Rottweiler

Steckbrief

Schulterhöhe beim Rüden 61 bis 68 cm, bei der Hündin 56 bis 63cm

Gewicht ca. 42 kg


Woher

Er ist der typische Viehtreiberhund, der aus alten Bauernhundrassen, auch zurückgehend auf mittelalterliche Saupacker und Bärenbeißer entstand. Rottweil war einer der bedeutendsten Viehmärkte. Dorthin wurde vor den Transportmöglichkeiten Schiene und Straße das Vieh aus dem weiten Umfeld zu Fuß herangetrieben und an die Metzger verkauft, die den immer größer werdenden Bedarf an Fleisch für die Versorgung der wachsenden Städte deckten. Der Treibhund musste ein ausgesprochen zäher, rauer Bursche sein, ausdauernd, kraftvoll, trotzdem wendig und voller Durchsetzungskraft gegenüber dem verstörten Vieh, das sich fern der gewohnten Haltung auf eine sehr lange Reise begeben und dabei viele Fremde Eindrücke verkraften musste. Nicht zu vergleichen mit dem Heimtreiben der Milchkühe in den heimischen Stall. Das Vieh musste zügig über alle Schwierigkeiten des Weges getrieben werden, dabei aber weder gehetzt noch verletzt werden, um seinen Marktwert zu erhalten. Doch das war nicht alles. Vieh war wertvoll und Diebe lauerten überall. Der Hund war die Lebensversicherung des Treibers, wenn er mit dem Erlös zu den Bauern zurückging.
Der Treiber brauchte einen Hund, der ihm zwar gehorchte, der aber selbstständig Entscheidungen treffen konnte, wenn es die Situation erforderte, und immer auf der Hut war. Er musste ein zuverlässiger, absolut kompromissloser Beschützer sein. Die Metzger brauchten ebenfalls einen Hund, der das Vieh vom Markt nach Hause trieb und dort in Schach halten konnte. Er brauchte keinen hektisch aggressiven Hund, sondern einen, der sich der Situation gegenüber angemessen verhielt, alleine durch seine Präsenz verhinderte, dass sich Langfinger am Eigentum zu schaffen machten, aber im Ernstfall kompromisslos zufasste.
In Rottweil hatte sich ein eigener Typ herausgebildet, der diesen Aufgaben am besten gewachsen war und den die Metzger voller Stolz züchteten. Zu Beginn des Diensthundewesens Anfang des 20. Jahrhunderts wurden seine Fähigkeiten erkannt. Seitdem zählt er zu den anerkannten Diensthunderassen.


Charakter

Der Rottweiler besitzt nach wie vor die Eigenschaften, die ihn für seine einstige Arbeit auszeichneten. Seit 100 Jahren wird er als Schutzhund gezüchtet und im Schutzhundesport geführt. Er ist ein Arbeitshund. In seiner Familie ist er bei guter Ausbildung und Führung ein anhänglicher Freund. So einfach wie im Standard geschildert ist seine Erziehung in der Praxis nicht, da er noch immer ein Hund ist, der bereit ist Initiative zu ergreifen und nicht auf Kommandos angewiesen ist. Der Rottweiler ist sehr territorial, wie es sich für einen guten Beschützer gehört und daher im Umgang mit fremden Hunden seinem Revier nicht sehr großzügig.


Geeignet für

Der Rotti braucht eine konsequente Führung, was nichts mit Härte zu tun hat. Aber er muss lernen sich unterzuordnen. Eine fundierte Ausbildung ist unerlässlich. Er ist für sportliche Menschen geeignet, die Zeit haben sich mit dem Hund zu beschäftigen, ihn geistig und körperlich auszulasten. Der Rottweiler ist kein bequemer Hund, der mal eben so mitläuft.


Anspruch an die Familie

Ein gut geprägter, sozialisierter und erzogener Rottweiler, der seinen Platz in der Familie akzeptiert, ist ein wundervoller Begleiter. Der Rottweilerbesitzer sollte fundierte Kenntnisse in Hundeverhalten und Erziehung mitbringen bzw. als Anfänger bereit sein, sich intensiv zu schulen! Er braucht Lebensraum, den er beschützen kann und eignet sich weniger für Haushalte, in denen ständig fremde Menschen aus und eingehen, wenn er nicht von klein an darauf geprägt wurde.


Farben

schwarz mit satt rotbraunen Abzeichen
Pudel
Yorkshire Terrier