Katze erbricht: Häufige Ursachen & was Du sofort tun kannst


Getigerte Katze läuft durch grünes Gras und kaut mit leicht geöffnetem Maul
Wenn Deine Katze erbricht, möchtest Du vor allem eins: Verstehen, was los ist und was Du jetzt tun kannst. Erbrechen bei Katzen kann viele Gründe haben, von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsteren Ursachen. Dieser Ratgeber hilft Dir dabei, die Symptome besser einzuordnen und abzuschätzen, wann ein Besuch in der Tierarztpraxis sinnvoll ist.

Das Wichtigste im Überblick
  • Erbrechen bei Katzen ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, hinter dem harmlose Ursachen und verschiedene Erkrankungen stecken können.
  • Häufige Auslöser sind u. a. Haarballen, Magen-Darm-Erkrankungen, Futterunverträglichkeiten, Stress, verdorbenes Futter oder Fremdkörper.
  • Man unterscheidet zwischen akutem Erbrechen (tritt plötzlich auf, dauert meist nur kurz) und chronischem Erbrechen (über mehrere Wochen oder immer wiederkehrend).
  • Farbe und Inhalt des Erbrochenen können erste Hinweise darauf geben, woher das Erbrechen kommt.
  • Wiederholtes, länger anhaltendes oder von weiteren Beschwerden begleitetes Erbrechen sollte immer tierärztlich abgeklärt werden.
So kannst Du vorgehen
  • Wenn sich Deine Katze übergibt, beobachte sie zunächst und notiere Zeitpunkt, Häufigkeit sowie Aussehen und Inhalt des Erbrochenen.

  • Biete frisches Wasser an und gib nach einer kurzen Pause kleine Mengen leicht verdaulicher Nahrung, wenn Deine Katze einen stabilen Eindruck macht.

  • Fahr in die Tierarztpraxis, wenn Deine Katze ständig oder dauerhaft erbricht, sie nichts frisst oder trinkt oder weitere Beschwerden dazukommen.

  • Suche sofort tierärztliche Hilfe auf, wenn Deine Katze Blut erbricht, stark geschwächt ist oder neurologische Auffälligkeiten auftreten.

  • Verträgliches Futter, regelmäßige Fellpflege und eine möglichst stressarme Umgebung können typische Auslöser für Erbrechen bei Katzen reduzieren.

Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen, wenn Deine Katze erbricht. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!


Was ist Erbrechen bei der Katze? 

Erbrechen ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Es handelt sich um einen aktiven Vorgang, bei dem Mageninhalt durch das Maul nach außen befördert wird. Gesteuert wird dieser Ablauf über das Brechzentrum im Gehirn. Oft macht sich bei der Katze schon vorher Übelkeit bemerkbar, z. B. durch vermehrtes Schlucken, Unruhe, Würgen, Speicheln oder Futterverweigerung.

Grundsätzlich ist Erbrechen ein Schutzmechanismus des Körpers. 

So kann die Katze Inhalte aus dem Magen loswerden, die sie nicht verträgt oder die den Magen reizen. Dahinter können eher harmlose Auslöser stecken (z. B. verschluckte Haare), Erbrechen kann aber auch ein Hinweis auf Probleme im Magen-Darm-Trakt oder Erkrankungen anderer Organe sein. 

Katzen haben einige Besonderheiten in ihrem Verdauungssystem, die erklären können, warum Erbrechen bei ihnen vergleichsweise leicht auftritt. 

Als reine Fleischfresser ist ihr Verdauungssystem auf proteinreiche, tierische Nahrung ausgerichtet. Ihr Magen ist im Verhältnis zum Körpergewicht relativ klein und für mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt ausgelegt. Dazu kommt ein sehr saurer Magensaft, der die Verdauung tierischer Bestandteile unterstützt. Katzen haben außerdem einen ausgeprägten Würgreflex und reagieren empfindlich auf mechanische Reize im Magen und Rachen. Das erleichtert u. a. das Ausstoßen von Haarballen.

Tipp: Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie die Verdauung Deiner Katze funktioniert, dann klick Dich in diesen Ratgeber .

Akutes und chronisches Erbrechen: Wo ist der Unterschied?

