Verdauung bei der Katze

Katzen sind keine kleinen Hunde. Beide Spezies unterscheiden sich von ihren Ansprüchen an das Nahrungsangebot. Während Hunde sogenannte Omni-Carnivoren (Alles-/ Fleischfresser) sind, gehören Katzen zu den fettliebenden Carnivoren (Fleischfresser). Das hat einen Einfluss auf einzelne Stoffwechselvorgänge und bedingt in der Verdauung einige Unterschiede zum Hund.

Damit unsere Katzen gesund aufwachsen und sämtliche Lebensfunktionen optimal ablaufen können, ist eine artgerechte Ernährung die Grundvoraussetzung. Eine effektive Verdauungstätigkeit stellt die Versorgung Ihrer Katze mit den nötigen Nährstoffen sicher. Alles, was sie frisst, wird im Verdauungskanal unter Mitwirkung von Verdauungsenzymen in kleinste Bausteine zerlegt. Dabei kommt Leber, Bauchspeicheldrüse und dem Darm eine besondere Rolle zu. Die Einzelbausteine aus dem Nahrungsabbau werden in den Körperkreislauf eingeschleust und vom Körper zum Aufbau von körpereigenen Geweben, Hormonen, Enzymen usw. genutzt.

Was ist gemeint, wenn man die Begriffe Stoffwechsel und Verdauung nennt?


Stoffwechsel

Unter Stoffwechsel versteht man im Organismus die Aufnahme und den Transport von körperfremden Stoffen – die Nahrung – und ihre Umwandlung in körpereigene Stoffe. Hierzu zählen die Verdauungsvorgänge, die Zerlegung und der Neuaufbau von Nährstoffen in den Zellen, aber auch die Energiegewinnung für den Körper.

Im Erhaltungsstoffwechsel wird der Körper mit Nährstoffen und Energie zur Aufrechterhaltung der grundlegenden Lebensfunktionen versorgt. Erhöhte Anforderungen an den Nährstoffbedarf, z.B. während der Trächtigkeit oder bei Erkrankungen, bleiben dabei unberücksichtigt.


Welche Organe gehören zum Verdauungssystem?

Jeder Abschnitt des Verdauungskanals ist für ganz spezifische Aufgaben verantwortlich. Kommt es an einer Stelle zu Störungen, hat das in den nachfolgenden Abschnitten weitere Störungen zur Folge. Als Katzenbesitzer bemerken Sie solche Probleme zum Beispiel durch Verstopfungen oder Durchfälle Ihrer Tiere.

Die Nahrungsaufnahme geschieht mit dem Maul mit Hilfe von Zunge und Zähnen. Katzen haben ein typisches Fleischfressergebiss. Ihre Backenzähne haben nur eine kleine Kaufläche, so dass Katzen im Vergleich zum Hund deutlich weniger pflanzliche Nahrung zerkleinern können. Katzen nutzen die Zähne zum Halten und Zerreißen der Beute. Über den Rachenraum wird die aufgenommene Nahrung in die Speiseröhre und weiter bis zum Mageneingang transportiert.

Im Magen wird die Nahrung mechanisch vermischt und mit den ersten Verdauungssäften versetzt.

 

Ein bestimmter Füllungsdruck und pH-Wert sorgen dafür, dass sich der Magenausgang öffnet und der Nahrungsbrei in den ersten Abschnitt des Dünndarms gelangen kann. Es wird immer nur eine kleine Menge weiter transportiert, also dauert es eine gewisse Zeit, bis der Magen wieder geleert ist.

 

Im Dünndarm werden Verdauungsenzyme aus der Gallenblase und aus der Bauchspeicheldrüse aktiv, die für den Abbau von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten benötigt werden. Im Dünndarm finden die meisten Abbauvorgänge statt.

Nach der Passage des Dünndarms erreicht der Nahrungsrest den Dickdarm. Hier finden kaum noch Abbauprozesse statt. Schließlich wird der Kot geformt und über den After abgesetzt.


Welche Nährstoffe braucht die Katze?

Die Hauptnährstoffe sind Eiweiße und Fette, der Bedarf von Katzen ist deutlich höher als bei Hunden. Weitere Nährstoffe sind Vitamine und Mineralstoffe (Mengen- und Spurenelemente). Kohlenhydrate spielen in der Katzenernährung eine untergeordnete Rolle. Sie werden von Katzen schlecht verdaut, da sie eine niedrige Kohlenhydrattoleranz haben.

Wie bei jedem Lebewesen sollten die Nährstoffe ausgewogen und bedarfsdeckend in der Katzennahrung enthalten sein. Der Nährstoffbedarf der Katzen variiert in gewissen Grenzen und ist unter anderem von folgenden Faktoren abhängig:

  • Rasse
  • Körpergewicht
  • Alter
  • körperliche Aktivität (Wohnungskatze oder Freigänger)
  • besondere Anforderungen (z.B. Zuchtkatzen)
  • Erkrankungen

Katzen haben bereits ab Trächtigkeitsbeginn einen erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf. Bei Katzenwelpen ist im Wachstum ein höherer Eiweißbedarf als bei erwachsenen Katzen zu berücksichtigen. Die spezifischen Nahrungsbedürfnisse in den einzelnen Lebensphasen sollten unbedingt gedeckt werden, um Fehl- und Mangelernährung zu verhindern.


In welche Bestandteile werden die Nährstoffe während des Verdauungsprozesses zerlegt?

