Gesunde Analdrüsen beim Hund


Kleiner Hund mit braunen, weiß gefelckten Fell, wird von einer Person mit weißem Kittel gehalten. Aktualisiert am 27.08.2026
Empfindliche oder entzündete Analdrüsen gehören zu den häufigsten Beschwerden beim Hund. In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Aufgabe die Analdrüsen haben, woran Du eine Entzündung erkennst und wie Du Deinem Hund vorbeugend und im Akutfall helfen kannst.

Das Wichtigste im Überblick
  • Die Analdrüsen produzieren ein Sekret zur Reviermarkierung, das sich mit dem Kot des Hundes vermischt.
  • Entzündete oder verstopfte Analdrüsen gehen unserer Erfahrung nach oft mit Störungen der Darmflora einher.
  • Analdrüsen sollten nicht ohne Grund ausgedrückt werden — das kann die Sekretbildung noch verstärken. Die Entscheidung sollte immer mit einer Tierarztpraxis abgestimmt werden.
  • Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung kann das allgemeine Wohlbefinden fördern und Analdrüsenproblemen vorbeugen.
So kannst Du vorgehen
  • Achte auf Symptome wie „Schlittenfahren“, häufiges Lecken/Nagen am After oder Schmerzen beim Kotabsatz.
  • Lass Deinen Hund bei Verdacht baldmöglichst in einer Tierarztpraxis untersuchen — unbehandelt kann sich die Entzündung zu einem schmerzhaften Abszess entwickeln.
  • Sind die Analdrüsen verstopft oder entzündet, kannst Du ergänzend zur tierärztlichen Behandlung unsere Analdrüsen-Kur unter das Futter mischen.
  • Stell langfristig auf eine ballaststoffreiche, gut verdauliche Ernährung um — sie ist der wirksamste Hebel, um Analdrüsenproblemen von vornherein vorzubeugen.

Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Analdrüsenproblemen. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Behandlung Deines Hundes ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!


Wo sitzen die Analdrüsen?

Die Analdrüsen (Analbeutel) sitzen links und rechts des Anus. Sie kommen relativ häufig vor allem bei kleinen Hunden und Zwergrassen vor, grundsätzlich kann es aber Hunde jeder Größe und Rasse treffen.

Infografik zur Lage der Analdrüsen beim Hund: links und rechts spiegelbildlich neben dem After
So liegen die Analdrüsen bei Deiner Fellnase: beidseits des Afters, spiegelbildlich zueinander. Das erklärt, warum Beschwerden oft nur einseitig auffallen.

Was ist eine Analdrüsenentzündung beim Hund?

Die Analdrüsen produzieren ein Sekret zur Reviermarkierung, das sich normalerweise beim Kotabsatz mit dem Kot vermischt und so entleert wird. Funktioniert diese Entleerung nicht richtig, kann sich das Sekret stauen, verdicken und schließlich entzünden.

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Woher kommen entzündete Analdrüsen beim Hund?

Eine Entzündung kann entstehen, wenn die Analdrüse beim Hund vermehrt Sekret produziert und gleichzeitig die Entleerungsfunktion der Drüsen gestört ist – insbesondere dann, wenn Bakterien in die Drüsen oder ihre unmittelbare Umgebung gelangen und dort eine Infektion verursachen.

Zu den möglichen Ursachen von entzündeten Analdrüsen bei Hunden gehören unter anderem:

  • Verstopfung oder anhaltender Durchfall
  • Infektionen
  • Anatomische Anomalien
  • Verletzungen oder Tumore
  • Gestörte Darmentleerung und Reizung der Darmschleimhaut durch geschwächte Beckenfaszien

Zu den Risikofaktoren zählen laut aktueller Studienlage außerdem Hautprobleme und Übergewicht.


Wie verhält sich ein Hund, wenn die Analdrüsen verstopft sind?

Zu den möglichen Symptomen einer Analdrüsenentzündung beim Hund gehören:

  • „Schlittenfahren“ (Herumrutschen auf dem Po aufgrund von starkem Juckreiz) - kann ein Warnhinweis für eine Säurebelastung und ein erhöhtes Risiko für eine Analdrüsenentzündung sein
  • Jagen der eigenen Rute
  • Häufiges Lecken/Nagen/Kratzen der Afterregion
  • Rötung, Schwellung oder Schmerzen in der Analregion
  • Schmerzen beim Kotabsatz
  • Starker Pressdrang oder Verstopfung
  • Ausfluss von Eiter oder Blut aus den Analdrüsen
  • Veränderungen im Kot (wie Durchfall oder Verstopfung)
  • Verhaltensänderungen wie Unruhe oder Unwillen, sich hinzusetzen
Sollten Dir eins oder mehrere dieser Symptome bei Deinem Hund auffallen, empfehlen wir Dir, zeitnah in eine Tierarztpraxis zu gehen, um ihn wegen einer möglichen Analdrüsenentzündung untersuchen zu lassen. 

