Arthrose beim Hund: Symptome erkennen und Deinen Hund richtig unterstützen
Aktualisiert
am 09.12.2025
Spezialfutter, Ergänzungsfuttermittel und eine Gelenk-Kur, die den Bewegungsapparat Deines Hundes ernährungsphysiologisch unterstützen können.
- Arthrose ist ein Gelenkverschleiß und gehört zu den häufigsten Erkrankungen älterer Hunde.
- Typische Anzeichen sind Steifheit nach dem Liegen, Beschwerden beim Aufstehen, weniger Lust auf Bewegung und verhärtete oder geschwollene Gelenke.
- Arthrose ist nicht heilbar. Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sich ihr Verlauf beeinflussen.
- Eine Kombination aus Gewichtsmanagement, angepasster Ernährung, Physiotherapie, Muskelaufbau und Schmerztherapie kann Beschwerden lindern und die Beweglichkeit lange erhalten.
- Regelmäßige, gleichmäßige Bewegung ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Schonung allein hilft nicht.
- Gib Deinem Hund niemals eigenmächtig Schmerzmittel, schon gar keine für Menschen.
- Achte auf Anzeichen wie Steifheit, Humpeln oder Unlust beim Springen und Treppensteigen.
- Fallen Dir solche Veränderungen auf, lass Deinen Hund zeitnah in einer Tierarztpraxis untersuchen.
- Gib ihm keine Schmerzmittel aus der Hausapotheke, denn was Menschen hilft, kann für Hunde gefährlich sein.
- Lass sein Gewicht tierärztlich einschätzen und halte es im passenden Bereich.
- Passe die Bewegung an, statt sie einzustellen: lieber mehrere kurze Runden als eine lange.
- Besprich mit Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt, ob Ergänzungsfuttermittel für Deinen Hund sinnvoll sind.
- Unterstütze auch den Darm Deines Hundes, zum Beispiel mit einer gut verträglichen Ernährung. Eine stabile Darmflora ist die Basis dafür, dass er die Nährstoffe aus seinem Futter gut aufnehmen kann.
Hinweis: Dieser Ratgeber stellt Dir unterstützende Maßnahmen bei Arthrose vor. Er ersetzt keine tierärztliche Diagnose und Therapie. Dafür ist der Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich.
- Diät-Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde und Senioren zur Unterstützung des Gelenkstoffwechsels bei Osteoarthritis
- Mit erhöhtem Anteil an EPA & Grünlippmuschel als Nährstoffquelle für den Bewegungsapparat
- Schmackhaftes Spezialfutter mit Rindermuskelfleisch & Forelle
Unser Online-Tierärzteteam hilft Dir telemedizinisch, Befunde, Schmerztherapie und den Alltag Deines Hundes einzuordnen.
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Was ist Arthrose überhaupt?
Arthrose ist ein fortschreitender Gelenkverschleiß: Der Gelenkknorpel wird nach und nach abgebaut, das Gelenk verändert sich dauerhaft und schmerzt. Fachleute sprechen dann von einem Verschleiß, der das altersübliche Maß übersteigt.
Damit ein Gelenk reibungslos funktioniert, braucht es gesunden Knorpel und Gelenkflüssigkeit. Der Knorpel bildet die Gleitfläche und federt Stöße ab. Die Gelenkflüssigkeit wirkt wie ein Schmiermittel und versorgt den Knorpel mit Nährstoffen. Bei Arthrose wird der Knorpel immer dünner, bis im fortgeschrittenen Stadium Knochen auf Knochen reibt.
Daraus kann ein Teufelskreis entstehen: Der Knorpelschaden reizt das Gelenk, es entzündet sich, die Gelenkkapsel verdickt und am Knochen bilden sich Zubildungen. Das schmerzt, Dein Hund schont sich, seine Muskeln bauen ab, und das Gelenk wird dadurch noch stärker belastet. Genau hier setzen Bewegung, Muskelaufbau und Schmerztherapie an.
Arthrose oder Arthritis: Was ist der Unterschied?
Arthritis ist eine Entzündung des Gelenks, Arthrose der Verschleiß. Beides hängt eng zusammen: Eine Arthritis kann eine Arthrose auslösen, und im Verlauf einer Arthrose kommt es immer wieder zu entzündlichen Phasen. Der Begriff „Osteoarthritis“, dem Du zum Beispiel auf Futtermitteln begegnest, ist die international übliche Bezeichnung für Arthrose.