Akutes Erbrechen tritt plötzlich auf und dauert meist nur kurz, also einige Stunden bis wenige Tage. In manchen Fällen hört es von allein wieder auf. Von chronischem Erbrechen spricht man, wenn Deine Katze über mehrere Wochen (in der Regel länger als drei Wochen) immer wieder erbricht, auch wenn sie zwischendurch unauffällig wirkt. Spätestens dann ist eine Abklärung in der Tierarztpraxis wichtig, weil länger bestehende oder wiederkehrende Erkrankungen dahinterstecken können.


Meine Katze übergibt sich: Auf welche Symptome sollte ich achten?

Nicht immer erbricht eine Katze ganz plötzlich. Oft gibt es schon vorher Anzeichen dafür, dass ihr übel ist oder etwas im Magen-Darm-Trakt nicht stimmt. Dazu gehören:

  • Speicheln 
  • Lippenlecken 
  • Unruhe 
  • Auffälliges Miauen oder Lautgeben 
  • Rückzug und verminderte Aktivität 
  • Futterverweigerung 
  • Wählerisches oder reduziertes Fressverhalten 
  • Fressen von Gras oder Anknabbern von Zimmerpflanzen 

Kommt es tatsächlich zum Erbrechen, wird der Mageninhalt aktiv hochgewürgt. Die Katze zeigt dabei meist sichtbare Anstrengung, z. B. Würgen oder Bauchpresse.

Der wichtige Unterschied zwischen Erbrechen und Regurgitation

Bei der Regurgitation fließen unverdautes Futter, Wasser oder Schleim ohne Würgen oder erkennbare Anstrengung aus dem Maul. Sie tritt häufig kurz nach dem Fressen auf und geht im Gegensatz zum Erbrechen nicht mit Übelkeitsanzeichen einher. Die Unterscheidung ist wichtig, weil hinter Regurgitation oft andere Ursachen stecken als hinter Erbrechen. Für die Einordnung in der Tierarztpraxis kann es sehr hilfreich sein, möglichst genau zu beobachten, wann das Hochwürgen auftritt und wie es abläuft. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die Situation per Video festzuhalten, damit der Tierarzt das Verhalten später besser beurteilen kann.


Wann ist Erbrechen bei Katzen gefährlich?

Kritisch wird es vor allem dann, wenn sich Deine Katze mehrfach innerhalb weniger Stunden übergibt, das Erbrechen länger als einen Tag anhält oder zusammen mit weiteren Warnzeichen aufritt. Dazu gehören Blut im Erbrochenen, Mattigkeit, Schwäche, Fieber, Bauchschmerzen, Austrocknung, starker Durchfall oder neurologische Auffälligkeiten wie Zittern oder Taumeln. In solchen Fällen solltest Du Deine Katze zeitnah in die Tierarztpraxis bringen, bei blutigem Erbrechen und neurologischen Auffälligkeiten sofort. Auch wenn Deine Katze nicht frisst oder trinkt, ist Aufmerksamkeit geboten. Im Zweifel gilt: Lieber einmal mehr in der Tierarztpraxis nachfragen als einmal zu wenig.

Wenn Deine Katze kotzt, können sehr unterschiedliche Ursachen dahinterstecken. Manche Auslöser sind eher harmlos, andere sollten zeitnah tierärztlich abgeklärt werden. 

Hier findest Du die häufigsten Auslöser im Überblick:

  • Haarballen durch Fellpflege: Beim Putzen schlucken Katzen regelmäßig Haare, besonders im Fellwechsel. Sammeln sich größere Mengen im Magen, können sich Haarballen bilden, die die Magenschleimhaut reizen und Erbrechen auslösen. Wenn Deine Katze häufiger Haarballen erbricht (z. B. öfter als alle zwei Wochen), sollte das tierärztlich abgeklärt werden.
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts: Dazu gehören Entzündungen der Magenschleimhaut, Parasiten, bakterielle oder virale Infektionen sowie chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms. Je nach Auslöser treten zusätzlich weitere Beschwerden auf, z. B. Durchfall. 
  • Futterunverträglichkeiten: Manche Katzen reagieren empfindlich auf bestimmte Futterbestandteile. Dann kann es neben Erbrechen auch zu Durchfall oder Hautsymptomen kommen. Häufig zeigt sich dies als wiederkehrendes oder chronisches Erbrechen. 
  • Stoffwechsel- und Organerkrankungen: Erbrechen kann auch auftreten, wenn andere Organe oder Körperfunktionen betroffen sind, z. B. bei Erkrankungen der Schilddrüse, Nieren, Leber oder Gallenblase. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes können mit Erbrechen einhergehen. 
  • Stress und Belastung: Katzen reagieren oft sensibel auf Veränderungen wie einen Umzug, neue Tiere im Haushalt, Tierarztbesuche oder Transporte. Dieser Stress kann sich auf den Magen auswirken und Erbrechen begünstigen. 
  • Verdorbenes Futter oder Fremdkörper: Auch verdorbene Nahrung oder verschluckte unverdauliche Gegenstände wie Fäden, Spielzeugteile oder Pflanzenteile können Erbrechen auslösen. 