Was passiert, wenn eine Analdrüsenentzündung beim Hund nicht behandelt wird?

Bleibt eine verstopfte und im weiteren Verlauf entzündete Analdrüse unbehandelt, kann dies zu ernsten gesundheitlichen Problemen für den Hund führen. Zu den häufigsten Folgen gehört eine chronische Analdrüsenentzündung, die immer wieder auftritt und anhaltende Schmerzen verursacht. Unbehandelte Entzündungen können sich zu Abszessen entwickeln, bei denen sich Eiter in den Drüsen ansammelt. Diese Abszesse sind sehr schmerzhaft und können platzen, was meist eine chirurgische Behandlung erforderlich macht. In schlimmeren Fällen können sich Fisteln bilden. Diese sind äußerst schmerzhaft und meist nur schwer zu behandeln. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass sich die Infektion ausbreiten und eine lebensbedrohliche Sepsis verursachen kann.

Darüber hinaus leidet die Lebensqualität des Hundes erheblich. Ständige Schmerzen und Unbehagen können dazu führen, dass er lethargisch, unruhig oder sogar aggressiv wird. 

Daher ist es wichtig, bei den ersten Anzeichen, die auf eine verstopfte oder entzündete Analdrüse bei Deinem Hund hinweisen, in eine Tierarztpraxis zu gehen, um ihn frühzeitig behandeln zu lassen und ernsthafte Komplikationen zu vermeiden.
Ampel-Übersicht: wann bei Analdrüsenproblemen des Hundes beobachten reicht und wann ein Tierarztbesuch nötig ist
Diese Übersicht hilft Dir einzuordnen, ob Du die Situation zunächst beobachten kannst oder besser zeitnah bzw. sofort tierärztlichen Rat holen solltest.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Analdrüsenproblemen?

Die Ernährung spielt bei Analdrüsenproblemen eine doppelte Rolle: Sie kann sowohl Ursache als auch Lösung sein. Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert einen voluminöseren, festeren Stuhl — und genau dieser feste Stuhl entleert beim Kotabsatz die Analdrüsen auf natürliche Weise mit. Ist der Kot dagegen zu weich oder unregelmäßig, bleibt diese natürliche Entleerung oft aus.

Grundsätzlich empfehlen wir bei Problemen mit dem Darm und den Analdrüsen kaltgepresstes Hundefutter, weil dessen Rohfaseranteil und die darmwandtrainierende Verdauungsweise eine gesunde Darmflora unterstützen. Hat Dein Hund zusätzlich eine empfindliche Verdauung, kann unser fettreduziertes Schonkostfutter INTESTO (auch als INTESTO MINI für kleine Hunderassen) eine gute Ergänzung oder Alternative sein. Bevorzugt Dein Hund Nassfutter, lässt sich INTESTO Trockenfutter mit DOGLICIOUS INTESTO kombinieren.

Eine Futterumstellung solltest Du immer langsam angehen, damit sich Dein Hund an die neue Verdauungsart gewöhnen kann.

Extra-Tipp: In diesem Ratgeber zu kaltgepresstem Hundefutter erfährst Du, welche gesundheitlichen Vorteile kaltgepresstes Futter für Deinen Hund bietet.

Wie wird eine Analdrüsenentzündung beim Hund diagnostiziert?

Die Diagnose einer Analdrüsenentzündung basiert in der Regel auf einer gründlichen klinischen Untersuchung durch den Tierarzt oder die Tierärztin, wobei der Analbereich abgetastet wird. In den meisten Fällen reicht der Tastbefund aus, um die Diagnose stellen zu können. Manchmal sind zusätzliche Tests nötig. Bei einer zytologischen Untersuchung wird dem Hund Sekret aus der Analdrüse entnommen, um Entzündungen, Infektionen oder andere pathologische Zustände wie Tumore zu erkennen.

Untersuchung der Analdrüsen bei einem Dackel
Durch gründliches Abtasten lässt sich in den meisten Fällen herausfinden, ob ein Hund verstopfte oder entzündete Analdrüsen hat.

Wie kann man eine Analdrüsenentzündung beim Hund behandeln?

