Deklaration von Katzenfutter – ein undurchdringlicher Dschungel? (Teil 1)

Auf der Verpackung von Fertigfuttermitteln für Katzen stehen viele Informationen. Lesen Sie in diesem Artikel, worauf es dabei ankommt und woran Sie sich als Katzenhalter orientieren können, um für Ihre Miez ein leckeres und auch gutes Futter auszusuchen.

Egal, ob für Katze oder Papagei – Fertigfuttermittel unterliegen einer Kennzeichnungspflicht. Diverse EU-Richtlinien, die Futtermittelverordnung und der Katalog zugelassener Einzelfuttermittel dienen als gesetzliche Grundlagen für alle Angaben und für die zur Futterherstellung erlaubten Rohstoffe. Mit diesen Bestimmungen werden Verbraucher und Tiere vor Täuschung und Schädigung geschützt.

Sie als Katzenbesitzer möchten natürlich wissen, was im Futter drin sein darf. Auch, wie es bezeichnet werden muss. Und was das alles bedeutet, was auf der Tüte oder Dose steht. Wichtig ist die Kenntnis der Inhaltsstoffe im Futter nicht nur, um die Qualität einzuschätzen oder um verschiedene Futtermittel miteinander vergleichen zu können. Im Einzelfall müssen Sie Vorlieben oder Unverträglichkeiten bzw. Erkrankungen Ihrer Katze berücksichtigen.

Im Folgenden erklären wir die (Pflicht-)Angaben auf der Verpackung. Im zweiten Teil zu diesem Thema geht es um Erläuterungen zu den Inhaltsstoffen (z.B. Nebenerzeugnisse und Zusatzstoffe).


Bezeichnung des Futtermittels (Verwendungszweck)

Ein Alleinfutter deckt den Nährstoffbedarf einer gesunden Katze ab, ohne dass weitere Zusätze notwendig sind. Diätfuttermittel sind während der Therapie zum Beispiel bei Nierenerkrankungen oder Diabetes wichtig. Ergänzungsfuttermittel sind allein nicht ausreichend für die Versorgung der Katze. Sie müssen mit anderen Futterkomponenten zu einer vollwertigen Ration kombiniert werden. Wählen Sie also immer ein Alleinfutter, wenn Ihre Katze kein spezielles Futter benötigt.


Tierart und Altersgruppe

Die Angabe der Tierart beruht darauf, dass einzelne Tierarten unterschiedliche Bedürfnisse an die Nährstoffe haben. Nur eine tierartgerechte Ernährung sichert die gesunde Versorgung Ihrer Katze. Ähnlich verhält es sich mit der Altersgruppe. Katzen im Wachstum haben andere Anforderungen an das Futter als ältere Katzen. Nutzen Sie dafür entweder Junior- oder Seniorfutter.

Zusammenfassend könnte die erste Grundaussage auf der Verpackung heißen: „Alleinfuttermittel für erwachsene Katzen“ oder „Diät-Futtermittel für Katzen mit Übergewicht“.


Zusammensetzung

Unter diesem Punkt finden Sie die Inhaltsstoffe des Futters. Dazu zählen die Hauptnährstoffe Proteine (z.B. Geflügel), Fette und Öle (z.B. Fischöl) sowie Kohlenhydrate (z.B. Reis), aber auch Kräuter, Ballaststoffe, Vitamine oder Mineralien. Anhand der hier aufgeführten Komponenten erhalten Sie Hinweise auf die Qualität des Futtermittels.

Hersteller von Futtermitteln deklarieren in verschiedenen Varianten. Bei der offenen Deklaration werden alle Komponenten einer Rezeptur mit ihrem prozentualen Anteil aufgelistet. Halboffene Deklarationen nennen die Inhaltsstoffe ohne Maßangabe. An erster Stelle steht der Rohstoff, der den größten Anteil ausmacht. Dahinter folgen in absteigender Reihenfolge die weiteren Zutaten. Die geschlossene Deklaration nennt lediglich Futtermittelgruppen, z.B. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Über den konkreten Ausgangsstoff und die jeweilige Menge gibt das Etikett in diesem Fall keine Auskunft. Achten Sie am besten auf eine offene Deklaration. Die 5-E Futtermittel für Katzen sind mit ausführlichen Angaben offen deklariert.

Wenn Sie lesen „mit Huhn“ oder „mit Fisch“ (oder andere Fleischquellen), dann müssen von der deklarierten Tierart mindestens 4% enthalten sein (aber auch nicht mehr als diese 4%).


