Sodbrennen beim Hund: Ursachen, Symptome & was wirklich hilft
- Sodbrennen beim Hund entsteht, wenn Magensäure oder Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließt und dort die empfindliche Schleimhaut reizt.
- Ein solcher Rückfluss wird auch Reflux genannt. Er kann vereinzelt vorkommen, ohne dass daraus sofort Beschwerden entstehen müssen.
- Problematisch wird Reflux beim Hund vor allem dann, wenn er immer wieder auftritt oder über längere Zeit anhält.
- Mögliche Anzeichen sind z. B. Schmatzen, Leerschlucken, Würgen, nächtliche Unruhe, Grasfressen oder Fressunlust.
- Bleibt Sodbrennen länger bestehen, kann es die Speiseröhre reizen und in schweren Fällen zu Entzündungen oder weiteren Komplikationen führen.
- Informiere Dich hier über mögliche Ursachen von Sodbrennen beim Hund und lass auffällige Beschwerden bei Deinem Liebling tierärztlich abklären.
- Achte darauf, ob die Symptome bei Deinem Hund z. B. nach Stress, hastigem Fressen, fettreichem Futter oder langen Fresspausen auftreten.
- Biete Deinem Hund möglichst gut verträgliches, eher leicht verdauliches Futter an und gib ihm keine (gewürzten) Essensreste vom Tisch.
- Wenn Dein Hund öfter Sodbrennen oder Magenprobleme hat, solltest Du ihn regelmäßig tierärztlich untersuchen lassen, um die Ursache abzuklären und die Behandlung bei Bedarf anzupassen.
Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Sodbrennen. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deines Hundes ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!
Wie arbeitet der Magen beim Hund?
Um Sodbrennen beim Hund besser verstehen zu können, hilft zunächst ein Blick darauf, wie Speiseröhre und Magen zusammenarbeiten.
Nachdem Dein Hund sein Futter gekaut und geschluckt hat, gelangt es über den Rachen in die Speiseröhre. Am Anfang und Ende der Speiseröhre sitzen ringförmige Muskeln, die sich wie eine Art Verschluss öffnen und schließen. Der obere Schließmuskel öffnet sich beim Schlucken, damit Futter und Flüssigkeit weitertransportiert werden können. Der untere Schließmuskel bildet den Übergang zum Magen und hilft normalerweise dabei, zu verhindern, dass saurer Mageninhalt zurück in die Speiseröhre gelangt.
Der Magen speichert das Futter zunächst, durchmischt und zerkleinert es und bereitet es für den Weitertransport in den Darm vor.
Außerdem beginnt hier schon ein Teil der Vorverdauung, vor allem von Eiweißen. Dafür produziert der Magen Magensäure und Verdauungsenzyme. Die Magensäure hilft nicht nur bei der Verdauung, sondern trägt auch dazu bei, die Zahl von Keimen im Futter zu verringern. Darüber hinaus werden im Magen und in der Bauchspeicheldrüse Stoffe gebildet, die wichtig für die Aufnahme von Vitamin B12 sind. Der Magen spielt außerdem eine Rolle bei der hormonellen Steuerung der Verdauung.
Die Bildung der Magensäure ist ein fein abgestimmter Vorgang.
Schon der Gedanke an Futter, sein Geruch oder der Schluckvorgang können dem Körper signalisieren, sich auf die Verdauung vorzubereiten. Kommt das Futter im Magen an, wird besonders viel Säure produziert. Wandert der Nahrungsbrei weiter in den Darm, wird die Säureproduktion wieder an den Bedarf angepasst. Die Säure selbst wird von speziellen Zellen der Magenschleimhaut (Parietalzellen) gebildet und über eine sogenannte Protonenpumpe in den Magen abgegeben. Ein wichtiger Botenstoff ist dabei Histamin: Er wird von bestimmten Zellen der Magenschleimhaut freigesetzt und gibt den Parietalzellen das Signal, mehr Magensäure zu produzieren.
Obwohl der Magen starke Säure bildet, ist die Magenwand normalerweise gut geschützt.