Um entzündete Analdrüsen bei Hunden zu behandeln, können folgende Maßnahmen zum Einsatz kommen:

  • Ausdrücken der Analdrüsen: Hierbei werden die Analdrüsen vorsichtig entleert, um den Druck zu verringern und die Entzündung zu lindern.
  • Spülung: Bei starker Entzündung oder vermehrter Sekret-Ansammlung wird ggf. ein Medikament bzw. eine desinfizierende Lösung in den Analbeutel eingebracht.
  • Antibiotika: Liegt zusätzlich eine bakterielle Infektion vor, werden in der Regel Antibiotika verschrieben.
  • Schmerzlinderung: Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente können gegeben werden, um das Wohlbefinden des betroffenen Hundes zu unterstützen.
  • Operation: Falls es wiederholt zu schwerwiegenden nicht beherrschbaren Entzündungen, kann die Entfernung einer oder beider Analdrüsen in Betracht gezogen werden — das ist immer die letzte Option.

Liegt zusätzlich eine Verstopfung oder anhaltender Durchfall vor, müssen diese entsprechend mitbehandelt werden.

Bei der ganzheitlichen Therapie wird der eigentliche Auslöser einer Analdrüsenentzündung mitberücksichtigt

Nach unserer langjährigen Erfahrung in der ganzheitlichen Tiermedizin sind die Analdrüsen eine verlässliche Informationsquelle, die Auskunft über den Zustand des Dickdarms gibt: So lange die Verdauung Deines Hundes im „grünen Bereich“ ist, verrichten auch die Analdrüsen meist „brav“ ihre Arbeit. Ist die Dickdarmflora jedoch übersäuert, kann es passieren, dass die Analdrüsen mit Säuren und Toxinen überschwemmt werden. Im besten Fall löst der Darm dieses Problem durch eine verstärkte Ausscheidung von Kot — im ungünstigsten Fall kann sich das Sekret so verdicken, dass es seinen Ausgang nicht mehr findet.

Darüber hinaus kann durch mangelndes Training der Beckenfaszien die Aufhängung zum Darm hin erschlaffen, was die natürliche Entleerung zusätzlich erschwert.

Hat Dein Hund entzündete oder verstopfte Analdrüsen empfehlen wir, schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen, damit sich das Sekret in der Analdrüse wieder verflüssigt und erholt. Mit geeigneten Nahrungsergänzungen kannst Du den natürlichen Prozess unterstützen. 

Produktempfehlung

Die Analdrüsen-Kur von „Das Gesunde Tier" enthält Inhaltsstoffe, die zur Unterstützung der allgemeinen Darmgesundheit beitragen können. Sie enthält folgende Produkte:

  • Akazienfaser Pulver ist reich an natürlichen Ballaststoffen und fördert eine ausgewogene Ernährung. Dies ist insbesondere für starke Darmwände und eine gesunde Darmflora bedeutsam.
  • Curcuma Plus kann das allgemeine Befinden unterstützen. Der enthaltene Kurkuma-Extrakt enthält natürliche Inhaltsstoffe, die traditionell für ihre wohltuenden Eigenschaften bekannt sind.
  • Humi Algo Pulver kann zur Förderung einer ausgeglichenen Darmflora beitragen.

Zur schonenden Hautpflege bei entzündeten Analdrüsen empfehlen wir zusätzlich:

  • Reishi-Pflege mit Reishi-Extrakt, Sheabutter und Jojobaöl zum lokalen Auftragen auf die Haut.

Wir stehen Dir zur Seite für die Gesundheit Deines Hundes

Hat Dein Hund wiederkehrende oder unklare Beschwerden mit den Analdrüsen, berät Dich das Team von DGT MEDICAL gerne zu Futter- und Ergänzungsfuttermitteln und steht Dir auch für eine Zweitmeinung oder ein Gespräch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zur Verfügung.


Welche Hausmittel können helfen, wenn mein Hund entzündete Analdrüsen hat?

Diese Hausmittel können nur zur Linderung beitragen und ersetzen keine tierärztliche Behandlung.

  • Warme Kompressen: Ein warmes (nicht heißes) Tuch für einige Minuten auf den betroffenen Bereich legen, kann Schmerzen und Entzündungen lindern.
  • Kamillenbäder: Ein lauwarmes Kamillen-Bad (10–15 Minuten) kann die Haut im Analbereich beruhigen.
  • Ballaststoffe: Eine ballaststoffreiche Ernährung kann einen voluminöseren, festeren Stuhl fördern und so die natürliche Entleerung unterstützen — z. B. mit Akazienfaser Pulver oder einer kleinen Menge Lein- oder Chiasamen (bis zu ¼ TL für kleine, bis zu 1 TL für große Hunde täglich). Achte dabei auf ausreichend Wasser.

