Futterunverträglichkeit beim Hund: Symptome, Ursachen und Ausschlussdiät
- Futterunverträglichkeit und Futtermittelallergie sind nicht dasselbe.
- Juckreiz, Durchfall oder Erbrechen können viele Ursachen haben.
- Eine Ausschlussdiät hilft, eine Reaktion auf Futter gezielt zu überprüfen.
- Bei Hautproblemen dauert sie meist etwa acht Wochen, manchmal länger.
- Monoprotein bedeutet nicht automatisch, dass ein Futter für eine Ausschlussdiät geeignet ist.
- Snacks, Kauartikel und aromatisierte Medikamente können das Ergebnis verfälschen.
- Bei starken oder anhaltenden Beschwerden solltest Du Deinen Hund tierärztlich untersuchen lassen.
- Lass wiederkehrende oder stärkere Beschwerden tierärztlich abklären.
- Notiere, was Dein Hund bisher gefressen hat.
- Wähle gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis eine geeignete Testdiät aus.
- Füttere während der Testphase ausschließlich die vereinbarte Diät.
- Dokumentiere Beschwerden und Veränderungen.
- Prüfe nach einer deutlichen Besserung, ob eine kontrollierte Provokation sinnvoll ist.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei starken, akuten oder anhaltenden Beschwerden sowie bei Welpen, gebrechlichen oder vorerkrankten Hunden ist eine frühzeitige Untersuchung besonders wichtig.
Was ist eine Futterunverträglichkeit – und wie unterscheidet sie sich von einer Allergie?
Im Alltag werden die Begriffe Futterunverträglichkeit, Futtermittelunverträglichkeit und Futtermittelallergie häufig gleich verwendet. Medizinisch gibt es jedoch einen Unterschied.
Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem des Hundes auf Bestandteile des Futters – meistens auf bestimmte Proteine. Bei einer nicht allergischen Futterunverträglichkeit ist das Immunsystem dagegen nicht beteiligt. Ein Beispiel dafür ist eine Unverträglichkeit, weil ein bestimmter Stoff nicht ausreichend verdaut werden kann.
Für Dich als Hundehalter ist vor allem eines wichtig: An den Beschwerden allein lässt sich dieser Unterschied nicht erkennen. Juckreiz, Verdauungsprobleme oder Ohrenentzündungen können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten.
Selbst wenn es Deinem Hund während einer Ausschlussdiät deutlich besser geht und die Beschwerden nach erneuter Gabe des bisherigen Futters zurückkehren, steht zunächst fest, dass er auf einen Bestandteil des Futters reagiert. Welcher genaue Mechanismus dahintersteckt, lässt sich daraus nicht immer ableiten.
| Merkmal | Futtermittelallergie | Nicht allergische Unverträglichkeit |
|---|---|---|
| Ursache | Reaktion des Immunsystems | Andere Mechanismen, z. B. eingeschränkte Verdauung |
| Mögliche Beschwerden | Haut, Ohren und/oder Verdauung | Häufig Verdauungsbeschwerden |
| Am Symptom erkennbar? | Nein | Nein |
| Vorgehen | Ausschlussdiät und kontrollierte Provokation | Ursache eingrenzen und Reaktion auf Meidung überprüfen |
Wie schätzt Du die Beschwerden Deines Hundes ein?
- Milde, einmalige Beschwerden bei einem ansonsten fitten Hund zunächst beobachten
- Wiederkehrenden Juckreiz, regelmäßig weichen Kot, Blähungen oder häufige Ohrenprobleme abklären lassen
- Ständige spontane Futterwechsel vermeiden – sie machen es oft schwieriger, die eigentliche Ursache zu erkennen
- Häufige wässrige Durchfälle
- Futterverweigerung
- Fieber oder Bauchschmerzen
- Gewichtsverlust
- Schmerzhafte Ohren oder offene Hautstellen
- Gilt besonders bei Welpen
- Atemnot oder Kollaps
- Starke Schwellungen im Gesicht oder Hals
- Aufgeblähter und schmerzhafter Bauch
- Größere Mengen Blut im Kot oder Erbrochenen
- Krampfanfälle
- Verdacht auf eine Vergiftung
Welche Ursachen und Auslöser können dahinterstecken?
