein. Im medizinischen Sinne gelten die Pfoten nicht als Entgiftungsorgan. Die Ballen besitzen zwar Schweißdrüsen, eine gezielte Ausscheidung von „Giftstoffen" über die Pfoten ist aber nicht belegt – Leber und Nieren spielen bei Biotransformation und Ausscheidung die wesentlich größere Rolle. Dass Pfoten bei allergischen Hauterkrankungen trotzdem eine typische Problemstelle sind, liegt eher an Hautbarriere, lokalen Entzündungsreaktionen und der Neigung zu Sekundärinfektionen als an einer besonderen Ausscheidungsfunktion. 


Wann Du mit Deinem Hund zum Tierarzt solltest

Die folgende Ampel dient der Orientierung. Entscheidend sind Intensität, Dauer, sichtbare Veränderungen und der Allgemeinzustand des Hundes: 

Beobachten, wenn:

  • Gelegentliches, kurzes Lecken ohne sichtbare Hautveränderung. 
  • Hund wirkt ansonsten unauffällig. 
Zeitnah tierärztlich abklären, wenn:

  • Wiederkehrendes Lecken an derselben Stelle über mehrere Tage. 
  • Leichte Rötung oder verändertes Fell an der Leckstelle. 
  • Lecken bessert sich nicht mit einfachen Maßnahmen. 
Sofortige Abklärung, wenn:

  • Offene, blutende oder stark geschwollene Stellen.
  • Plötzliches, panisches oder unstillbares Lecken.
  • Zusätzliche Symptome wie Lahmheit, Fieber oder starke Berührungsempfindlichkeit. 

Bei Welpen, älteren Hunden und Tieren mit relevanten Vorerkrankungen empfiehlt sich eine niedrigere Schwelle für die tierärztliche Abklärung, insbesondere wenn zusätzlich Appetit, Aktivität oder Allgemeinbefinden verändert sind. Bei sehr kleinen Hunden ist die Körpergröße allein dagegen kein eigenständiger Grund für eine andere Bewertung des Pfotenleckens. 


Pfotencheck: So untersuchst Du die Pfoten Deines Hundes

  • Setze Deinen Hund ruhig hin und nimm eine Pfote sanft in die Hand. 
  • Schau zwischen die Zehen und unter die Ballen — achte auf Fremdkörper, Rötungen, wunde Stellen oder Verklebungen im Fell. 
  • Vergleiche die betroffene Pfote mit den anderen drei, um Auffälligkeiten leichter zu erkennen. 
  • Prüfe vorsichtig, ob Dein Hund beim Berühren der Stelle empfindlich reagiert. 
  • Wiederhole den Check über ein paar Tage, um zu sehen, ob sich etwas verändert oder verbessert. 
So kontrollierst Du die Pfoten Deines Hundes systematisch – von den Zehenzwischenräumen bis zum Vergleich mit den anderen Pfoten.

Eine Diagnose anhand eigener Beobachtung ist damit nicht möglich und auch nicht das Ziel — der Pfotencheck hilft Dir vor allem dabei, dem Tierarzt oder der Tierärztin gezielt zu berichten, was Dir aufgefallen ist.


Was Du selbst tun kannst, wenn Dein Hund sich die Pfoten leckt

Bei leichten, oberflächlichen Reizungen ohne offene, nässende oder stark entzündete Haut kann ein Pfotenbad zur sanften Reinigung und Pflege sinnvoll sein. Unser PFÖTCHENBAD wird mit 1 TL auf 300 ml warmes Wasser angesetzt; die Pfote wird kurz eingetaucht und anschließend mit einem Handtuch sorgfältig abgetrocknet, besonders zwischen den Zehen. Es enthält unter anderem Bio-Reiskeimöl, Bio-Schwarzkümmelöl, Bio-Calendulaöl und Sheabutter.

Eine pauschale maximale Anwendungshäufigkeit lässt sich ohne Kenntnis der Hautursache nicht festlegen; bei wiederholter Anwendung sollte darauf geachtet werden, dass die Haut nicht aufweicht oder zusätzlich gereizt wird. 

Auf aggressive Desinfektionsmittel, ätherische Öle oder andere nicht für Tiere vorgesehene Zusätze sollte ohne tierärztliche Empfehlung verzichtet werden. Bei trockenen oder stark beanspruchten, aber nicht akut infizierten Hautstellen kann anschließend eine kleine Menge SKIN MANUKA BALSAM äußerlich aufgetragen und sanft einmassiert werden. Der Balsam enthält unter anderem Calendulaöl, Hanföl, Schwarzkümmelöl, Manuka-Honig, Kokosöl, Sheabutter und Bienenwachs und ist als Pflegeprodukt für beanspruchte Haut gedacht.

Wichtig: Bei offenen oder tiefen Wunden, starker Schwellung, Eiter, deutlichen Schmerzen oder Anzeichen einer Infektion sind Pfotenbad und Balsam kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung.