Dafür sorgen verschiedene körpereigene Schutzmechanismen: Die Schleimhaut erneuert sich sehr schnell, alte Zellen werden laufend abgestoßen und ersetzt, und eine gute Durchblutung hilft dabei, Säure zu neutralisieren und abzutransportieren. Zusätzlich legt sich eine Schleimschicht wie ein Schutzfilm über die Magenwand. In dieser Schleimschicht befindet sich auch Bicarbonat, das Säure direkt an der Oberfläche abpuffern kann. Außerdem tragen körpereigene Stoffe (sogenannte Prostaglandine) zum Schutz der Magenschleimhaut bei.
Was bedeutet Sodbrennen beim Hund?
Von Sodbrennen spricht man, wenn Magensäure oder Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließt und dort die Schleimhaut reizt. Dieser Rückfluss wird auch Reflux genannt. Ein solcher Rückfluss kann vereinzelt vorkommen, ohne dass daraus Beschwerden entstehen müssen, zum Beispiel kurz nach dem Fressen. Belastend wird es vor allem dann, wenn Reflux beim Hund immer wieder auftritt oder über längere Zeit anhält. Tritt er chronisch auf und verursacht Beschwerden, spricht man von einer Refluxerkrankung bzw. einem gastroösophagealen Reflux.
Das eigentliche Sodbrennen ist also nicht die Ursache, sondern das Symptom, das durch diesen Rückfluss entsteht. Die Magensäure reizt die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre und kann dort Entzündungen verursachen. Fachlich spricht man dann von einer Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis). Auch der Bereich am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen kann dabei mitgereizt oder mitentzündet sein.
Wie entsteht Sodbrennen beim Hund?
Sodbrennen beim Hund kann verschiedene Ursachen haben. Oft entsteht es dann, wenn der untere Schließmuskel der Speiseröhre nicht mehr zuverlässig verhindert, dass saurer Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließt. Wird dieser Bereich immer wieder gereizt, kann sich die Schleimhaut entzünden. Auch der Schließmuskel selbst kann dadurch in seiner Funktion beeinträchtigt werden.
So kann ein Teufelskreis entstehen: Magensäure steigt in die Speiseröhre auf, die Schleimhaut wird gereizt und kann sich entzünden. Dadurch funktioniert der natürliche Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen oft noch schlechter und es kann erneut zu Reflux kommen.
Häufige Auslöser oder begünstigende Faktoren für Sodbrennen beim Hund sind:
- Verzögerte Magenentleerung, wenn der Mageninhalt zu lange im Magen bleibt
- Erhöhter Druck im Bauchraum, zum Beispiel bei Übergewicht
- Chronisches Erbrechen oder häufiges Nüchternerbrechen
- Magenprobleme wie eine Reizung oder Magenschleimhautentzündung (Gastritis) beim Hund
- Übermäßige Magensäureproduktion
Auch eine Magenübersäuerung beim Hund kann eine Rolle spielen.
Sie kann unter anderem begünstigt werden durch:
- Stress
- Futtermittelunverträglichkeiten
- Ungünstige Fütterung (z. B. sehr große Portionen oder stark wechselnde Futtersorten)
- Zu hoher Fettgehalt: Zu viel Fett kann die Magenentleerung verlangsamen und dazu beitragen, dass der Magen länger stark sauer bleibt.
Sodbrennen kann außerdem zusammen mit einer Magenschleimhautentzündung auftreten. Umgekehrt können Reizungen der Magenschleimhaut Reflux beim Hund begünstigen. Solche Schleimhautschäden können verschiedene Ursachen haben, wie Stress, bestimmte Medikamente, Infektionen, Parasiten oder andere Grunderkrankungen.
Weitere begünstigende Erkrankungen
- Erkrankungen von Niere, Leber oder Bauchspeicheldrüse können Magenprobleme und Reflux beim Hund begünstigen.
- In manchen Fällen kann Reflux auch nach einer Narkose auftreten.
- In der Fachliteratur wird diskutiert, ob ein verändertes Mikrobiom im Magen-Darm-Trakt bei Reflux eine Rolle spielen könnte. 1,2.
Woran erkenne ich Sodbrennen beim Hund?
Sodbrennen und Magenübersäuerung können sich sehr unterschiedlich äußern. Manche Hunde zeigen nur subtile Anzeichen, andere deutlich oder anhaltend.