Achtung: Manche Ursachen sind ein Notfall

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung oder einen verschluckten Fremdkörper, ist es wichtig, sofort zu handeln. Beides kann für Katzen schnell gefährlich werden und sollte umgehend tierärztlich abgeklärt werden. Hinweise auf eine Vergiftung können neben Erbrechen starkes Speicheln, Durchfall, neurologische Auffälligkeiten oder ein deutlich gestörtes Allgemeinbefinden sein. Fremdkörper können den Magen-Darm-Trakt reizen und schlimmstenfalls dort feststecken oder ihn blockieren.

Deine Katze erbricht gelb, Schaum, Futter oder Blut?

Farbe und Inhalt des Erbrochenen können wichtige Hinweise darauf geben, welche Ursache dahintersteckt. Sie ersetzen aber keine tierärztliche Diagnose. Wichtig ist immer, das Erbrechen im Zusammenhang mit dem Allgemeinbefinden, der Häufigkeit und weiteren Symptomen zu beurteilen.

Katze erbricht Schaum: 

Weißlicher oder schaumiger Inhalt besteht oft aus Magensaft und Schleim. Das kann zum Beispiel bei einem leeren Magen vorkommen. Solches Erbrechen wird häufig als Nüchternerbrechen eingeordnet. Es kann u. a. bei einer Reizung der Magenschleimhaut oder einer Magenschleimhautentzündung vorkommen und sollte bei wiederholtem Auftreten tierärztlich untersucht werden.

Katze erbricht gelb oder gelblich:

Dies spricht häufig dafür, dass Gallenflüssigkeit mit dabei ist und wird vor allem dann beobachtet, wenn der Magen schon länger leer ist. Gelbes Erbrechen kann bei längeren Futterpausen, Magenreizungen oder Magen-Darm-Erkrankungen vorkommen und sollte tierärztlich untersucht werden, wenn es sich wiederholt.

Katze erbricht rosa oder hellrot:

Frisches, hellrotes Blut kann auf eine Blutung im oberen Magen-Darm-Bereich hindeuten, z. B. durch eine Reizung oder Verletzung der Schleimhaut. Das sollte immer ernst genommen und zeitnah in der Tierarztpraxis untersucht werden. 

Das Erbrochene ist braun oder kaffeesatzähnlich:

Sieht das Erbrochene braun, dunkel oder wie Kaffeesatz aus, kann das auf verdautes Blut hinweisen. Dies spricht eher für eine Blutung im Magen oder oberen Dünndarm. In diesem Fall solltest Du Deine Katze umgehend in eine Tierarztpraxis bringen. 

Katze erbricht unverdautes Futter:

Kommt kurz nach dem Fressen unverdautes Futter hoch, kann es sich um eine Regurgitation handeln, besonders wenn es ohne sichtbare Anstrengung oder Würgen passiert. Wenn zwischen dem Fressen und Erbrechen mehr Zeit vergeht, kann auch eine Störung der Magenentleerung oder eine Unverträglichkeit eine Rolle spielen. 

Katze erbricht anverdautes Futter:

Anverdautes Futter im Erbrochenen kann darauf hindeuten, dass der Inhalt bereits einige Zeit im Magen war. Das sieht man z. B. bei Magenreizungen, Stress oder anderen Ursachen, die die normale Magenfunktion stören können. 

Hier hat eine Katze größtenteils unverdautes Trockenfutter in einer schleimig-schaumigen Flüssigkeit erbrochen.
Im Erbrochenen dieser Katze sieht man weißlich-rosafarbenen Schleim, verschluckte Haare und dunkle Pflanzenteile: Ein typisches Bild nach dem Knabbern an Pflanzen.
Katze erbricht verdautes Futter: Im breiigen Mageninhalt sind auch Haare enthalten.