Bei einer Futtermittelallergie reagiert der Hund nicht auf eine Zutat, weil sie grundsätzlich „schlecht“ ist. Sein Immunsystem erkennt bestimmte Bestandteile als Auslöser.
Häufig genannt werden beispielsweise Rind, Milchprodukte, Huhn, Weizen, Ei oder Soja. Das bedeutet aber nicht, dass diese Zutaten für Hunde grundsätzlich problematisch sind. Häufig gefütterte Proteinquellen tauchen auch häufiger als mögliche Auslöser auf. Grundsätzlich kann ein Hund auf unterschiedliche Proteine reagieren.1
Auch der Darm kann bei chronischen Beschwerden eine Rolle spielen – mehr dazu liest Du weiter unten im Abschnitt „Welche Rolle spielt der Darm bei Futterunverträglichkeit und Allergien?“.
Futterunverträglichkeit oder verdorbenes Futter?
Nicht jede Reaktion nach dem Fressen ist eine Futterunverträglichkeit. Auch verdorbenes oder falsch gelagertes Futter kann Erbrechen, Durchfall oder Unwohlsein verursachen.
Feuchtigkeit kann beispielsweise Schimmel und Vorratsschädlinge begünstigen. Fette können ranzig werden und verunreinigte Produkte können mit krankmachenden Keimen belastet sein. Solche Probleme treten eher plötzlich auf und können unter Umständen mehrere Tiere betreffen.2
Achte deshalb auch auf das Futter selbst. Auffällig sind unter anderem ein ungewohnter oder ranziger Geruch, sichtbarer Schimmel, Feuchtigkeit, starke Verklumpungen, eine beschädigte oder aufgeblähte Verpackung sowie Veränderungen von Farbe oder Konsistenz.
Fällt Dir etwas Ungewöhnliches auf, solltest Du das Futter nicht weitergeben oder „testweise“ noch einmal anbieten. Bewahre Verpackung, Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum auf und besprich das weitere Vorgehen bei Beschwerden mit Deiner Tierarztpraxis.
So lagerst Du Futter hygienisch
- Trockenfutter kühl, trocken und vor Sonne geschützt aufbewahren. Ideal ist es, den verschlossenen Originalbeutel zusätzlich in einen sauberen, dicht schließenden Behälter zu stellen.3
- Neues Futter nicht einfach auf alte Reste schütten. Behälter zwischen verschiedenen Chargen leeren, reinigen und gründlich trocknen.
- Geöffnetes Nassfutter abgedeckt im Kühlschrank lagern und die Aufbewahrungshinweise des Herstellers beachten.
- Futter- und Wassernäpfe regelmäßig reinigen und gut trocknen.
Welche Symptome kann eine Futterunverträglichkeit beim Hund verursachen?
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich aussehen. Einige Hunde zeigen vor allem Hautprobleme, andere haben Verdauungsbeschwerden. Manchmal treten beide Bereiche gleichzeitig auf.
Haut und Ohren
Mögliche Hinweise sind:
Durch häufiges Kratzen und eine geschädigte Haut können zusätzlich bakterielle Infektionen oder Hefepilze auftreten.4
Magen und Darm
Mögliche Beschwerden sind Erbrechen, weicher oder wässriger Kot, häufigerer Kotabsatz, Schleim im Kot, Blähungen, Bauchgeräusche, Bauchschmerzen oder Übelkeit. Manche Hunde haben außerdem weniger Appetit oder verlieren Gewicht.