Woran erkennst Du Arthrose beim Hund und wann solltest Du zum Tierarzt?
Typisch für Arthrose sind Steifheit nach dem Liegen, die sich beim Laufen bessert, weniger Lust auf Bewegung und Probleme beim Springen oder Treppensteigen. Weil sich die Erkrankung schleichend entwickelt, bleiben erste Anzeichen oft lange unbemerkt. Viele Hunde verbergen ihre Schmerzen und nehmen unauffällig eine Schonhaltung ein. Achte deshalb auch auf kleine Veränderungen.
Checkliste: Erkennst Du diese Anzeichen?
- Dein Hund wirkt nach dem Aufstehen steif und läuft sich nach kurzer Zeit ein.
- Er humpelt leicht, vor allem nach Belastung.
- Er springt nicht mehr ins Auto oder aufs Sofa.
- Er meidet Treppen oder geht sie langsamer.
- Er setzt oder legt sich vorsichtiger hin.
- Er hat weniger Freude an Spiel und langen Spaziergängen und legt sich unterwegs öfter hin.
- Seine Hüfte oder Wirbelsäule wirkt steif, der Rücken ist aufgezogen.
- Beim Gehen hörst Du leichte Knackgeräusche.
- Einzelne Gelenke sind warm, geschwollen oder verhärtet.
- Er reagiert empfindlich, wenn Du bestimmte Körperstellen berührst.
- Er leckt auffällig an einem Gelenk, wirkt gereizter als sonst oder hat bei nasskaltem Wetter mehr Beschwerden.
Fallen Dir eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, vereinbare zeitnah einen Termin in Deiner Tierarztpraxis. Humpeln kann allerdings viele Ursachen haben. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber Hund humpelt.
Warnzeichen-Ampel: Wie dringend ist der Tierarztbesuch?
Arthrose ist meist kein Notfall, aber manche Zeichen solltest Du nicht aufschieben. Diese Einschätzung hilft Dir bei der Einordnung. Sie ersetzt keine Untersuchung.
- Dein Hund nach dem Liegen steif ist, sich aber einläuft
- er weniger springt oder Treppen meidet, sonst aber munter ist
- die Lahmheit mehrere Tage anhält oder immer wiederkommt
- die Beschwerden trotz Behandlung zunehmen
- Dein Hund Schmerzmittel bekommt und schlechter frisst, erbricht oder Durchfall hat
- Dein Hund ein Bein plötzlich gar nicht mehr belastet
- ein Gelenk heiß und stark geschwollen ist oder er zusätzlich Fieber hat oder matt wirkt
- er nicht mehr aufstehen kann oder starke Schmerzen hat
- die Beschwerden nach einem Sturz oder Unfall auftreten
- er unter Schmerzmitteln schwarzen Kot hat oder Blut erbricht
Welche Hunde bekommen Arthrose und warum?
Meist entsteht Arthrose als Folge einer anderen Gelenkerkrankung oder einer Überlastung. Alter, Übergewicht und eine große Körpergröße erhöhen das Risiko.
Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden. Bei der primären Arthrose ist keine auslösende Erkrankung erkennbar, oft spielt eine genetische Veranlagung mit. Sie kommt beim Hund eher selten vor. Viel häufiger ist die sekundäre Arthrose: Sie entsteht, wenn Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels aus dem Gleichgewicht geraten.