Wie findet der Tierarzt die Ursache für Erbrechen bei der Katze heraus?

Dafür sind zunächst die Krankengeschichte Deiner Katze und eine körperliche Untersuchung wichtig. Dabei wirst Du unter anderem gefragt, wie lange und wie häufig Deine Katze kotzt, wann das Erbrechen auftritt und wie das Erbrochene aussieht. Auch die Fütterung, mögliche Unverträglichkeiten und die Frage, ob Deine Katze einen Fremdkörper aufgenommen hat, sind für die Einordnung wichtig. Bei der Untersuchung achtet die Tierärztin oder der Tierarzt u. a. auf Körpertemperatur und Schleimhäute. Deren Farbe und Feuchtigkeit können Hinweise darauf geben, ob Deine Katze bereits Flüssigkeit verloren hat. Außerdem wird meist der Bauch abgetastet, um Schmerzen oder Auffälligkeiten zu erkennen, die auf Probleme im Magen-Darm-Bereich hindeuten können.

Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen folgen:

  • Eine Blutuntersuchung kann helfen, zugrunde liegende Erkrankungen zu erkennen oder auszuschließen und mögliche Folgen des Erbrechens sichtbar zu machen, etwa Flüssigkeitsmangel oder Veränderungen im Mineralstoffhaushalt. 
  • Oft wird zusätzlich eine Urinuntersuchung durchgeführt, insbesondere wenn der Verdacht auf eine Nierenerkrankung besteht. Auch eine Kotuntersuchung auf Parasiten kann sinnvoll sein.
  • Ergänzend kommen bei Bedarf bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall zum Einsatz, z. B. bei Verdacht auf einen Fremdkörper, eine Störung der Magenentleerung oder Veränderungen an der Magenwand. 
  • Bei länger andauerndem oder wiederkehrendem Erbrechen kann in manchen Fällen eine Endoskopie unter Narkose sinnvoll sein, um den Magen genauer anzuschauen und bei Bedarf Gewebeproben zu entnehmen.

Was tun, wenn die Katze erbricht?

Wenn sich Deine Katze übergibt, kommt es für die Behandlung darauf an, welche Ursache dahintersteckt. Bei akutem Erbrechen geht es zunächst darum, die Katze zu stabilisieren, Übelkeit und Erbrechen zu lindern und den Magen-Darm-Trakt möglichst wenig zu belasten.

Was dürfen Katzen nach dem Erbrechen fressen?

Nach dem Erbrechen solltest Du keine zu lange Futterpause einlegen. Längeres Fasten ist für Katzen ungeeignet, weil ihr Stoffwechsel auf eine regelmäßige Energie- und Eiweißzufuhr angewiesen ist. Nimmt eine Katze über längere Zeit keine Nahrung auf, kann das den Körper zusätzlich belasten und zu ernsten Komplikationen führen. Deshalb sollte nach dem Erbrechen möglichst früh wieder in kleinen Mengen gut verträgliches Futter angeboten werden, z. B. leicht verdauliche, eher fettarme Schonkost. Wirkt Deine Katze abgeschlagen oder frisst sie länger als 24 Stunden nichts, sollte sie tierärztlich untersucht werden.

Was die Tierarztpraxis tun kann

Je nach Situation können Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, eine Flüssigkeitstherapie und weitere unterstützende Maßnahmen nötig sein. Besteht der Verdacht auf eine Grunderkrankung, wird diese gezielt behandelt.

Behandlung je nach Ursache 

  • Bei Haarballen kann es helfen, die Fellpflege zu unterstützen, z. B. durch regelmäßiges Bürsten. 
  • Bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts kommen je nach Auslöser eine verträgliche Fütterung, magenschonende Maßnahmen oder weitere Untersuchungen und Behandlungen infrage. 
  • Bei Parasiten, Stoffwechsel- oder Organerkrankungen wird die Therapie an die jeweilige Ursache angepasst. 
  • Bei Futterunverträglichkeiten steht vor allem das Meiden der auslösenden Bestandteile im Vordergrund. 
  • Bei stressbedingtem Erbrechen ist es wichtig, mögliche Auslöser zu erkennen und den Alltag der Katze möglichst ruhig und verlässlich zu gestalten.

Wichtig: Vergiftungen und die Aufnahme von Fremdkörpern sind immer ein Notfall! 