Mögliche Anzeichen von Sodbrennen oder Magenübersäuerung beim Hund sind:
- Schmatzen oder vermehrtes Maullecken: Kann u. a. auf Übelkeit, eine Reizung der Speiseröhre, Gastritis beim Hund oder aufsteigenden Reflux mit vermehrter Speichelproduktion hinweisen.
- Häufiges Leerschlucken und vermehrtes Speicheln: Passt zu einer gereizten Speiseröhre oder dazu, dass aufsteigender Reflux und Speichel immer wieder abgeschluckt werden.
- Würgen, Regurgitieren und Schmerzen beim Schlucken: Deuten darauf hin, dass Speiseröhre oder Rachenbereich mitbetroffen sein können.
- Husten ohne erkennbare Erkältung: Sollte ernst genommen werden, denn Studien deuten darauf hin, dass bei chronischem Husten manchmal auch Magen- und Speiseröhrenprobleme beteiligt sind 3.
- Nächtliche Unruhe: Kann auftreten, weil der Hund Sodbrennen in Ruhephasen stärker wahrnimmt.
- Grasfressen oder Nüchternerbrechen: Kann zu Magenübersäuerung oder Übelkeit passen und wird häufig bei Hunden mit Sodbrennen beobachtet, kann aber auch andere Ursachen haben.
- Abschlecken von Boden, Gegenständen oder Pfoten: Wenn ein Hund viel leckt, kann das auf Übelkeit oder Sodbrennen hinweisen, ist aber unspezifisch und kommt auch bei Stress vor.
- Gebetshaltung: Kann darauf hinweisen, dass der Hund Schmerzen im Bauch- oder Brustbereich hat.
- Mundgeruch: Sodbrennen kann beim Hund Mundgeruch verursachen, wenn hochgewürgter, saurer Mageninhalt im Maulbereich verbleibt.
Welche langfristigen Folgen kann Sodbrennen beim Hund haben?
Bleibt Sodbrennen über längere Zeit bestehen oder wird es nicht ausreichend behandelt, kann es zu verschiedenen Langzeitfolgen kommen. Dazu gehören vor allem:
- Chronische Entzündung der Speiseröhre
- Schmerzen beim Schlucken und Futtervermeidung
- Gewichtsverlust
- Narbige Verengung der Speiseröhre
- Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch Einatmen von Mageninhalt)
- Wiederkehrende Beschwerden und Neigung zu Rückfällen
Je früher eingegriffen wird, desto größer ist die Chance, solche Folgen zu verhindern und die Lebensqualität des Hundes langfristig zu erhalten.
Wie wird Sodbrennen beim Hund diagnostiziert?
Wenn ein Hund Anzeichen von Sodbrennen zeigt, ist der erste Schritt eine gründliche tierärztliche Untersuchung. Dabei wird geklärt, ob tatsächlich Reflux vorliegt und was die Ursache ist. Am Anfang steht ein Gespräch zu den Beschwerden und eine körperliche Untersuchung. Je nach Befund kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein, um Hinweise auf Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder Grunderkrankungen zu erhalten.
Abklärung möglicher Ursachen
Sodbrennen ist oft ein Folgeproblem. Deshalb werden in der Tierarztpraxis mögliche Auslöser mit geprüft, zum Beispiel:
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
- Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)
- Futtermittelunverträglichkeiten oder Fütterungsfehler
- Fremdkörper in Speiseröhre oder Magen
- Störungen der Magenentleerung oder der Magenbeweglichkeit
- Erkrankungen von Niere, Leber oder Bauchspeicheldrüse
Bildgebende Verfahren
Um andere Ursachen auszuschließen und den Magen-Darm-Trakt genauer zu beurteilen, kommen häufig bildgebende Verfahren zum Einsatz:
- Röntgenaufnahmen können helfen, Veränderungen wie einen deutlich erweiterten Speiseröhrenabschnitt oder Fremdkörper zu erkennen.
- Eine Ultraschalluntersuchung des Magens kann helfen, die Magenwand genauer zu beurteilen und z. B. Schleimhautveränderungen, Hinweise auf Magengeschwüre oder eine verminderte Beweglichkeit des Magens sichtbar zu machen.