Analytische Bestandteile

Für die Bestimmung des Nähstoffgehaltes eines Futtermittels werden die einzelnen Inhaltsstoffe genauer analysiert, zum Beispiel mit der Weender-Analyse. Als Ergebnis erhält man Werte zu Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser. Der Anteil der Kohlenhydrate ergibt sich aus der nachträglichen Berechnung.

Feuchtigkeit ist erst ab einem Wert von mehr als 14 Prozent deklarationspflichtig. Feuchtfutter enthält durchschnittlich 80 Prozent Feuchtigkeit, Trockenfutter etwa 10 Prozent.

Die optimale Analyse eines Trockenfutters für erwachsene, gesunde Katzen könnte so aussehen: „Rohprotein 37%, Rohfett 18%, Rohasche 6,5%, Rohfaser 2%“, Calcium 1,1%, Phosphor 0,9%. Ein niedriger Wert für Rohasche (deutlich unter 10%) weist auf einen geringen Knochenanteil und eine hochwertige Proteinquelle hin, was sich günstig auf die Verdauung auswirkt.


Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Hierunter versteht man Vitamine und Mineralstoffe oder Aminosäuren, die Katzen für eine artgerechte und vollwertige Ernährung benötigen. Im Herstellungsprozess werden fehlende Vitamine oder Spurenelemente im Nachhinein zugesetzt.

Mehr Informationen dazu können Sie in der Information zur „Ernährungspyramide für die Katze“ lesen.


Technologische Zusatzstoffe

Dazu zählen unter anderem Konservierungsstoffe zur Haltbarmachung des Futters, Antioxidantien für den Schutz der Futterfette und Gelierhilfen für spezielle Zubereitungen. Wählen Sie für Ihre Katze möglichst Futter mit natürlichen Antioxidantien wie Vitamin C aus. Damit minimieren Sie die Gefahr von Unverträglichkeiten auf chemische Substanzen.


Fütterungsempfehlung

Diese Empfehlungen dienen der optimalen Versorgung Ihrer Katze. Bei Feuchtfutter sind die Mengen aufgrund des höheren Wassergehaltes größer als bei Trockenfutter. Um gesundheitliche Probleme zu vermeiden, sollten Sie die Mengenempfehlungen einhalten. Die tägliche Fütterungsmenge ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem vom Stoffwechsel Ihrer Katze und deren Bewegungsdrang ab. Wiegen Sie die Tagesration einfach ab, das erleichtert den Überblick über die Menge.


Energiegehalt

Der Wert für die verdauliche Energie beschreibt den Nährwert des Futters. Zu viel Energie verursacht Übergewicht, zu wenig Energie versorgt Ihre Katze unzureichend. Je nach Gewicht und Aktivität Ihrer Katze können Sie mit Hilfe des Energiegehaltes beurteilen, welche Futtermenge benötigt wird.

Die verdauliche Energie wird in kJ oder kcal pro 100 g Futter angegeben. Eine erwachsene, gesunde Katze mit einem Körpergewicht von 4 kg benötigt pro Tag etwa 200 kcal.


Packungsgröße

Die Angabe des Nettogewichts gehört natürlich bei jedem Futter auf die Verpackung.


Haltbarkeitsdatum

Bei sachgemäßer Lagerung der Originalverpackung garantieren die Hersteller die Qualität und den Nährstoffgehalt des Futters bis zum genannten Mindesthaltbarkeitsdatum. Je mehr Konservierungsstoffe dem Futter zugefügt werden, desto länger ist die Haltbarkeit (z.B. bis drei Jahre).

Das 5-E-Katzenfutter ist frei von Konservierungsstoffen und hat eine Mindesthaltbarkeitsdauer von „nur“ 12 Monaten. 5-E Katzenfutter wird in kleinen Chargen produziert und ohne lange Lagerzeiten zügig an die Katzenhalter verschickt, wodurch die Frische gewährleistet ist.


Hersteller und Registrierungsnummer

Die Angaben auf der Verpackung werden mit Name, Anschrift und Registrierungsnummer der Firma vervollständigt, die das Futtermittel in den Handel bringt. Häufig sind auch eine Mail-Adresse oder Telefonnummer für Kontaktmöglichkeiten vermerkt. Nutzen Sie diese, um offene Fragen zu klären.


Chargennummer

Auf jeder Verpackung von Katzenfutter finden Sie schließlich noch eine Chargennummer. Im Produktionsprozess wird für jede neue Futtermischung eine neue Chargennummer vergeben. Sie dient dazu, die jeweilige Mischung eindeutig zu identifizieren. Das kann von Bedeutung sein, falls Rückrufaktionen notwendig sind.


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