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung oder darauf, dass Deine Katze einen Fremdkörper aufgenommen hat, muss sie sofort tierärztlich versorgt werden. Welche Behandlung nötig ist, hängt davon ab, was aufgenommen wurde und wie stark Deine Katze bereits beeinträchtigt ist.

Rote Katze frisst Futter aus der Hand einer Person in einem Innenraum
Wenn Deine Katze nach dem Erbrechen einen stabilen Eindruck macht, kannst Du ihr kleine Mengen gut verträglicher Schonkost anbieten.

Erbrechen bei der Katze aus ganzheitlicher Sicht

Aus ganzheitlicher Sicht wird Erbrechen bei Katzen nicht nur als isoliertes Symptom betrachtet, sondern als mögliches Zeichen dafür, dass der Verdauungstrakt oder der Organismus insgesamt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Begleitende Maßnahmen können dazu beitragen, den Organismus zu entlasten und das Wohlbefinden zu fördern.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Ernährung. 

Gut verdauliche, hochwertige Nahrung kann den Verdauungstrakt entlasten. Gerade bei wiederkehrendem Erbrechen ist eine angepasste Fütterung oft ein wichtiger Baustein.

Auch die Darmgesundheit spielt eine Rolle. Magen und Darm sind funktionell eng miteinander verbunden, und Veränderungen der Darmflora können Verdauungsbeschwerden begünstigen.

Ebenso wichtig sind Stress und Umweltfaktoren. Stress kann über das Nervensystem direkt auf die Verdauung wirken. Gerade Katzen reagieren oft sensibel auf Veränderungen im Alltag, Unruhe oder fehlende Rückzugsmöglichkeiten.

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Erbrechen häufig mit einer gestörten Magen-Qi-Bewegung erklärt. Im gesunden Zustand bewegt sich diese nach unten und unterstützt die Verdauung. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, kann sie sich umkehren und aus TCM-Sicht Übelkeit und Erbrechen begünstigen. Als mögliche Muster gelten dabei u. a. eine Schwäche von Magen und Milz, eine Überlastung durch schwer verdauliche Nahrung, Hitze im Magen oder stressbedingte Störungen der Verdauung.

Für Dich bedeutet das: Neben der tierärztlichen Behandlung kann es sinnvoll sein, die Fütterung und Darmgesundheit Deiner Katze sowie mögliche Stressfaktoren in den Blick zu nehmen. Je nach Situation kann auch eine bedarfsgerechte Ergänzung der Fütterung sinnvoll sein. Dafür hat das Tierärzteteam von DGT MEDICAL erprobte Empfehlungen zusammengestellt. 


Welche Langzeitfolgen kann Erbrechen bei Katzen haben?

Das hängt immer von der Ursache ab. Einmaliges, akutes Erbrechen bei eher harmlosen Auslösern bleibt meist ohne langfristige Folgen. Bleibt das Erbrechen länger bestehen, kann es zu Gewichtsverlust, einer unzureichenden Nährstoffversorgung und weiteren Komplikationen kommen. Steckt eine chronische Erkrankung dahinter, sind oft eine langfristige Behandlung oder eine Anpassung der Fütterung notwendig.

Wird die Ursache des Erbrechens früh erkannt und behandelt, lassen sich die Beschwerden oft deutlich bessern. Auch bei chronischen Erkrankungen ist mit der passenden Behandlung häufig noch eine gute Lebensqualität möglich. Wie die Prognose aussieht, hängt aber immer davon ab, was genau hinter dem Erbrechen steckt.


Wie kann ich Erbrechen bei meiner Katze vorbeugen?

Wenn Deine Katze erbricht, kann das beunruhigend sein. Auch wenn sich nicht jede Ursache verhindern lässt, kannst Du einiges tun, um typische Auslöser zu vermeiden und den Verdauungstrakt zu entlasten.

1.) Setze auf eine gut verträgliche Ernährung

  • Achte auf ein hochwertiges, gut verdauliches Futter. 
  • Futterumstellungen sollten immer langsam über mehrere Tage erfolgen. 
  • Für viele Katzen sind mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt oft besser verträglich als wenige große Portionen. 
  • Eine ruhige Fütterungssituation kann helfen, den Magen-Darm-Trakt zu entlasten. 
  • Eine stabile Darmflora kann zu einer ausgeglichenen Verdauung beitragen.
  • Bei empfindlichen Katzen kann es sinnvoll sein, die Ernährung frühzeitig anzupassen. 

