Ernährungspyramide für die Katze

Mit Hilfe einer Ernährungspyramide lässt sich recht anschaulich darstellen, aus welchen Mengenanteilen die tägliche Katzennahrung bestehen sollte, um den Anforderungen an eine optimale Versorgung gerecht zu werden. So sehen Sie auf einen Blick, was und wie viel von den jeweiligen Nährstoffen in gesundes Futter gehört. Die Katze benötigt als fettliebender Carnivor (Fleischfresser) eine andere Verteilung als der Hund als Carni-Omnivor (Alles- und Fleischfresser).

Die Abbildung zeigt Ihnen die Darstellung der für Katzen nötigen Nährstoffe in Pyramidenform (in Anlehnung an N. Dillitzer, Tierärztliche Ernährungsberatung)


Nährstoffe im Katzenfutter

Die Hauptnährstoffe sind Proteine, Fette und Kohlenhydrate, wobei die Ballaststoffe separat betrachtet werden. Weitere notwendige Nährstoffe sind Vitamine und Mineralstoffe.

Proteine

Zu den tierischen Proteinen gehören z.B. Fleisch von Säugetieren oder Geflügel, Innereien wie Leber oder Herz, Fisch wie Lachs oder Forelle, Ei- und Milchprodukte. Pflanzliche Proteine finden sich im Getreide oder in Hülsenfrüchten.

Proteine in der Katzennahrung sichern den Erhalt der Körpersubstanz oder das Wachstum der Welpen. Enzyme und Hormone sind ebenfalls Proteine. Katzen decken einen großen Teil ihrer Energiegewinnung aus Aminosäuren, weshalb ihr Eiweißbedarf deutlich höher als beim Hund ist.

Bei der Eiweißversorgung der Katzen muss berücksichtigt werden, dass sie die Aminosulfonsäure Taurin nicht selbst im körpereigenen Stoffwechsel produzieren können. Taurin wird für die Synthese der Gallensalze benötigt. Es wird im Produktionsprozess dem Katzenfutter zugesetzt.
Eine weitere Besonderheit ist der hohe Bedarf an Arginin. Dies ist eine essentielle Aminosäure, die für den Harnstoffzyklus von Bedeutung ist. Fehlt Arginin im Futter, kann es zu einer dramatischen Ammoniakvergiftung der Katze kommen. In Fleisch ist Arginin in der Regel ausreichend enthalten.

Fette und Öle

Beispiele für typische Fette sind Rindertalg oder Gänseschmalz. Öle gewinnt man aus verschiedenen Pflanzen (z. B. Olivenöl, Nachtkerzenöl, Hanföl usw.) oder aus Fisch (z.B. Lachsöl).

Beim Fettanteil im Katzenfutter ist darauf zu achten, dass Linolsäure als essentielle Fettsäure mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Linolsäure ist (über den Zwischenschritt Linolensäure) die Ausgangssubstanz für die körpereigene Synthese einer weiteren essentiellen Fettsäure – der Arachidonsäure. Auf Grund eines Enzymmangels ist die Katze dazu nicht in der Lage, weshalb auch die Arachidonsäure im Futter enthalten sein sollte. Tierische Gewebe – Bestandteil von Katzenfutter – enthalten diese Fettsäure normalerweise in ausreichender Menge.

Kohlenhydrate

Katzen haben eine vergleichsweise niedrige Toleranzschwelle für die Verwertung von Kohlenhydraten. Wird diese Schwelle überschritten, kommt es im Darm zu Fehlgärungen mit sauren Durchfällen. Weizen kann mit dem enthaltenen Gluten zu Unverträglichkeiten führen und sollte deshalb kein Bestandteil im Katzenfutter sein.

Im Trockenfutter sind allerdings aus produktionstechnischen Gründen höhere Mengen an Kohlenhydraten enthalten. Die Stärke wird im Herstellungsverfahren aufgeschlossen und damit verdaulich gemacht. Feuchtfutter kann im Vergleich dazu ohne Kohlenhydrate produziert werden.

Ballaststoffe

Unlösliche Faserstoffe unterstützen eine geregelte Verdauungstätigkeit. Sie ergänzen sinnvoll die Futterrationen für Katzen. Rohfaserreich sind z.B. Futterzellulose oder Weizenkleie.

5-E Futterzellulose hat den großen Vorteil, dass sie stoffwechselneutral ist. Sie eignet sich deshalb sowohl für gesunde Katzen als auch für Katzen mit Allergieproblemen oder Diabetes mellitus.

Vitamine

Vitamine erfüllen viele Aufgaben im tierischen Organismus. Sie sind zum Beispiel notwendig für den Knochenstoffwechsel, für die Gesundheit von Haut und Haaren, für die Sehkraft und für die Stärkung des Immunsystems. Einen Teil der Vitamine müssen Katzen mit ihrer Nahrung aufnehmen, zum Teil werden sie im Stoffwechsel synthetisiert. Wasserlösliche Vitamine sind z.B. Vitamin C, Thiamin oder Biotin, fettlöslich sind die Vitamine A, D, E und K.

Vitamin A nehmen Katzen direkt aus dem Fleisch auf. Sie können es nicht wie Hunde oder wir Menschen aus Vorstufen wie beta-Carotin synthetisieren. Katzen sind im Vergleich zum Hund auch nicht in der Lage, Tryptophan in Nikotinsäure umzuwandeln, welche für den Energiestoffwechsel der Zellen wichtig ist. Der Bedarf an Nikotinsäure wird jedoch aus tierischem Gewebe gedeckt. Auch an diesen beiden Beispielen sehen Sie, warum Katzen einen hohen Eiweißbedarf haben.

Noch mehr Informationen zu Vitaminen finden Sie im Text Spezialthemen/ Vitamine.

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige Substanzen. Ohne Mineralstoffe würde kein Herz schlagen, kein Muskel kontrahieren, kein Skelett stabil sein. Die Unterteilung in Mengen- und Spurenelemente beruht auf der Konzentration im Körper. Mengenelemente sind Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor, zu den Spurenelementen zählt man Eisen, Jod, Selen und Zink.

Noch mehr Informationen zu Mineralstoffen finden Sie im Text Spezialthemen/ Mineralstoffe.


Anteil der Nährstoffe im Katzenfutter

Die Zusammensetzung der Katzennahrung variiert in ihren Anteilen, je nachdem, ob es beispielsweise um erwachsene, gesunde Katzen oder um Katzenwelpen geht.

Folgende Mengenangaben gelten für ausgewachsene, gesunde Katzen:

Tierische Proteine sind mit einem Anteil von 60-70 Prozent (bezogen auf die Originalsubstanz, also inklusive Wasseranteil) optimal im Katzenfutter enthalten.
Fette und Öle gehören zu etwa 10-20 Prozent in die Ration.
Rohfaserreiche Ergänzungen sollten zwischen 5-10 Prozent ausmachen.
Kohlenhydrate können zu etwa 5 Prozent der Ration zugefügt werden.
Vitamine und Mineralstoffe werden den Futtersorten jeweils so zugegeben, dass der Bedarf der Katzen mit der täglich empfohlenen Futtermenge gedeckt wird.


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