Weiterführende Diagnostik
Wenn die Beschwerden stark sind, immer wiederkehren oder unklar bleiben, können weitere Untersuchungen notwendig sein:
- Schluckstudien mit Röntgen- oder Videotechnik, um zu sehen, wie Futter und Flüssigkeit durch Rachen und Speiseröhre transportiert werden und ob es zu Rückfluss oder Verschlucken kommt.
- Magenspiegelung (Endoskopie), um Speiseröhre und Magen von innen anzuschauen.
- Biopsien, um Entzündungen, Geschwüre oder andere Veränderungen genauer zu beurteilen.
Ergänzende Diagnoseverfahren
Ergänzend zu den klassischen Verfahren nutzen wir in der 5-E™ Tierarztpraxis auch ganzheitliche Ansätze, um zusätzliche Hinweise zum Zustand des Verdauungssystems zu gewinnen. Dazu gehören spezielle Kotanalysen sowie die Vitalblutanalyse unter dem Dunkelfeldmikroskop . Ziel ist es, ergänzende Hinweise auf mögliche Auffälligkeiten im Bereich von Magen- oder Darmschleimhaut, Darmmikrobiom oder Verdauungsprozessen zu erhalten. Diese Verfahren ersetzen nicht die tierärztliche Basisdiagnostik, können aber ergänzend eingesetzt werden, um Therapie und Fütterung individuell auf den Hund abzustimmen.
Tipp: Wenn Du mehr über die Vitalblutanalyse erfahren möchtest, dann klick Dich in diesen Ratgeber .
Was hilft bei Sodbrennen beim Hund?
Die Behandlung richtet sich immer danach, wie stark die Beschwerden sind und welche Ursache dahintersteckt. Ziel ist es, den Reflux zu verringern, die gereizte Speiseröhre zu entlasten und mögliche Auslöser mit zu berücksichtigen. Oft besteht die Behandlung aus mehreren Bausteinen.
Angepasste Fütterung
- Viele Hunde mit Sodbrennen kommen besser mit Futter zurecht, das leicht verdaulich, eher fettarm und möglichst schonend zusammengestellt ist.
- Auch histaminarme Zutaten und hochwertige Produkte mit klarer Deklaration können sinnvoll sein.
- Futter in Zimmertemperatur wird oft besser vertragen als direkt aus dem Kühlschrank.
- Stark gewürzte Essensreste sind für Hunde generell nicht geeignet.
- Je nach Situation können außerdem eine überwiegende Fütterung mit Trockenfutter oder eine Kombination aus Trocken- und Nassfutter passend sein.
Ergänzende Unterstützung
Je nach Befund können auch ergänzende Maßnahmen besprochen werden, wie die Gabe bestimmter Ergänzungsfuttermittel oder naturheilkundliche Ansätze. Dazu zählen zum Beispiel Präparate, die Schleimstoffe für die Magen- und Darmschleimhaut oder Stoffe zur Unterstützung der Darmflora enthalten. Solche Maßnahmen ersetzen jedoch keine tierärztliche Behandlung, sondern kommen begleitend infrage.
Medikamente
Hat ein Hund stärkere Beschwerden oder ist die Speiseröhre schon gereizt, können in der Tierarztpraxis auch Medikamente eingesetzt werden. Dazu zählen je nach Situation Mittel gegen Übelkeit, Schleimhautschutzpräparate oder Medikamente, die die Bildung von Magensäure bremsen, wie Protonenpumpenhemmer oder Histamin-H2-Blocker.
- Protonenpumpenhemmer blockieren die „Säurepumpe“ im Magen und senken so die Säuremenge. Studien weisen aber darauf hin, dass eine längerfristige Gabe unter anderem die Darmflora und Verdauung beeinflussen kann 4. In der Tiermedizin wird deshalb ein eher zurückhaltender, gut begründeter Einsatz solcher Medikamente empfohlen, der regelmäßig tierärztlich kontrolliert wird.
- Histamin-H2-Blocker setzen an bestimmten Andockstellen (Rezeptoren) im Magen an und bremsen darüber das Signal, noch mehr Magensäure zu bilden.