2.) Unterstütze die Fellpflege Deiner Katze

Beim Putzen schlucken Katzen Haare ab, die Erbrechen begünstigen können. Regelmäßiges Bürsten kann helfen, lose Haare zu entfernen, besonders während des Fellwechsels. Idealerweise gewöhnt man Katzen schon im Kittenalter behutsam an die Fellpflege.

3.) Reduziere Stress im Alltag

Katzen reagieren oft sensibel auf Veränderungen. Feste Routinen, ruhige Rückzugsorte und eine langsame Gewöhnung an neue Situationen können helfen, Stress zu verringern. 

Tipp: In unserer DGT ACADEMY findest Du ein Webinar über „Stress bei Katzen“ mit Tipps zur Stressvermeidung und nachhaltiger Entspannung im Alltag.

4.) Schaffe eine sichere Umgebung

Giftige Pflanzen, Medikamente, Reinigungsmittel, Fäden und kleine Gegenstände sollten sich außer Reichweite Deiner Katze befinden. Achte bei Spielzeug auf eine sichere und stabile Verarbeitung. 

5.) Geh mit Deiner Samtpfote regelmäßig zur Gesundheitsvorsorge

Regelmäßige tierärztliche Kontrollen können helfen, mögliche Ursachen für Erbrechen früh zu erkennen. Für Katzen bis etwa 8 Jahre wird meist eine Kontrolle pro Jahr empfohlen, bei älteren Tieren alle 6 Monate. Bei Freigänger-Katzen kann es außerdem sinnvoll sein, den Kot in bestimmten Abständen auf Parasiten untersuchen zu lassen.

Rote Katze liegt auf einem Bett und wird mit einer Bürste von einer Person gepflegt
Mmh, das tut gut! Das regelmäßige Bürsten Deiner Katze kann helfen, das Erbrechen von Haarballen zu verringern und stärkt gleichzeitig Eure Bindung.

Produktempfehlungen

Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung können Katzen bei vorübergehendem oder wiederkehrendem Erbrechen ernährungsphysiologisch unterstützt werden – zum Beispiel durch Futter- und Ergänzungsfuttermittel, die auf eine sensible Verdauung abgestimmt sind, das Darmmikrobiom begleiten und den Verdauungstrakt möglichst wenig belasten.

1.) INTESTO CAT ist ein Diät-Alleinfuttermittel als Trockenfutter für Katzen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt.

  • Schmackhafte Schonkost mit Weißfisch und Erbsen als leicht verdauliche Proteinquellen.
  • Apfelpektin und Oligosaccharide liefern Ballaststoffe, die zur normalen Verdauungsfunktion beitragen können.
  • Auch als Spezialnassfutter CATLICIOUS INTESTO mit Truthahn, Pute, Karotte und Akazienfaser erhältlich.

2.) MASSU SHIELD TAB ist ein Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Magenschleimhautfunktion.

  • Mit Pektin und Bananenpulver, die im Magen eine gelartige Schicht bilden können und so zu einer magenfreundlichen Umgebung beitragen können.
  • Enthält fermentiertes Sojaprotein, das eine ausgeglichene Darmflora unterstützen kann.
  • Kamille, Mädesüß und Grüntee liefern sekundäre Pflanzenstoffe und werden traditionell zur sanften Begleitung des Magen-Darm-Trakts eingesetzt.
  • Geeignet als begleitende Unterstützung in Situationen, in denen der Magen vorübergehend empfindlich reagieren kann.

3.) DARM PROBIOTIC CAT ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung des Darmmikrobioms.

  • Enthält ausgewählte probiotische Kulturen zur Begleitung eines ausgewogenen Darmmikrobioms.
  • Inulin aus Chicorée dient als Nährstoffquelle für nützliche Darmbakterien.
  • Flohsamenschalen liefern Ballaststoffe, die zu einer normalen Verdauungsfunktion beitragen können.
  • Kann in Phasen erhöhter Belastung (z. B. bei Futterumstellung oder Stress) zur ernährungsphysiologischen Begleitung eingesetzt werden.

4.) HUMI PUR ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmfunktion.

  • Enthält ausschließlich Huminsäuren aus Leonardit, die zur Stabilisierung der Darmschleimhaut beitragen können.
  • Kann die normale Nährstoffverwertung im Rahmen der Fütterung unterstützen.
  • Geeignet zur ergänzenden Fütterung bei Katzen mit sensibler Verdauung.