Bei akutem, unkompliziertem Durchfall kann zeitweise eine leicht verdauliche Fütterung sinnvoll sein – mehr dazu in unserem Ratgeber zu Schonkost für Hunde. Eine solche Schonkost ist aber keine Ausschlussdiät.
Einen breiteren Überblick über Verdauungsbeschwerden, passende Fütterung und Unterstützung findest Du in unserer Themenwelt Magen & Darm beim Hund.
Verhalten und Allgemeinbefinden
Juckreiz, Schmerzen oder Übelkeit können sich auch im Verhalten zeigen. Manche Hunde wirken unruhiger, schlafen schlechter, ziehen sich zurück oder sind schneller gereizt.
Mattigkeit, Fieber, deutlicher Gewichtsverlust oder Austrocknung sprechen dagegen dafür, die Ursache umfassender abklären zu lassen.
Futtermilbenallergie und Futterunverträglichkeit sind nicht dasselbe
Vorratsmilben können sich unter bestimmten Bedingungen in trocken gelagerten Futtermitteln vermehren. Reagiert ein Hund auf diese Milben, richtet sich die Reaktion gegen die Milbenallergene – nicht automatisch gegen die Zutaten des Futters.
Eine Futtermilbenallergie und eine Futtermittelallergie sind deshalb zwei unterschiedliche Themen. Auch ein positiver Allergietest auf Milben beweist nicht automatisch, dass das Futter selbst die Beschwerden verursacht. Mehr zu diesem eigenständigen Krankheitsbild liest Du in unserem Ratgeber zu Futtermilben beim Hund.
Wie wird eine Futterunverträglichkeit beim Hund festgestellt?
Am Anfang steht eine möglichst vollständige Vorgeschichte. Wichtig ist dabei insbesondere, was Dein Hund bisher gefressen hat: Hauptfutter, frühere Futtersorten, Leckerlis, Kauartikel, Tischreste und Nahrungsergänzungen.
Je nach Beschwerden untersucht die Tierarztpraxis außerdem Haut, Ohren oder Verdauungstrakt und prüft mögliche andere Ursachen. Bei Hautproblemen können beispielsweise Parasiten oder zusätzliche Hautinfektionen eine Rolle spielen. Bei Verdauungsbeschwerden können je nach Verlauf Kotuntersuchungen, Bluttests oder weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Können Tests eine Futtermittelallergie feststellen?
Bluttests, Speicheltests, Haartests und andere kommerziell angebotene Unverträglichkeitstests können eine Futtermittelallergie beim Hund nicht abschließend bestätigen oder ausschließen.5,6 Sie können Dir aber erste Hinweise geben, an denen Du Dich orientieren kannst – zum Beispiel, welche Fragen Du als Nächstes mit Deiner Tierarztpraxis klären solltest oder ob ein gezielter Diätversuch sinnvoll ist.
Ein Beispiel dafür ist unser DARMTEST ALLERGIETENDENZ: Er untersucht die Darmschleimhaut und das Mikrobiom Deines Hundes und kann erste Hinweise auf mögliche Ursachen von Juckreiz, Unverträglichkeiten und Allergien liefern. Auch ein solcher Test ersetzt keine tierärztliche Diagnose – er kann Dir aber eine erste Orientierung geben und als Grundlage für das weitere Vorgehen, zum Beispiel den gezielten Start einer Ausschlussdiät, dienen.
Der wichtigste praktische Weg bleibt deshalb eine konsequent durchgeführte Ausschlussdiät mit anschließender kontrollierter Provokation.
Ausschlussdiät beim Hund: So gehst Du Schritt für Schritt vor
Eine Ausschlussdiät wird auch Eliminationsdiät genannt. Ziel ist es, Deinem Hund für einen begrenzten Zeitraum nur Futterbestandteile zu geben, auf die er möglichst noch nicht reagieren konnte – und alle anderen möglichen Auslöser konsequent wegzulassen.