Vermutest Du eine Verhaltensursache, helfen oft mehr Bewegung, geistige Beschäftigung (zum Beispiel Schnüffelspiele oder Suchspiele) und feste Tagesabläufe, die Deinem Hund Sicherheit geben. Gerade bei Hunden, die viel allein sind, lohnt sich zusätzlich ein Blick darauf, ob mehr Abwechslung im Alltag das Leckverhalten reduziert.

Achte außerdem darauf, dass Dein Hund nicht durch das Lecken selbst eine zusätzliche Reizung oder Infektion begünstigt — Fell, das an der betroffenen Stelle ständig feucht ist, bietet Bakterien und Hefepilzen zusätzlichen Nährboden. Ein spürbar verändertes Leckverhalten ist deshalb immer ein guter Anlass, noch einmal genauer hinzuschauen oder tierärztlichen Rat einzuholen. 


Pfotenlecken vorbeugen: Ernährung, Pflege und Darmgesundheit

Da sowohl Haut als auch Verdauung beim Thema Pfotenlecken eine Rolle spielen können, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen: eine hochwertige, gut verträgliche Ernährung kann die Haut von innen unterstützen und gleichzeitig die Verdauung entlasten. Das passt zu einem Grundgedanken, der bei „Das Gesunde Tier" immer wieder eine Rolle spielt: Gesunde Hunde beginnen im Darm — vieles, was sich äußerlich an Fell und Haut zeigt, hat seinen Ursprung auch im Inneren.

Ergänzend hilft eine regelmäßige Pfotenpflege dabei, Fremdkörper und beginnende Reizungen frühzeitig zu erkennen, bevor daraus ein größeres Problem wird. Dazu gehört zum Beispiel, die Ballen nach Spaziergängen kurz auf Verletzungen zu prüfen und das Fell zwischen den Zehen bei Bedarf zu kürzen, damit sich dort weniger Fremdkörper oder Feuchtigkeit sammeln.

Bist Du unsicher, ob das Futter Deines Hundes zu seinen Bedürfnissen passt, kann Dir unser Futterberater eine erste Orientierung geben.


Noch Fragen?

Wenn Du unsicher bist, ob das Pfotenlecken Deines Hundes noch im normalen Rahmen liegt oder abgeklärt werden sollte, muss das nicht bis zum nächsten Praxistermin warten. Unser Team von DGT MEDICAL hilft Dir, die Situation online einzuordnen und die nächsten Schritte zu besprechen.


Produktempfehlungen

Produktempfehlungen dienen ausschließlich der unterstützenden Pflege beziehungsweise ernährungsphysiologischen Begleitung und richten sich nach der vermuteten Ursache. Bei anhaltendem Juckreiz, Schmerzen, offenen Stellen oder Infektionszeichen sollte zuerst tierärztlich abgeklärt werden.

Fütterung 

  • SKIN oder SKIN MINI (Trockenfutter) und DOGLICIOUS SKIN (Nassfutter): hypoallergenes Spezialfutter zur Unterstützung der Hautfunktion. Da Futtermittelreaktionen zu den häufigsten Ursachen für Pfotenlecken zählen (siehe oben), ist eine gezielt hypoallergene Fütterung oft die wirksamste Einzelmaßnahme – deutlich wirksamer als ein einzelnes Ergänzungsfuttermittel. 

Findest Du selbst keine passende Lösung oder ist die Ursache unklar, hilft Dir eine individuelle Futterumstellung oft mehr als das Ausprobieren einzelner Produkte:

  • Futterberater: für die Auswahl des passenden Futters zur aktuellen Situation Deines Hundes. 
  • Ernährungsberatung bei DGT MEDICAL: für eine individuelle Einordnung, wenn Futterumstellung allein nicht ausreicht oder mehrere Ursachen zusammenspielen könnten. 

Ergänzungsfuttermittel

  • ENTERO BIOM: Prä-, Pro- und Postbiotika zur ernährungsphysiologischen Unterstützung des Darmmikrobioms. Passt direkt zum oben beschriebenen Darm-Haut-Zusammenhang – sinnvoll, wenn neben dem Pfotenlecken auch Verdauungsauffälligkeiten bestehen. 
  • VITAMIN B12: zum Ausgleich bei Vitamin-B12-Mangel, unterstützt Energiestoffwechsel und die normale Funktion des Nervensystems. B12 wird über den Darm aufgenommen – bei empfindlicher Verdauung kann die Aufnahme eingeschränkt sein, weshalb sich dieses Produkt ebenfalls an die Darm-Haut-Verbindung anknüpft. 
  • CIRCULA CURA: Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Durchblutungsfunktion, mit Seealgen. Eine gute lokale Durchblutung ist Voraussetzung für die Regeneration gereizter oder wund geleckter Hautstellen. 