Weitere Maßnahmen
Zusätzlich kann es helfen, den Alltag für den Hund möglichst vorhersehbar zu gestalten und Stress zu reduzieren, zum Beispiel durch feste Routinen und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. In manchen Fällen kommen außerdem weitere begleitende Verfahren infrage, die mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.
Wichtig: Welche Behandlung für Deinen Hund passend ist, hängt immer vom individuellen Befund ab. Gerade bei wiederkehrendem Sodbrennen ist es wichtig, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern nach der eigentlichen Ursache zu suchen.
Sodbrennen beim Hund ganzheitlich betrachtet
Aus ganzheitlicher Sicht wird Sodbrennen beim Hund nicht nur als Magenproblem, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs betrachtet. Dabei spielen vor allem Verdauung, Nervensystem, muskuläre Spannungen, Atmung und innere/emotionale Belastung eine Rolle. Der Gedanke dahinter: Der Magen ist mit vielen anderen Bereichen des Körpers eng verbunden und reagiert sensibel auf Stress und Anspannung im gesamten Organismus.
Magen, Zwerchfell und Körperhaltung
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Zwerchfell. Es trennt Brust- und Bauchraum voneinander, ist aber nicht nur für die Atmung wichtig, sondern steht auch mit innerer Spannung, Beweglichkeit und dem Teil des Nervensystems in Verbindung, der für Ruhe, Regeneration und Verdauung zuständig ist. Aus ganzheitlicher Sicht kann es deshalb sinnvoll sein, bei Sodbrennen auch die Atmung, Körperhaltung und Spannungsmuster mit zu betrachten. Über Bindegewebe und nervale Verbindungen wird das Zwerchfell außerdem mit weiteren Bereichen wie Hals, Kehlkopf und Nacken in Zusammenhang gebracht. So kann sich innere oder äußere Anspannung aus ganzheitlicher Sicht auch auf den Magen auswirken.
Nicht nur Säure, sondern auch Regulation
Ganzheitlich betrachtet steht bei Sodbrennen nicht immer nur die Magensäure im Vordergrund. Ebenso wichtig kann die Frage sein, wie gut das vegetative Nervensystem zwischen Anspannung und Entspannung reguliert. Vor allem der Teil des Nervensystems, der für Ruhe, Regeneration und Verdauung zuständig ist, spielt dabei eine wichtige Rolle. Man geht davon aus, dass viele Signale vom Bauchraum zum Gehirn laufen. Der Zustand von Magen und Darm kann also mit beeinflussen, wie Stress wahrgenommen und verarbeitet wird. Ist dieses System dauerhaft belastet (z. B. durch Stress, innere Unruhe oder zu wenig Erholung), kann sich das auf die Magenfunktion auswirken. Sodbrennen wird dann aus ganzheitlicher Sicht eher als Hinweis auf ein Ungleichgewicht verstanden und nicht nur als lokales Säureproblem.
Verbindung zu Hals und Kehlkopf
Aus ganzheitlicher Sicht wird der Magen außerdem mit dem Hals- und Kehlkopfbereich in Verbindung gebracht. Deshalb können Beschwerden im Magen-Darm-Bereich manchmal auch zusammen mit Räuspern, Engegefühl im Hals oder Druck im oberen Brustbereich wahrgenommen werden. Umgekehrt können anhaltende Spannungen im Hals- und Nackenbereich den gesamten oberen Verdauungstrakt funktionell mit beeinflussen. Gleichzeitig steht der Kehlkopf in vielen ganzheitlichen Konzepten auch für Ausdruck und „sich Mitteilen“: Sodbrennen kann dann sinnbildlich wie innerer Druck erlebt werden, der nach oben steigt und sich bemerkbar machen will.
Was das für Dich bedeutet
Wenn Dein Hund Sodbrennen hat, kann es aus ganzheitlicher Sicht sinnvoll sein, nicht nur Magen und Speiseröhre, sondern auch Stressbelastung, Erholungsphasen, Fütterung, Körperhaltung und Spannungen im Hals- und Zwerchfellbereich mit zu berücksichtigen. Das ersetzt keine tierärztliche Behandlung, kann aber helfen, mögliche belastende Faktoren umfassender einzuordnen.
Wie kann man Sodbrennen beim Hund vermeiden?