Sie ist nicht dasselbe wie Schonkost. Hühnchen mit Reis kann bei kurzfristigen Verdauungsproblemen als leicht verdauliche Ration eingesetzt werden. Für eine Ausschlussdiät ist diese Kombination häufig ungeeignet, weil viele Hunde Huhn oder Reis bereits kennen. 7
Schritt 1: Ausgangslage dokumentieren
Bevor die Diät beginnt, solltest Du festhalten, welche Beschwerden aktuell bestehen.
Notiere beispielsweise Juckreiz, betroffene Hautstellen, Ohrenprobleme, Kotkonsistenz, Häufigkeit des Kotabsatzes, Erbrechen, Appetit und Körpergewicht. Fotos können helfen, Veränderungen später besser einzuschätzen.
Außerdem ist eine möglichst vollständige Fütterungsgeschichte wichtig. Dazu gehören auch frühere Futtersorten, Snacks, Kauartikel und Produkte, die nur gelegentlich gegeben wurden.
Schritt 2: Geeignete Testdiät auswählen
Welche Diät geeignet ist, hängt davon ab, was Dein Hund in seinem bisherigen Leben bereits gefressen hat.
Eine Möglichkeit ist ein bedarfsdeckendes Diätfutter mit einer Proteinquelle, die Dein Hund sicher noch nicht bekommen hat. Eine andere Möglichkeit sind hydrolysierte Proteine. Dabei werden Proteine in kleinere Bestandteile zerlegt, damit sie vom Immunsystem schlechter erkannt werden.
Auch eine selbst gekochte Eliminationsration kann infrage kommen. Wird sie über einen längeren Zeitraum gefüttert, sollte sie jedoch fachgerecht zusammengestellt werden, damit Dein Hund ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt wird.
Ist Monoproteinfutter automatisch für eine Ausschlussdiät geeignet?
Nein. Monoprotein bedeutet zunächst nur, dass eine bestimmte Proteinquelle ausgelobt wird.
Ein Monoproteinfutter kann für eine Ausschlussdiät infrage kommen, wenn die Proteinquelle für Deinen Hund tatsächlich neu ist, die Rezeptur transparent und bedarfsdeckend ist und sich mögliche weitere Proteinquellen ausreichend kontrollieren lassen.
Ein frei verkäufliches Monoproteinprodukt ist deshalb nicht automatisch dasselbe wie eine diagnostische Eliminationsdiät. Untersuchungen zeigen, dass in Futtermitteln unter Umständen auch nicht deklarierte tierische Proteinspuren vorkommen können. 8
Entscheidend sind immer die bisherige Fütterungsgeschichte, die tatsächliche Zusammensetzung und der konkrete Diätplan.
Schritt 3: Die Ausschlussdiät konsequent durchführen
Sobald die Testphase beginnt, bekommt Dein Hund ausschließlich die festgelegte Diät und Wasser.
Als Belohnung kannst Du einen Teil der Tagesration verwenden. Informiere auch alle anderen Personen, die Deinen Hund füttern könnten – zum Beispiel Familie, Hundesitter oder Hundeschule.
Während einer Ausschlussdiät können bereits kleine Extras das Ergebnis verfälschen. Dazu gehören unter anderem Leckerlis, Kauartikel, Tischreste, Futter anderer Tiere, Zahnpflegeprodukte, Pasten, Öle und Nahrungsergänzungen.
Auch manche Medikamente enthalten Aromen oder Bestandteile tierischen Ursprungs. Setze Medikamente deshalb niemals eigenständig ab, sondern kläre mit Deiner Tierarztpraxis, wie sie während der Diät berücksichtigt werden.
Schritt 4: Wie lange dauert eine Ausschlussdiät?
Bei Verdauungsbeschwerden kann sich eine Veränderung bereits innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen zeigen.