Wie kann man eine Analdrüsenentzündung beim Hund vorbeugen?

Die folgenden Maßnahmen zielen darauf ab, die Gesundheit des Magen-Darm-Systems und damit auch der Analdrüsen zu fördern.

  • Verdauungsfördernde Fütterungsstrategie: Füttere Deinen Hund ein- bis maximal zweimal täglich, am besten morgens/vormittags. Die letzte Mahlzeit vor 18 Uhr, damit sich der Verdauungstrakt über Nacht erholen kann.
  • Ausreichend Bewegung: Hält den Darm aktiv, unterstützt die natürliche Entleerung der Analdrüsen und fördert ein gesundes Körpergewicht.
  • Regelmäßige Tierarztbesuche: So lassen sich der Gesundheitszustand überwachen und Probleme frühzeitig erkennen.
  • Natürliche Vorbeugung: Integrativ arbeitende Tierärzt:innen können alternative Ansätze wie die Unterstützung der Darmflora und natürliche Ergänzungsfuttermittel in Betracht ziehen
Vier Tipps zur Vorbeugung von Analdrüsenproblemen beim Hund: Fütterung, Bewegung, Tierarztbesuche, natürliche Unterstützung
Mit der passenden Fütterungsstrategie, ausreichend Bewegung und regelmäßigen Tierarztbesuchen kannst Du aktiv dazu beitragen, dass es Deiner Fellnase rundum gut geht.

Fazit

Auf den Darm achten, Ernährung anpassen, im Zweifel abklären lassen.

Analdrüsenprobleme beim Hund hängen eng mit der Verdauung zusammen: Ein fester, regelmäßiger Stuhl entleert die Analdrüsen oft schon von selbst mit. Eine ballaststoffreiche, gut verdauliche Ernährung ist deshalb genauso wichtig wie das richtige Vorgehen im Akutfall. Drücke die Analdrüsen nicht ohne Grund selbst aus, und lass wiederkehrende oder starke Beschwerden immer tierärztlich abklären.


Häufige Fragen

Es gibt eine äußere Technik, bei der die Drüsen durch Druck von außen entleert werden, ohne in den Analbereich zu greifen. Wir raten trotzdem davon ab, das ohne Anleitung selbst zu versuchen: Bei falscher Handhabung kann zu viel oder falsch gerichteter Druck die empfindlichen Drüsen reizen oder verletzen. Lass Dir die Technik am besten einmal von Deiner Tierarztpraxis zeigen, bevor Du es selbst versuchst.
In den meisten Fällen sind verstopfte oder leicht entzündete Analdrüsen kein akuter Notfall, sollten aber zeitnah abgeklärt werden. Bleibt eine Entzündung unbehandelt, kann sie fortschreiten und im schlimmsten Fall zu einem schmerzhaften Abszess führen, der aufbrechen kann. Je früher Du reagierst, desto unkomplizierter lässt sich das Problem meist beheben.
Das Ausdrücken sollte — egal ob in der Tierarztpraxis oder zuhause — nur als Notlösung erfolgen. Unserer Erfahrung nach reagieren die empfindlichen Drüsen auf diesen starken Reiz oft mit noch mehr Sekretproduktion, was im schlimmsten Fall zu chronischen Problemen führen kann. Wir empfehlen, die genaue Ursache mit der Tierarztpraxis abzuklären und die manuelle Entleerung nur in Absprache mit ihr vorzunehmen.
Der Verlauf kann je nach Schweregrad und Ursache unterschiedlich lange dauern — von wenigen Tagen bei leichten, rechtzeitig behandelten Fällen bis zu mehreren Wochen bei wiederkehrenden oder chronischen Beschwerden. Je früher die Ursache erkannt und behandelt wird, desto schneller klingt die Entzündung meist ab.

Quellen

Corbee, R.J., Woldring, H.H., van den Eijnde, L.M., Wouters, E.G.H. (2021). A Cross-Sectional Study on Canine and Feline Anal Sac Disease Beynen, A.C. (2019). Diet and anal-sac impaction in dogs

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Über Tierarzt Thomas Backhaus

Tierarzt Thomas Backhaus ist Spezialist für ganzheitliche Tiermedizin mit Schwerpunkt auf Mitochondrialer Medizin. 1996 gründete e ... Weiterlesen

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