Sodbrennen entsteht selten „einfach so“: Oft spielen Fütterung, Stress und der allgemeine Gesundheitszustand Deines Hundes zusammen. Wenn Du diese Faktoren im Blick behältst, kannst Du viel dafür tun, Magen und Speiseröhre möglichst wenig zu belasten und Beschwerden vorzubeugen.
1. Geeignetes Futter wählen
Biete Deinem Hund ein eher fettarmes, gut verdauliches und hochwertiges Futter an. Hohe Fettmengen belasten den Magen und können die Magenentleerung verzögern, was Sodbrennen begünstigen kann. Achte darauf, dass das Futter keine stark verarbeiteten oder lange gelagerten Komponenten enthält, wenn Dein Hund auf histaminreiche Bestandteile empfindlich reagiert.
2. Langsames, ruhiges Fressen fördern
Hunde, die ihr Futter hastig herunterschlingen, schlucken oft viel Luft. Das kann den Magen zusätzlich reizen. Du kannst langsames Fressen unterstützen, zum Beispiel mit einem Antischlingnapf, einer Schleckmatte oder Futterspielzeug, aus dem das Futter nach und nach aufgenommen werden muss.
3. Stress reduzieren
Stress kann sich auch auf den Magen-Darm-Trakt auswirken und Sodbrennen, Magenreizungen oder Magenübersäuerung begünstigen. Gönn Deinem Hund deshalb ausreichend Ruhephasen, einen vorhersehbaren Alltag und möglichst stressarme Fresssituationen (keine Hektik, kein Futterneid, ruhiger Futterplatz).
4. Medikamente bewusst einsetzen
Manche Medikamente, vor allem bestimmte Schmerzmittel (z. B. aus der Gruppe der NSAIDs) und Kortisonpräparate, können die Magenschleimhaut belasten. Sie sollten immer nur nach tierärztlicher Anweisung, in der richtigen Dosis und möglichst gezielt eingesetzt werden. Eine gleichzeitige Gabe von NSAIDs und Kortison sollte nur erfolgen, wenn der Tierarzt oder die Tierärztin das ausdrücklich so empfiehlt.
5. Verdauung und Darmflora im Blick behalten
Aus ganzheitlicher Sicht kann auch der allgemeine Zustand der Verdauung eine Rolle für die Magengesundheit spielen. In der 5-E™ Tierarztpraxis nutzen wir ergänzend Darmchecks und Vitalblutanalysen, um Hinweise auf Verdauung, Darmmilieu und Nährstoffversorgung zu erhalten. Diese Maßnahmen ersetzen keine klinische Untersuchung, können aber ergänzend dabei helfen, die Fütterung besser auf den Hund abzustimmen. Bei Interesse kannst Du über DGT MEDICAL einen Termin für eine persönliche Online-Beratung mit unserem Tierärzteteam vereinbaren.
Ist Sodbrennen beim Hund heilbar?
Sodbrennen beim Hund ist häufig gut behandelbar, vor allem wenn es früh erkannt und die Ursache gezielt behandelt wird. In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden deutlich lindern oder können sogar ganz verschwinden. Bestehen die Probleme schon länger oder kehren immer wieder, braucht der Hund meist eine engere und langfristigere Betreuung. Dann sind eine angepasste Fütterung, eine konsequente Behandlung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen besonders wichtig. Entscheidend für den Verlauf ist immer, welche Grunderkrankung dahintersteckt und wie gut sie sich behandeln lässt.
Produktempfehlungen
Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung kann ein Hund bei Sodbrennen und Magenübersäuerung ernährungsphysiologisch begleitet werden – zum Beispiel durch Futter- und Ergänzungsfuttermittel, die auf eine magenfreundliche Ernährung abgestimmt sind, die normale Verdauungsfunktion unterstützen und den Magen-Darm-Trakt möglichst wenig belasten.
1.) INTESTO ist ein Diät-Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt. Für kleine Hunde auch als INTESTO MINI erhältlich.
- Schmackhafte Schonkost mit Entenfleisch als leicht verdauliche Proteinquelle.
- Mit Banane als Pektin-Quelle, die eine magenfreundliche Ernährung unterstützen kann.