Bei Hautproblemen braucht es meist mehr Geduld. Hier wird die Diät in der Regel etwa acht Wochen konsequent durchgeführt. Wenn sich die Beschwerden zwar bessern, aber noch nicht vollständig stabil sind, kann die Tierarztpraxis je nach Verlauf eine Verlängerung auf bis zu zwölf Wochen empfehlen. 9
Ein einzelner schlechter Tag bedeutet dabei nicht automatisch, dass die Diät nicht funktioniert.
Verschlechtert sich der Zustand Deines Hundes deutlich oder treten starkes Erbrechen, schwerer Durchfall, Blutverlust, Austrocknung, Futterverweigerung oder Gewichtsverlust auf, solltest Du die Situation tierärztlich abklären lassen.
Wenn die Ausschlussdiät scheinbar nicht funktioniert
Bleibt die Besserung aus, bedeutet das nicht automatisch, dass Futter als Ursache ausgeschlossen ist.
Zuerst sollte geprüft werden:
- Wurde die Diät wirklich konsequent eingehalten?
- Gab es Snacks oder Kauartikel zwischendurch?
- Hat Dein Hund unterwegs etwas aufgenommen?
- Enthalten Medikamente oder Nahrungsergänzungen zusätzliche Bestandteile?
- Wurde möglicherweise eine Proteinquelle übersehen, die er früher bereits bekommen hat?
Außerdem können andere Erkrankungen parallel bestehen. Bei Hautproblemen können beispielsweise zusätzliche bakterielle Infektionen oder Hefepilze den Juckreiz aufrechterhalten. Bei Verdauungsbeschwerden kommen unter anderem Parasiten oder chronische Darmerkrankungen infrage.
Die Diät sollte deshalb nicht einfach immer weiter verlängert werden. Bleibt eine deutliche Besserung aus, sollte gemeinsam mit der Tierarztpraxis überprüft werden, ob Diätwahl, Durchführung und bisherige Diagnose noch passen.
Körpergewicht und Nährstoffversorgung im Blick behalten
Auch während einer Ausschlussdiät muss Dein Hund ausreichend Energie und alle notwendigen Nährstoffe erhalten.10
Kontrolliere deshalb regelmäßig das Körpergewicht. Deutlicher Gewichtsverlust, Muskelabbau oder dauerhaft starker Hunger gehören nicht zu einer gut durchgeführten Eliminationsdiät.
Schritt 5: Provokation – die Reaktion bestätigen
Geht es Deinem Hund während der Ausschlussdiät deutlich besser, folgt nach tierärztlicher Absprache die sogenannte Provokation.
Dabei wird das vorherige Futter oder ein verdächtiger Bestandteil erneut gegeben. Kehren die ursprünglichen Beschwerden zurück und bessern sie sich nach der Rückkehr zur Testdiät wieder, spricht das deutlich für eine Reaktion auf das Futter.
Bei Hautproblemen kann es einige Tage dauern, bis Beschwerden erneut auftreten.
Nach einer schweren früheren Reaktion oder bei anderen medizinischen Risiken sollte eine Provokation nur unter tierärztlicher Begleitung erfolgen.
Anschließend können einzelne Zutaten nacheinander geprüft werden. So lässt sich herausfinden, welche Bestandteile tatsächlich problematisch sind – und welche Dein Hund weiterhin verträgt.
„Eine Ausschlussdiät ist nur dann diagnostisch aussagekräftig, wenn Futterauswahl, Konsequenz, Dokumentation und anschließende Provokation zusammenpassen. Schon kleine, regelmäßig gegebene Extras können das Ergebnis unklar machen.“
Wie geht es nach einer bestätigten Futterreaktion weiter?
Steht fest, dass Dein Hund auf bestimmte Futterbestandteile reagiert, werden die bestätigten Auslöser möglichst gemieden. Anschließend wird eine langfristige, bedarfsdeckende Ernährung gewählt.
Dabei muss nicht automatisch dauerhaft auf möglichst viele Zutaten verzichtet werden. Durch gezielte Einzeltests lässt sich häufig herausfinden, welche Bestandteile weiterhin gut vertragen werden.