Typische Auslöser einer sekundären Arthrose sind:
- Fehlentwicklungen von Gelenken wie die Hüftdysplasie oder die Ellbogendysplasie
- ein Kreuzbandriss, eine Patellaluxation oder eine Osteochondrose (OCD)
- Übergewicht
- Verletzungen und daraus entstandene Fehlstellungen
- Wachstumsstörungen, zum Beispiel eine zu kurz geratene Elle (Short Ulna)
- entzündliche Gelenkerkrankungen, etwa im Rahmen einer Autoimmunerkrankung
- zu wenig oder falsche, sehr starke Beanspruchung der Gelenke
- der natürliche Verschleiß im zunehmenden Alter
Häufigkeit, Alter und Rassen
Arthrose ist bei älteren Hunden weit verbreitet, oft ohne dass sie erkannt wird. In einer Münchner Röntgenauswertung zeigten rund 40 Prozent der untersuchten großen Gelenke von Hunden über acht Jahren Arthrose-Veränderungen.1 Diagnostiziert wird sie deutlich seltener: In britischen Tierarztpraxen erhielten pro Jahr etwa 2,5 Prozent aller Hunde diese Diagnose.2
Erste Beschwerden zeigen sich meist ab sieben bis acht Jahren, bei Hunden mit Gelenkvorerkrankungen auch früher. Ein höheres Risiko haben vor allem große Rassen wie Deutscher Schäferhund, Labrador, Golden Retriever und Rottweiler. Übergewichtige Hunde erkranken etwa doppelt so häufig wie normalgewichtige.2 Aber auch kleine Hunde können Arthrose bekommen, besonders bei Übergewicht oder starker Belastung der Gelenke.
Wie verläuft Arthrose beim Hund? Die Stadien im Überblick
Arthrose schreitet meist langsam fort: von ersten, kaum sichtbaren Veränderungen bis zum Endstadium mit dauerhaften Schmerzen. Welche Behandlung passt, richtet sich danach, wie weit die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Tierärzt:innen nutzen dafür Einteilungen wie das Staging-Tool COAST, das Beschwerden, Untersuchungsbefund und Röntgenbild zusammen bewertet.3
| Stadium | Woran Du es erkennst | Was im Vordergrund steht |
|---|---|---|
| Erhöhtes Risiko, noch keine Beschwerden | Dein Hund hat Risikofaktoren wie eine Hüftdysplasie oder Übergewicht, zeigt aber keine Auffälligkeiten. | Gewicht halten, Gelenke schonend fordern, Grunderkrankung behandeln |
| Leichte Arthrose | Gelegentliche Steifheit nach dem Liegen oder nach viel Bewegung, die schnell vergeht. | Bewegung anpassen, Gewicht kontrollieren, Muskulatur stärken |
| Mittelgradige Arthrose | Regelmäßige Lahmheit, weniger Ausdauer, Dein Hund meidet Sprünge und Treppen. | Schmerztherapie, Physiotherapie, Alltag anpassen |
| Schwere Arthrose | Deutliche Einschränkungen, sichtbarer Muskelabbau, Dein Hund braucht Hilfe beim Aufstehen. | Kombinierte Schmerztherapie, Lebensqualität sichern |
Wie stellt die Tierarztpraxis Arthrose fest?
Arthrose wird durch ein ausführliches Gespräch, eine Untersuchung von Gangbild und Gelenken und durch Röntgenaufnahmen festgestellt. Deine Tierärztin fragt nach Beschwerden und Vorerkrankungen, beobachtet Deinen Hund beim Gehen und tastet die Gelenke auf Schmerzen, Schwellungen und eingeschränkte Beweglichkeit ab. Röntgenbilder sind die wichtigste Methode, um die Arthrose zu bestätigen. Je nach Fall kommen eine Gelenkpunktion, CT oder MRT, eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) oder Blutuntersuchungen dazu, um andere Ursachen auszuschließen.
Was hilft Hunden mit Arthrose? Die Behandlung im Überblick
Arthrose ist nicht heilbar, aber eine Kombination aus Schmerztherapie, angepasster Bewegung, Gewichtskontrolle, Physiotherapie und Ernährung kann die Beschwerden deutlich lindern. Die Behandlung verfolgt zwei Ziele: Schmerzen lindern und die Beweglichkeit möglichst lange erhalten. Dabei werden nicht nur das Gelenk selbst, sondern auch Muskeln, Sehnen und Faszien rund um das Gelenk berücksichtigt.
| Baustein | Was er bewirken kann | Was er nicht kann |
|---|---|---|
| Schmerzmittel (NSAID) | Schmerzen und Entzündung lindern, Bewegung wieder ermöglichen | den Verschleiß rückgängig machen |
| Antikörper-Spritze | Schmerzen über mehrere Wochen lindern | die Ursache behandeln |
| Gelenkinjektion (Hyaluronsäure, PRP) | Gelenkfunktion und Beweglichkeit unterstützen | zerstörten Knorpel ersetzen |
| Physiotherapie und Bewegung | Muskeln aufbauen, Gelenke entlasten, Steifheit vorbeugen | Schmerzmittel bei starken Schmerzen ersetzen |
| Gewichtsreduktion | Gelenke spürbar entlasten | bereits entstandene Schäden beheben |
| Ernährung und Ergänzungsfutter | den Gelenkstoffwechsel ernährungsphysiologisch unterstützen | eine tierärztliche Behandlung ersetzen |
| Operation | in schweren Fällen Schmerzen beseitigen oder ein Gelenk ersetzen | jedem Hund helfen (sie ist das letzte Mittel) |
Welche Medikamente helfen bei Arthrose beim Hund?