- Flohsamenschalen, Möhrentrester und Chicorée-Inulin liefern Ballaststoffe, die zur normalen Verdauungsfunktion beitragen können.
- Die fettarme und gut verdauliche Rezeptur ist darauf abgestimmt, den Stoffwechsel im Rahmen der Fütterung möglichst wenig zu belasten.
- Auch als Spezialnassfutter DOGLICIOUS INTESTO HUHN oder DOGLICIOUS INTESTO TRUTHAHN erhältlich.
2.) MASSU SHIELD TAB ist ein Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Magenschleimhautfunktion.
- Mit Pektin und Bananenpulver, die im Magen eine gelartige Schicht bilden können und so zu einer magenfreundlichen Umgebung beitragen können.
- Enthält fermentiertes Sojaprotein, das eine ausgeglichene Darmflora unterstützen kann.
- Kamille, Mädesüß und Grüntee liefern sekundäre Pflanzenstoffe und werden traditionell zur sanften Begleitung des Magen-Darm-Trakts eingesetzt.
- Geeignet als begleitende Unterstützung in Situationen, in denen der Magen vorübergehend empfindlich reagieren kann.
3.) MONO ULMENRINDE ist ein Einzelfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Begleitung der Verdauungsfunktion.
- Enthält 100 % gemahlene Rot-Ulmenrinde mit natürlichem Rohfaseranteil.
- Die enthaltenen Schleimstoffe werden traditionell zur Begleitung einer magenfreundlichen Ernährung eingesetzt.
- Der hohe Rohfaseranteil trägt zu einer normalen Verdauungsfunktion bei.
- Kann die Fütterung bei vorübergehender sensibler Verdauung und veränderter Kotbeschaffenheit sinnvoll ergänzen.
4.) HUMI PUR ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmfunktion.
- Enthält ausschließlich Huminsäuren aus Leonardit, die zur Stabilisierung der Darmschleimhaut beitragen können.
- Kann die normale Nährstoffverwertung im Rahmen der Fütterung unterstützen.
- Geeignet zur ergänzenden Fütterung bei Hunden mit sensibler Verdauung.
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Wir stehen Dir zur Seite für die Gesundheit Deines Hundes.
Wenn Dein Hund gesundheitliche Probleme hat, möchtest Du alles dafür tun, damit er sich bald wieder besser fühlt. Das Team von DGT MEDICAL berät Dich gerne zu Futter- und Ergänzungsfuttermitteln und steht Dir auch für eine Zweitmeinung oder ein Gespräch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zur Verfügung.
Häufige Fragen zu Sodbrennen beim Hund
Ist Sodbrennen schmerzhaft für Hunde?
Ja, Sodbrennen kann für Hunde schmerzhaft und sehr unangenehm sein. Viele Hunde zeigen dann deutliches Unwohlsein oder verändern ihr Fressverhalten. Beim Sodbrennen fließt saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurück. Die Schleimhaut der Speiseröhre ist viel empfindlicher als die Magenschleimhaut und nicht dafür gemacht, dauerhaft mit Magensäure in Kontakt zu kommen. Dadurch kann es zu einem brennenden Gefühl, Schmerzen und Reizungen kommen. Hält der Rückfluss länger an oder kehrt immer wieder, kann sich die Speiseröhrenschleimhaut entzünden und geschädigt werden, was die Beschwerden zusätzlich verstärkt.
Kann Sodbrennen beim Hund von alleine wieder verschwinden?
Ja, leichte Formen können manchmal von alleine abklingen, z. B. wenn der Magen nur kurzfristig gereizt war oder der Hund einmalig etwas Ungewöhnliches gefressen hat. Häufig steckt hinter Sodbrennen aber eine Magen- oder Speiseröhren-Reizung, u. a. verursacht durch Magensäure, Fütterungsfehler, Stress oder andere Erkrankungen. Dann tritt das Problem eher wiederholt auf oder hält länger an. Wichtig: Zeigt Dein Hund immer wieder Anzeichen, die zu Sodbrennen passen, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden, damit sich keine Entzündungen oder andere Langzeitfolgen entwickeln.
Kann das Futter Sodbrennen beim Hund begünstigen?