Äußere Pflege

  • SKIN MANUKA BALSAM: Zur äußeren Pflege stark beanspruchter und pflegebedürftiger Hautstellen. Eine kleine Menge nach Bedarf auftragen und sanft einmassieren; die Augenpartie aussparen. Bei offenen, tiefen, nässenden oder infizierten Wunden sowie deutlicher Schwellung oder Schmerzhaftigkeit zunächst tierärztlich abklären. 
  • PFÖTCHENBAD: Zur sanften Reinigung und Pflege beanspruchter Pfoten und Ballen. 1 TL in 300 ml warmes Wasser geben, Pfoten kurz baden und anschließend sorgfältig abtrocknen. Nicht als Behandlung einer Infektion oder offenen Wunde darstellen. 

Passt keines der genannten Produkte zur individuellen Situation Deines Hundes, ist eine persönliche Einschätzung über unsere tierärztliche Online-Beratung der sinnvollere nächste Schritt als eine pauschale Produktempfehlung. 


Fazit

Pfoten beobachten, Ursache eingrenzen, im Zweifel abklären lassen.

Gelegentliches Pfotenlecken gehört zur normalen Fellpflege eines Hundes und ist meist kein Grund zur Sorge. Wird es häufiger, intensiver oder bleibt auf eine Stelle konzentriert, lohnt sich ein genauer Blick auf Haut, Pfoten und Verhalten. Je nach Begleitsymptomen können außerdem Schmerzen, Allergien, Infektionen oder auch der Magen-Darm-Trakt eine Rolle spielen. Mit einem regelmäßigen Pfotencheck und der passenden Unterstützung lässt sich die Ursache häufig besser eingrenzen — bei Unsicherheit oder sichtbaren Warnzeichen ist eine tierärztliche Abklärung der richtige Weg.


Häufige Fragen

Bei offenen, blutenden oder stark geschwollenen Stellen, plötzlichem oder unstillbarem Lecken sowie zusätzlichen Symptomen wie Lahmheit oder Fieber solltest Du zeitnah einen Tierarzttermin vereinbaren.
Bei leichten, oberflächlichen Reizungen ohne offene oder entzündete Haut kann ein Pfotenbad zur sanften Reinigung und Pflege sinnvoll sein. Das PFÖTCHENBAD wird mit 1 TL auf 300 ml warmes Wasser angesetzt; die Pfote kurz eintauchen und anschließend sorgfältig abtrocknen. Bei trockenen oder stark beanspruchten Hautstellen kann ergänzend eine kleine Menge SKIN MANUKA BALSAM äußerlich aufgetragen werden. Bei offenen, nässenden, stark entzündeten oder schmerzhaften Stellen sind Pflegeprodukte kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung.
Bei Magen-Darm-Beschwerden können Hunde Verhaltensweisen wie Lippenlecken, Schmatzen, häufiges Schlucken oder übermäßiges Ablecken von Oberflächen zeigen. Für Pfotenlecken als direktes Zeichen von Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden ist die Datenlage dagegen begrenzt. Treten gleichzeitig Verdauungssymptome auf, sollte der Magen-Darm-Trakt dennoch in die Gesamtbeurteilung einbezogen werden.
Ja, Stress, Langeweile oder Trennungsangst können Pfotenlecken auslösen oder verstärken. Mehr Beschäftigung und feste Routinen können hier unterstützend wirken.
Wird die Stelle wund oder offen, ist ein Hausmittel nicht mehr ausreichend — hier sollte zeitnah tierärztlicher Rat eingeholt werden, um eine Infektion zu vermeiden.
Häufiges Lecken an Vorderbeinen oder Pfoten kann auf Hautreizungen, Allergien, Fremdkörper oder auch Verhaltensursachen wie Stress hindeuten. Ein Pfotencheck und gegebenenfalls eine tierärztliche Abklärung helfen bei der Einordnung.
Eine allgemeingültige Minuten- oder Häufigkeitsgrenze gibt es nicht. Als grobe Orientierung gilt: Kurzes, gelegentliches Lecken zur Fellpflege ist unauffällig. Wird das Lecken gegenüber dem normalen Verhalten deutlich häufiger, betrifft wiederholt dieselbe Stelle, lässt sich kaum unterbrechen oder entstehen Haut- beziehungsweise Fellveränderungen, sollte genauer hingeschaut und bei anhaltenden Beschwerden tierärztlich abgeklärt werden.
Meist steckt eine von mehreren möglichen Ursachen dahinter — von Allergien über Parasiten und trockene Haut bis zu Stress oder gelegentlich auch Verdauungsbeschwerden. Gelegentliches Lecken ist normal, häufiges oder anhaltendes Lecken sollte beobachtet werden.

Quellen

1 Allergies in Dogs 2 Abscesses Between the Toes (Interdigital Furunculosis) in Dogs Merck & Co. 3 Shumaker, A. K. (2019). Diagnosis and Treatment of Canine Acral Lick Dermatitis

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Über Tierarzt Dávid Zárecký

Ich bin Tierarzt mit einem ganzheitlichen, nachhaltigen und vorsorgeorientierten Ansatz. Mein beruflicher Weg begann in der Slowak ... Weiterlesen

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