Bei Schmerzen setzt Deine Tierärztin meist entzündungshemmende Schmerzmittel ein, sogenannte nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID). Sie lindern Entzündungen und Schmerzen, wie sie bei Arthrose typisch sind, und machen Bewegung oft erst wieder möglich.
NSAID können allerdings Nebenwirkungen haben, vor allem bei langer Gabe. Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit. Außerdem können Leber und Nieren belastet werden. Deshalb sollte jede Schmerztherapie engmaschig tierärztlich begleitet und regelmäßig kontrolliert werden.
Neben täglichen Schmerzmitteln gibt es inzwischen auch Medikamente, die über mehrere Wochen wirken. Dazu gehört eine monatliche Spritze mit Antikörpern, die einen bestimmten Schmerzbotenstoff (NGF) abfangen. Auch diese Mittel wirken symptomatisch: Sie lindern Schmerzen, behandeln aber nicht die Ursache der Arthrose. Bei starken Schmerzen kann Deine Tierärztin verschiedene Wirkstoffe kombinieren.
Gelenkinjektionen: Hyaluronsäure und PRP
Bei einer Gelenkinjektion bringt die Tierärztin einen Wirkstoff direkt in das betroffene Gelenk. Studien zeigen, dass eine Injektion von Hyaluronsäure die Schmierfähigkeit der Gelenkflüssigkeit verbessern und die Elastizität des Knorpels unterstützen kann.4
Bei der PRP-Therapie (thrombozytenreiches Plasma) wird Deinem Hund Blut entnommen und in einer Spezialzentrifuge aufbereitet. Die gewonnenen Blutplättchen und Wachstumsfaktoren werden anschließend in das Gelenk gespritzt. In unserer 5-E™ Tierarztpraxis kombinieren wir die Injektion mit einer Behandlung mit blauem Laserlicht. Eine Studie legt nahe, dass diese Kombination die Gelenkfunktion unterstützen und länger anhaltende Verbesserungen bei Beweglichkeit und Beschwerden bewirken kann als PRP oder Laser allein.5 Gelenkinjektionen gehören in die Hände erfahrener Tierärzt:innen.
Physiotherapie und Bewegung: Soll ein Hund mit Arthrose viel laufen?
Ja, Dein Hund braucht Bewegung, aber gleichmäßig und angepasst. Mehrere kurze Runden am Tag sind besser als ein langer Ausflug. Bewegung hält die Gelenke beweglich und erhält die Muskulatur, die das Gelenk stützt und entlastet.
In der Physiotherapie wird mit speziellen Übungen und Massagetechniken einer Versteifung der Gelenke entgegengewirkt und gezielt Muskulatur aufgebaut. Besonders schonend sind Schwimmen und das Training auf dem Unterwasserlaufband, weil das Wasser einen Teil des Körpergewichts trägt.
Gut geeignet sind ruhige Spaziergänge auf weichem Untergrund und sanftes Spielen. Vermeide Sprünge aus großer Höhe, Ballspiele mit abrupten Stopps und langes Mitlaufen am Fahrrad. Übertreibe es auch an guten Tagen nicht.
Gewicht: Jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke
Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich und ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Arthrose. Lass den Ernährungszustand Deines Hundes tierärztlich einschätzen, denn ein paar Kilo zu viel fallen im Alltag oft nicht auf. Abnehmen sollte er langsam und nach Plan. Die passende Futtermenge berechnest Du mit unserem Futtermengenrechner. Schenke ihm lieber Aufmerksamkeit statt Leckerlis und wähle fettarme, luftgetrocknete Snacks.
Ernährung und Ergänzungsfutter: Was ist sinnvoll?