5.) HAARBALL HELP ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der natürlichen Ausscheidung verschluckter Haare.

  • Die ölige Emulsion kann dazu beitragen, dass verschluckte Haare leichter durch den Verdauungstrakt transportiert werden.
  • Malz- und Molkenextrakte runden die Rezeptur geschmacklich ab und können die Akzeptanz selbst bei wählerischen Katzen erleichtern.
  • Die flüssige Form ermöglicht eine einfache Gabe über das Futter.

6.)  DARM DYN GEL ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung einer stabilen Darmflora bei Hunden und Katzen. 

  • Enthält Milchsäurebakterien, die ein harmonisches Gleichgewicht der Darmbakterien unterstützen und das Mikrobiom stabilisieren können.
  • Kann zu einer geregelten Verdauungsfunktion beitragen und ist besonders bei wechselnder Kotbeschaffenheit oder nach Belastungen wie Stress oder Medikamentengabe geeignet.
  • Die Gel-Form ermöglicht eine einfache Gabe über das Futter und wird durch den angenehmen Geschmack auch von sensiblen Tieren gut akzeptiert.

Häufige Fragen zu Erbrechen bei Katzen

Meine Katze frisst Gras und erbricht: Ist das normal?

Wenn Deine Katze Gras frisst und erbricht, kann das damit zusammenhängen, dass der Magen gereizt ist oder dass Gras und andere unverdauliche Reste wieder herausbefördert werden. Passiert das nur selten und wirkt Deine Katze sonst fit, ist das in der Regel unproblematisch. Frisst Deine Katze dagegen häufig Gras und erbricht ständig, sollte das tierärztlich abgeklärt werden – besonders dann, wenn Symptome wie Mattigkeit, Durchfall oder Fressunlust dazukommen. Achte darauf, dass Deine Samtpfote nur an für Katzen geeigneten Gräsern knabbert, da viele Zier- und Zimmerpflanzen giftig sein können.

Wie oft darf sich eine Katze übergeben?

Kotzt Deine Katze nur sehr selten und zeigt keine weiteren Auffälligkeiten, ist das meist unproblematisch. Erbricht Deine Katze dagegen ständig, wiederholt sich das Erbrechen über mehrere Wochen oder wird von Symptomen begleitet, sollte dies tierärztlich abgeklärt werden.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn sich meine Katze übergibt?

Bleib zunächst ruhig und beobachte sie aufmerksam. Notiere Zeitpunkt, Häufigkeit sowie Aussehen und Inhalt des Erbrochenen. Biete ihr frisches Wasser an, ohne sie zum Trinken zu zwingen. Wenn Deine Katze einen stabilen Eindruck macht, kannst Du nach einer kurzen Pause kleine Portionen leicht verdaulicher Nahrung füttern. Such Dir umgehend tierärztliche Hilfe, wenn Deine Katze wiederholt kotzt, apathisch wirkt, Schmerzen zeigt, Blut erbricht, Begleitsymptome wie Durchfall oder Fieber auftreten oder wenn Kitten, Senioren oder chronisch kranke Tiere betroffen sind.

Kann ich meiner Katze nach dem Erbrechen sofort wieder Futter geben?

Meist kannst Du nach einer kurzen Pause von etwa ein bis zwei Stunden vorsichtig Futter anbieten. Starte mit einer kleinen Portion leicht verdaulicher Nahrung und beobachte, ob Deine Katze sie bei sich behält. Auch Wasser sollte ausreichend verfügbar sein, weil Erbrechen schnell zu Flüssigkeitsverlust führen kann. Hört das Erbrechen auf, kann die Futtermenge langsam gesteigert werden. 

Welche Hausmittel kann man Katzen bei Erbrechen geben?

Bei leichtem, einmaligem Erbrechen können zunächst einfache Maßnahmen helfen: Biete Deiner Katze ausreichend Wasser an und füttere nur kleine Mengen leicht verdaulicher Schonkost, z. B. gekochtes Hühnchen oder ein gut verträgliches, fettarmes Futter. Eine kurze Futterpause ist manchmal sinnvoll – bei Katzen aber nur für wenige Stunden, da längeres Fasten den Körper belasten kann. Erbricht Deine Katze wiederholt, frisst sie nicht, wirkt matt oder kommen weitere Symptome dazu, bring sie in die Tierarztpraxis.