Eiweiße werden zu Aminosäuren abgebaut. Diese dienen nach der Aufnahme in den körpereigenen Stoffwechsel wiederum dazu, Körpergewebe aufzubauen.
Es gibt Aminosäuren, die von Katzen mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, da sie im eigenen Stoffwechsel nicht produziert werden. Fehlen diese sogenannten essentiellen Aminosäuren (z.B. Arginin), kann der Körper bestimmte Eiweiße nicht herstellen. Arginin ist für Katzen wichtig, damit der Harnstoffzyklus funktioniert, anderenfalls droht eine Ammoniakvergiftung.

Eine Besonderheit im Eiweißstoffwechsel stellt Taurin dar. Im Gegensatz zu Hunden können Katzen diese Aminosulfonsäure nicht selbst synthetisieren. Deshalb wird Taurin dem Katzenfutter im Herstellungsprozess zugesetzt.

Fette baut der Organismus zu Fettsäuren und Glycerin ab. Auch bei den Fettsäuren gibt es einige essentielle, die Katzen mit der Nahrung aufnehmen müssen (z.B. Arachidonsäure oder gamma-Linolensäure). Enthalten sind diese Fettsäuren beispielsweise im 5-E-Nachtkerzenöl.

Die kleinste Baueinheit der Kohlenhydrate sind die Einfachzucker. Der bekannteste Vertreter ist die Glukose (Traubenzucker). Sie ist der wichtigste Energielieferant im tierischen Organismus. Die Reaktionsschnelligkeit der Katzen beim Beutefang erfordert relativ hohe Konzentrationen an Glukose im Blut und Gehirn. Katzen nutzen einen anderen biochemischen Weg als Hunde, um sich mit ausreichend Glukose zu versorgen.

Vitamine werden nicht abgebaut, sondern aus dem Darm in den Körper aufgenommen. Ein Überschuss an wasserlöslichen Vitaminen (z.B. Vitamin C, Vitamin B-„Komplex“) wird über den Harn ausgeschieden, ein Überschuss an fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) kann sich in der Leber anreichern.

Bei Katzen gibt es folgende Unterschiede im Vergleich zum Hund:

  • Vitamin A wird nicht aus der Vorstufe beta-Carotin synthetisiert
  • Vitamin D wird kaum lichtabhängig in der Haut synthetisiert
  • der Bedarf an Niacin ist doppelt so hoch

Mineralstoffverbindungen werden gespalten, die einzelnen Mineralstoffe werden aus dem Dickdarm resorbiert und können danach vom Körper genutzt werden.


Wo und wie werden die einzelnen Nährstoffe verdaut?

Der Speichel von Katzen enthält keine Enzyme zur Verdauung von Kohlenhydraten. Im Maul wird die Nahrung etwas zerkleinert und eingeweicht, aber noch nicht aufgespalten. Der Speichel dient außerdem als Spülflüssigkeit für die Geschmacksdrüsen.
Über die Speiseröhre wird die Nahrung durch wellenförmige Kontraktionen der Muskulatur zum Magen befördert.

Im Magen wird die Nahrung gespeichert und chemisch bearbeitet. Die Magenschleimhaut produziert während der Mahlzeiten den Magensaft aus Pepsinen, Salzsäure, Muzin (Schleimstoff) und Lipase. Der pH-Wert ist mit 2 deutlich geringer als im menschlichen Magen. Dadurch werden unerwünschte Keime reduziert.
Pepsin ist für den Abbau von Proteinen zu Peptiden und Aminosäuren verantwortlich. Lipasen spalten Fette.

Der Dünndarm ist der Hauptverdauungsort und Hauptresorptionsort für alle Nährstoffe. Enzyme aus der Darmschleimhaut und aus der Bauchspeicheldrüse spalten die Hauptnährstoffe in die oben genannten kleinsten Bausteine, welche dadurch in den Körper aufgenommen werden können.

Im Dünndarm findet der Abbau von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten statt, Vitamine und Mineralstoffe werden zum Teil resorbiert.

Durch die peristaltischen Bewegungen des Dünndarms gelangt der Nahrungsbrei schließlich in den Dickdarm. Hier werden Vitamine und Mineralstoffe resorbiert. Außerdem erfolgt die Rückresorption von Wasser, wodurch der Kot geformt werden kann. Wenn der Mastdarm entsprechend gefüllt ist, wird der Kotabsatz ausgelöst.


Wie lange dauert der Verdauungsvorgang?

Die Nahrung bleibt insgesamt 24-36 Stunden im Magen-Darm-Trakt. Die Zusammensetzung des Futters, seine Verdaulichkeit und die Fütterungshäufigkeit spielen dabei eine Rolle. Der Anteil von unlöslichen Ballaststoffen hat einen großen Einfluss auf die Peristaltik der Darmwände und die Passagezeit. Diese beträgt im Magen ungefähr 2-8 Stunden, im Dünndarm etwa 1-2 Stunden und im Dickdarm annähernd 18-24 Stunden.

Daraus wird deutlich, dass die eigentliche Verdauungsarbeit im Dünndarm in relativ kurzer Zeit erfolgt. Diese kurze Zeitspanne sollte so effektiv wie möglich genutzt werden, damit unsere Katzen nicht nur satt werden, sondern den besten Nutzen von ihrem Futter haben. Dies erreichen wir primär über eine gesunde, ausreichend dicke und stabile Darmwand. Das Darmwandtraining durch kaltgepresstes 5-E Katzenfutter zusammen mit der Darmaktivierungskur für Katzen bietet dafür eine sinnvolle Grundlage.


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