Die Ernährung kann den Gelenkstoffwechsel Deines Hundes unterstützen, eine Schmerztherapie ersetzt sie aber nicht. Am besten belegt sind Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl. In einer Studie brauchten Hunde mit Arthrose, die ein Futter mit viel Omega-3-Fettsäuren bekamen, weniger Schmerzmittel als Hunde mit Standardfutter.6
Außerdem gibt es Diätfuttermittel zur Unterstützung des Gelenkstoffwechsels bei Osteoarthritis. Häufig eingesetzt werden auch Glucosamin und Chondroitin, die Studienlage zu ihnen und zur Grünlippmuschel ist allerdings uneinheitlich. Mehr dazu liest Du in unseren Ratgebern zur Grünlippmuschel und zur Teufelskralle. Welche Ergänzung zu Deinem Hund passt, besprichst Du am besten mit Deiner Tierarztpraxis.
Denk dabei auch an den Darm: Damit Dein Hund die Nährstoffe aus Futter und Ergänzungen gut aufnehmen kann, braucht er eine gute Verdauung. Wir empfehlen deshalb, bei Arthrose auch das Darmsystem Deines Hundes zu unterstützen, zum Beispiel mit einer hochwertigen, gut verträglichen Ernährung und einer stabilen Darmflora. Wie das gelingt, liest Du in unserem Ratgeber Darmflora beim Hund aufbauen. Mehr zum Zusammenhang zwischen Verdauung und Bewegungsapparat erfährst Du weiter unten.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
In besonders fortgeschrittenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff helfen. Dabei werden zum Beispiel Verwachsungen gelöst, Knorpel geglättet oder Knochenvorsprünge entfernt, bei austherapierten Gelenken kommt auch ein künstliches Gelenk infrage. Eine frühe Operation einer Grunderkrankung wie eines Kreuzbandrisses kann das Fortschreiten bremsen. Vorteile und Risiken besprichst Du am besten mit einer Fachtierärztin oder einem Fachtierarzt.
Arthrose-Schub beim Hund: Was tun?
Bei einem Arthrose-Schub werden Lahmheit und Schmerzen plötzlich deutlich stärker. Dein Hund braucht dann einige Tage Ruhe, und Du solltest Rücksprache mit Deiner Tierarztpraxis halten, damit die Schmerztherapie bei Bedarf angepasst wird. So gehst Du vor:
- Bewegung reduzieren, aber nicht einstellen: Für ein paar Tage reichen kurze, ruhige Runden.
- Praxis anrufen: Besprich, ob die Schmerzmittel angepasst werden sollten.
- Kühlen, wenn das Gelenk warm und geschwollen ist.
- Auslöser notieren: zu lange Runde, Toben, Ausrutschen, nasskaltes Wetter?
- Keine Medikamente aus der Hausapotheke geben.
Belastet Dein Hund ein Bein gar nicht mehr oder hat er starke Schmerzen, gehört er sofort in eine Praxis (siehe Warnzeichen-Ampel).
Wärme oder Kälte und welche Hausmittel helfen?
Wärme tut den meisten Hunden mit chronisch steifen Gelenken gut. Kälte eignet sich eher im akuten Schub, wenn ein Gelenk warm und geschwollen ist. Lege Wärmekissen oder Kühlpacks nie direkt auf die Haut, sondern in ein Tuch gewickelt, wende sie nur kurz an und lass Deinem Hund die Möglichkeit, sich wegzubewegen. Grundsätzlich helfen warme und zugfreie Liegeplätze, zusätzliche Belastungen durch Kälte oder Zugluft zu vermeiden.
Hausmittel bei Arthrose: Was wirklich etwas bringt
Die wirksamsten „Hausmittel“ sind ein gesundes Gewicht, Wärme, sanfte Massage und angepasste Bewegung. So kannst Du gängige Tipps einordnen:
- Sinnvoll: Gewicht halten, warme Liegeplätze, ruhige Bewegung und sanfte Massagen, zum Beispiel täglich mit einem Qi-Gong-Kamm für Tiere über die Faszien.
- Nur nach Rücksprache: Kurkuma, Ingwer oder Teufelskralle. Sie können mit Schmerzmitteln zusammenwirken, und Präparate für Menschen sind für Hunde oft nicht geeignet.