Wie erkenne ich, ob das Erbrechen ein Notfall ist?

Ein Notfall liegt vor allem dann vor, wenn Deine Katze immer wieder in kurzen Abständen erbricht, blutiges Erbrechen hat oder zusätzlich deutlich krank wirkt. Auch starker Durchfall, starkes Speicheln oder neurologische Auffälligkeiten wie Zittern, Taumeln oder Krampfanfälle sind Warnzeichen und sollten sofort tierärztlich abgeklärt werden.

Wann zum Tierarzt, wenn meine Katze kotzt?

Das hängt vor allem von der Häufigkeit des Erbrechens und dem Allgemeinbefinden Deiner Katze ab. Grundsätzlich gilt:

  • Bei einmaligem Erbrechen und sonst fittem Eindruck kannst Du Deine Katze zunächst aufmerksam beobachten.
  • Erbricht Deine Katze mehrmals innerhalb kurzer Zeit oder über mehrere Stunden verteilt, sollte zeitnah eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
  • Hält das Erbrechen länger als etwa 24 Stunden an oder betrifft es eine sehr junge, alte oder vorerkrankte Katze, ist eine Untersuchung dringend ratsam.
  • Suche bei Blut im Erbrochenen, starken Schmerzen, deutlicher Schwäche oder Atemproblemen sofort eine Tierarztpraxis bzw. den Notdienst auf.

Was bedeutet es, wenn eine Katze gelb, Schaum, Blut oder unverdautes Futter erbricht?

Farbe und Inhalt des Erbrochenen können erste Hinweise auf die Ursache geben, ersetzen aber keine tierärztliche Diagnose. Gelbes oder schaumiges Erbrechen besteht oft aus Magensaft, Schleim oder Galle und tritt vor allem bei leerem oder gereiztem Magen auf. Blutiges, rosa-rotes oder kaffeesatzähnliches Erbrechen kann auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hinweisen und sollte zeitnah tierärztlich abgeklärt werden. Unverdautes Futter, das kurz nach dem Fressen fast ohne sichtbare Anstrengung wieder herauskommt, kann auf ein Zurückfließen aus der Speiseröhre oder dem Rachen hinweisen, während anverdautes Futter eher für Erbrechen aus dem Magen spricht.

Was ist der Unterschied zwischen Erbrechen und Hochwürgen von Haarballen?

Erbrechen ist bei Katzen ein aktiver Vorgang. Oft kündigt es sich schon vorher durch Unruhe, Speicheln, Lippenlecken oder Würgen an. Auch verschluckte Haare, die sich im Magen zu einem länglichen Ballen gesammelt haben, werden auf diese Weise wieder hochgewürgt. Meist kommt dabei ein feuchter, länglicher Haarballen mit etwas Schleim oder Flüssigkeit heraus. Dass eine Katze hin und wieder einen Haarballen erbricht, kann vorkommen. Tritt es jedoch häufiger auf oder kommen weitere Symptome dazu, sollte das tierärztlich abgeklärt werden, weil dies auf eine Erkrankung hinweisen kann.

Wie kann ich meiner Katze helfen, wenn sie Haarballen erbricht?

In diesem Fall kann regelmäßiges Bürsten helfen, die Menge an verschluckten Haaren zu reduzieren. Wichtig ist auch, dass Deine Katze ausreichend trinkt, damit der Verdauungstrakt gut arbeiten und verschluckte Haare besser weitertransportieren kann. In Rücksprache mit Deiner Tierarztpraxis können spezielle Haarballen-Pasten oder ähnliche Produkte hilfreich sein, die den Weitertransport verschluckter Haare unterstützen sollen. Erbricht Deine Katze häufig Haarballen oder kommen weitere Beschwerden wie Gewichtsverlust, weniger Appetit, Durchfall oder Verstopfung dazu, solltest Du das in der Tierarztpraxis abklären lassen.


Quellen

Schrey (2014). Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze Schattauer Verlag Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer und Uwe Gille (2020). Anatomie der Tiermedizin Enke Verlag, 4. Auflage Lutz H., Kohn B., Forterre F. (2019). Krankheiten der Katze Thieme

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Über Tierärztin Paula Haase

Als approbierte Tierärztin mit umfassender Berufserfahrung bin ich besonders der integrativen und präventiven Veterinärmedizin ver ... Weiterlesen

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