Bestehen gleichzeitig Ohrenentzündungen, Hautinfektionen oder andere Erkrankungen, werden diese zusätzlich behandelt.
Probiotika, Präbiotika oder andere Ergänzungen können je nach individuellem Befund Teil des Fütterungsplans sein. Sie ersetzen jedoch weder die Ausschlussdiät noch die kontrollierte Provokation.
Welche Rolle spielt der Darm bei Futterunverträglichkeit und Allergien?
Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern steht auch eng mit dem Immunsystem Deines Hundes in Verbindung. Ein großer Teil des Immunsystems liegt direkt in der Darmwand. Veränderungen der Darmbarriere und des Darmmikrobioms können deshalb mit Hautproblemen und allergischen Reaktionen in Zusammenhang stehen.11
Das bedeutet nicht, dass eine Futterunverträglichkeit oder Futtermittelallergie allein im Darm entsteht oder dass sich eine Allergie durch eine „Darmsanierung“ beweisen oder beseitigen lässt. Dafür spielen zu viele Faktoren zusammen, und nicht jeder Hund mit einer empfindlichen Verdauung entwickelt auch eine Futtermittelallergie. Bei wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden oder Hautproblemen müssen deshalb immer auch andere Ursachen berücksichtigt werden.
Ein ausgeglichenes Darmmilieu kann die Verdauung Deines Hundes trotzdem unterstützen – gerade dann, wenn er ohnehin empfindlich reagiert oder gerade eine Futterumstellung ansteht, etwa zu Beginn einer Ausschlussdiät.
Wie Du die Darmflora Deines Hundes aufbauen kannst, erklären wir Dir in unserem Ratgeber zu Darmflora aufbauen beim Hund.
Kannst Du einer Futterunverträglichkeit vorbeugen?
Eine Futtermittelallergie lässt sich nicht zuverlässig verhindern. Ein ständiger Wechsel verschiedener Proteinquellen, eine pauschal getreidefreie Ernährung oder die vorsorgliche Fütterung möglichst vieler exotischer Fleischsorten bieten keinen sicheren Schutz.
Im Gegenteil: Wenn ein Hund bereits sehr viele seltene Proteinquellen kennengelernt hat, stehen später weniger wirklich neue Proteinquellen für eine Ausschlussdiät zur Verfügung.
Sinnvoller ist es, auf eine bedarfsdeckende Ernährung mit nachvollziehbaren Zutaten zu achten, neue Futtermittel schrittweise einzuführen und wiederkehrende Beschwerden nicht durch ständig neue Futterwechsel zu überdecken.
Eine dokumentierte Fütterungsgeschichte kann später sehr hilfreich sein.
Produktempfehlung
Für einen diagnostischen Futterversuch sollte ein Produkt nicht allein wegen Bezeichnungen wie „hypoallergen“, „Monoprotein“ oder „kaltgepresst“ ausgewählt werden.