- Kein Ersatz für eine Schmerztherapie: Homöopathische Mittel. Für ihre Wirksamkeit bei Arthrose gibt es keine belastbaren Belege.
- Gefährlich: Schmerzmittel aus der eigenen Hausapotheke.
Alltag mit Arthrose: So erleichterst Du Deinem Hund das Leben
Mit ein paar Veränderungen zu Hause nimmst Du Deinem Hund viel Belastung ab. Diese Tipps haben sich bewährt:
- Orthopädisches Hundebett: Es entlastet die Gelenke beim Liegen und erleichtert das Aufstehen.
- Kleine Treppe oder Rampe: So kommt Dein Hund leichter aufs Sofa oder an erhöhte Lieblingsplätze, mit einer Rampe auch ins Auto.
- Warme, zugfreie Liegeplätze schützen vor zusätzlichem Gelenkstress durch Kälte und Zugluft.
- Rutschfeste Teppiche auf glatten Böden geben Halt, kurze Krallen ebenso.
- Treppen im Haus begrenzen und bei Nässe und Kälte einen wärmenden Mantel anziehen.
Geduld: Braucht Dein Hund länger, um sich auf „Sitz“ hinzusetzen, bestrafe ihn nicht. Die Bewegung kann ihm Schmerzen bereiten.
Warum Treppen besonders für junge Hunde eine Rolle spielen, liest Du in unserem Ratgeber Treppensteigen.
Arthrose im Endstadium: Lebensqualität einschätzen und Abschied
Im Endstadium ist der Knorpel weitgehend abgebaut, Knochen reibt auf Knochen und die Schmerzen bestehen dauerhaft. Auch mit Behandlung lassen sie sich dann oft nur noch teilweise lindern.
Typisch ist, dass Dein Hund kaum noch alleine aufsteht, deutlich Muskeln abbaut und sich zurückzieht. Manche Hunde fressen schlechter oder schaffen es nicht mehr rechtzeitig nach draußen.
Arthrose selbst verkürzt das Leben Deines Hundes nicht direkt. Entscheidend ist, ob sich seine Schmerzen ausreichend lindern lassen. Mit früher Diagnose, passender Behandlung und einem angepassten Alltag leben viele Hunde noch lange gut mit der Erkrankung.
Checkliste: Lebensqualität einschätzen- Sind die Schmerzen Deines Hundes mit der Behandlung gut im Griff?
- Frisst und trinkt er mit Appetit?
- Kommt er alleine hoch und nach draußen, um sich zu lösen?
- Hat er noch Freude an Dir, an kurzen Spaziergängen oder an seinem Lieblingsplatz?
- Überwiegen die guten Tage die schlechten?
Hilfreich kann sein, abends kurz zu notieren, ob es ein guter oder schlechter Tag war. Wenn sich die Schmerzen trotz aller Maßnahmen nicht mehr ausreichend lindern lassen und die schlechten Tage überwiegen, kann der Moment kommen, über einen Abschied nachzudenken. Diese Entscheidung musst Du nicht allein treffen: Deine Tierärztin oder Dein Tierarzt kennt Deinen Hund und begleitet Dich dabei.
„Hunde zeigen Schmerzen oft sehr leise. Ob ein Hund mit fortgeschrittener Arthrose noch eine gute Lebensqualität hat, schätzen wir deshalb am besten gemeinsam ein: Du kennst Deinen Hund im Alltag, wir sehen den Befund.“
Kann man Arthrose beim Hund vorbeugen?
Ganz verhindern lässt sich Arthrose nicht immer, aber Du kannst das Risiko für Deinen Hund deutlich senken. Diese Punkte helfen:
- Achte auf das Gewicht Deines Hundes: Übergewicht belastet die Gelenke unnötig.
- Füttere hochwertig und bedarfsgerecht.
- Sorge für ausreichend Bewegung: Gut trainierte Muskeln stützen die Gelenke.
- Vermeide im Wachstum Überlastungen wie häufiges Treppensteigen, Sprünge und lange Läufe am Fahrrad.
- Lass Probleme mit dem Bewegungsapparat zeitnah abklären und Gelenkerkrankungen wie eine Hüftdysplasie früh behandeln.
- Nutze regelmäßige Seniorenchecks, um Veränderungen früh zu erkennen.