Das Futter kann einen wichtigen Einfluss darauf haben, ob Sodbrennen auftritt oder sich verstärkt. Sehr fettreiche oder schwer verdauliche Rationen bleiben häufig länger im Magen und regen die Bildung von Magensäure an, was bei empfindlichen Hunden Sodbrennen begünstigen kann. Futtermittel mit hohem Histamingehalt können Beschwerden zusätzlich verstärken, wenn der Hund sensibel darauf reagiert. Auch Futtermittelunverträglichkeiten kommen als Mitursache infrage. Verträgt ein Hund bestimmte Eiweißquellen oder andere Bestandteile schlecht, kann sich das u. a. in Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Sodbrennen zeigen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, gemeinsam mit der Tierarztpraxis die Futterzusammenstellung zu überprüfen.
Kann Stress Sodbrennen beim Hund auslösen?
Ja, Stress kann bei manchen Hunden Sodbrennen begünstigen. Stress kann dazu führen, dass mehr Magensäure gebildet wird und der natürliche Schutz der Magenschleimhaut nachlässt. Dadurch reagiert der Magen leichter gereizt. Empfindliche Hunde können dann mit Magenbeschwerden und Anzeichen von Sodbrennen reagieren, z. B. Schmatzen, Lecken, Übelkeit oder Aufstoßen. Treten solche Symptome wiederholt auf, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden, um passende Maßnahmen zu besprechen.
Können Medikamente Sodbrennen beim Hund verursachen?
Ja, bestimmte Medikamente können Sodbrennen begünstigen oder verstärken. Einige Wirkstoffe können die Magenschleimhaut direkt reizen, vor allem bestimmte entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAIDs) und Kortisonpräparate. Medikamente, die eigentlich gegen überschüssige Magensäure beim Hund eingesetzt werden (wie Protonenpumpenhemmer), können die Zusammensetzung der Darmflora verändern 4. Eine gestörte Darmflora kann wiederum Magen-Darm-Probleme mit begünstigen. Zeigt ein Hund unter Medikamentengabe Magenbeschwerden oder Anzeichen von Sodbrennen, sollte die Tierarztpraxis unbedingt informiert werden.
Warum leckt mein Hund ständig den Boden oder die Pfoten?
Häufiges Lecken kann u. a. auf Übelkeit, Sodbrennen oder Magenübersäuerung hinweisen. Viele Hunde lecken vermehrt, wenn ihnen schlecht ist, weil der zusätzliche Speichel die gereizte Speiseröhre etwas beruhigen kann. Es kommen aber auch andere Ursachen wie Juckreiz, Schmerzen, Stress oder Langeweile infrage. Deshalb sollte ein Hund, der sehr viel leckt, tierärztlich untersucht werden, um Magen-Darm-Probleme und andere Erkrankungen abzuklären.
Warum schmatzt mein Hund nachts?
Das kann u. a. mit Sodbrennen, Magenübersäuerung, Übelkeit oder Zahnproblemen zusammenhängen. Viele Hunde zeigen solches Verhalten vor allem in Ruhephasen, wenn sie aufsteigende Magensäure oder Schmerzen stärker wahrnehmen. Schmatzt Dein Hund nachts regelmäßig oder kommen weitere Symptome wie häufiges Lecken, Würgen, Grasfressen, Fressunlust oder Unruhe dazu, solltest Du ihn in die Tierarztpraxis bringen, um die Ursache abklären zu lassen.
Quellen
Müller RS (2019). Diätetik bei Magen-Darm-Erkrankungen von Hund und Katze – gibt es was Neues? Bönigk M, Busch-Hahn K, Pape C. (2025). Studie zur Evaluierung des intestinalen Mikrobioms und der Prävalenz von gastrointestinalen Symptomen Medizinische Kleintierklinik Grobman ME, Masseau I, Reinero CR. (2019). Aerodigestive disorders in dogs evaluated for cough using respiratory fluoroscopy and videofluoroscopic swallow studies The Veterinary Journal Marks, S. L.; Kook, P. H.; Papich, M. G.; Tolbert, M. K.; Willard, M. D. (2018). ACVIM consensus statement: Support for rational administration of gastrointestinal protectants to dogs and catsWeitere interessante Artikel
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