Wichtig sind vor allem:
- eine für den Hund geeignete Proteinquelle oder entsprechend hydrolysiertes Protein
- eine nachvollziehbare Zusammensetzung
- eine bedarfsdeckende Rezeptur
- die vollständige Berücksichtigung aller Snacks und Zusätze
- ein klarer Plan für Dauer und Verlaufskontrolle
ALLERGO: kaltgepresstes hypoallergenes Trockenfutter für vegan ernährte Hunde
- Rein pflanzliche Rezeptur mit Süßlupine als Eiweißquelle, ergänzt um Gemüse, Obst, Algen und Kräuter
- Enthält keine tierischen Proteine und ist getreide- und glutenfrei
- Kommt infrage, wenn eine Reaktion auf tierische Proteinquellen im Raum steht – ob es zur bisherigen Fütterungsgeschichte Deines Hundes passt, entscheidet Ihr am besten gemeinsam mit Deiner Tierarztpraxis
PLANTA: purinarmes Spezialtrockenfutter für vegetarisch ernährte Hunde
- Vegetarische, purinarme Rezeptur mit pflanzlichen Eiweißquellen wie Erbsen- und Kartoffelprotein sowie Ei
- Getreide- und glutenfrei, ohne künstliche Zusatzstoffe
- Da PLANTA mit Ei eine tierische Proteinquelle enthält, eignet es sich nicht für jeden Diätversuch gleichermaßen – ob es zur bisherigen Fütterungsgeschichte Deines Hundes passt, sollte tierärztlich mit abgestimmt werden
Auch eine Rezeptur aus der 5-E™ HYPO-Linie kommt deshalb nur dann infrage, wenn sie zur bisherigen Fütterungsgeschichte und zum individuellen Bedarf Deines Hundes passt. Ob ein Futter für eine diagnostische Ausschlussdiät geeignet ist, sollte im Zweifel gemeinsam mit Deiner Tierarztpraxis oder einer fachlichen Ernährungsberatung entschieden werden. Weitere Optionen findest Du in unserer Kategorie für hypoallergenes Hundefutter, oder Du lässt Dich in unserem Futterberater individuell beraten.
Unterstützung bei Futterunverträglichkeit
Bei Warnzeichen, deutlichem Gewichtsverlust, schmerzhaften Ohren oder offenen Hautstellen sollte Dein Hund vor Ort tierärztlich untersucht werden.
Bei weniger akuten Fragen kann eine Beratung dabei helfen, die bisherige Fütterungsgeschichte zu sortieren und die nächsten Schritte vorzubereiten. Das ist besonders hilfreich, wenn unklar ist, welche Proteinquellen Dein Hund bereits kennt oder welche Futteroption für einen geplanten Diätversuch infrage kommt – zum Beispiel in einer tierärztlichen Online-Beratung bei DGT MEDICAL oder in unserer individuellen Ernährungsberatung.
Fazit
Wiederkehrender Juckreiz, Ohrenprobleme oder Verdauungsbeschwerden können mit dem Futter zusammenhängen – müssen es aber nicht. Statt immer wieder spontan das Futter zu wechseln, ist eine strukturierte Abklärung sinnvoll.
Eine konsequent durchgeführte Ausschlussdiät mit dokumentiertem Verlauf und anschließender kontrollierter Provokation bringt die größte Klarheit. Welche Diät dafür geeignet ist, hängt immer von der individuellen Fütterungsgeschichte Deines Hundes ab.
Bei starken Beschwerden, Gewichtsverlust oder deutlicher Verschlechterung solltest Du Deinen Hund zeitnah tierärztlich untersuchen lassen.
Häufige Fragen
Quellen
1 Mueller, R. S.; Olivry, T.; Prélaud, P. (2016). Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals 2 About Pet Food Safety. Healthy Pets, Healthy People 3 Tips for Safe Handling of Pet Food and Treats 4 (2023). Diagnosing Allergic Skin Disease in the Canine Patient 5 Mueller, R. S.; Olivry, T. (2017). Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (4): can we diagnose adverse food reactions in dogs and cats with in vivo or in vitro tests? 6 Coyner, K.; Schick, A. (2019). Hair and saliva test fails to identify allergies in dogs 7 Implementing an Elimination-Challenge Diet Trial Dog 8 Ricci, R. et al. (2013). Identification of undeclared sources of animal origin in canine dry foods used in dietary elimination trials 9 Olivry, T.; Mueller, R. S.; Prélaud, P. (2015). Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals: duration of elimination diets 10 Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs 11 Craig, J. M. (2016). Atopic dermatitis and the intestinal microbiota in humans and dogsÜber Tierarzt Dávid Zárecký
Ich bin Tierarzt mit einem ganzheitlichen, nachhaltigen und vorsorgeorientierten Ansatz. Mein beruflicher Weg begann in der Slowak
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