Ganzheitlich betrachtet: Ernährung, Verdauung und Bewegungsapparat
Aus unseren Praxisfällen in der 5-E™ Tierarztpraxis wissen wir, dass auch Ernährung und Verdauung die Belastbarkeit der Gelenke beeinflussen können. Es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass Störungen im Magen-Darm-System das Darmmilieu verändern und die Nährstoffversorgung des Körpers beeinträchtigen können.7 Neben der tierärztlichen Behandlung setzen wir deshalb auf eine hochwertige, gut verträgliche Ernährung, eine stabile Darmflora, ein abgestimmtes Bewegungstraining und passende Ergänzungsfuttermittel. Mehr Tipps findest Du auf unserer Seite rund um Gelenke und Beweglichkeit.
Noch Fragen?
Du möchtest Befunde besser verstehen, die Therapie Deines Hundes besprechen oder seinen Alltag gelenkfreundlicher gestalten? Über die tierärztliche Online-Beratung von DGT MEDICAL kannst Du Dich telemedizinisch beraten lassen, auch dann, wenn Du weiter weg wohnst oder die Anfahrt für Deinen Hund zu anstrengend ist. Eine Untersuchung, ein Röntgenbild oder einen Notfall ersetzt die Online-Beratung nicht. Wenn Du in der Nähe wohnst, untersuchen wir Deinen Hund gern in unserer 5-E™ Tierarztpraxis in Thalfang.
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Fazit
Früh erkennen, Gewicht und Bewegung anpassen, Schmerzmittel nur tierärztlich geben.
Arthrose ist eine der häufigsten Erkrankungen älterer Hunde und zeigt sich oft schleichend durch Steifheit, Bewegungsunlust oder Beschwerden beim Aufstehen. Heilen lässt sie sich nicht, doch je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sich ihr Verlauf beeinflussen. Eine Kombination aus Schmerztherapie, angepasster Bewegung, Gewichtskontrolle, Physiotherapie und passender Ernährung hilft vielen Hunden, lange beweglich zu bleiben. Gib Deinem Hund niemals eigenmächtig Schmerzmittel und stimme jede Behandlung mit Deiner Tierarztpraxis ab.
Häufige Fragen
Arthrose entwickelt sich meist schleichend, weshalb erste Anzeichen oft unbemerkt bleiben.
Diese subtilen Veränderungen können Frühwarnzeichen sein:
- Dein Hund wirkt morgens nach dem Aufstehen steif, läuft sich aber nach kurzer Zeit ein.
- Er zeigt weniger Freude an Bewegung, Spielen oder längeren Spaziergängen.
- Manche Hunde legen sich häufiger hin oder vermeiden bestimmte Bewegungen wie Springen oder Treppensteigen.
- Auch ein vorsichtigeres Hinsetzen oder Aufstehen können Hinweise sein.
Quellen
Roitner, M. (2025). Prävalenz von Osteoarthrosen in Schulter, Ellbogen, Hüfte und Knie bei Hunden älter als acht Jahre Anderson, K. L. et al. (2020). Risk Factors for Canine Osteoarthritis and Its Predisposing Arthropathies: A Systematic Review National Library of Medicine (2016). Intra-Articular Hyaluronic Acid Compared to Traditional Conservative Treatment in Dogs with Osteoarthritis Associated with Hip Dysplasia Lee et al. (2019). A placebo-controlled study comparing the efficacy of intra-articular injections of hyaluronic acid and a novel hyaluronic acid-platelet-rich plasma conjugate in a canine model of osteoarthritis Alves, J. C. (2013). A Preliminary Report on the Combined Effect of Intra-Articular Platelet-Rich Plasma Injections and Photobiomodulation in Canine Osteoarthritis Fritsch et al. (2010). A multicenter study of the effect of dietary supplementation with fish oil omega-3 fatty acids on carprofen dosage in dogs with osteoarthritis Amy Karon, DVM (2025). Omega-3s Significantly Improved Canine Arthritis in Double-blind Clinical Trial PubMed (2024). Modulation of Canine Gut Microbiota by Prebiotic and Probiotic Supplements: A Long-Term In Vitro Study Using a Novel Colonic Fermentation Model Frontiers in Veterinary Science (2020). The Role of the Canine Gut Microbiome and Metabolome in Health and Gastrointestinal DiseaseBewertungen für diesen Artikel
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