Golden Retriever

Steckbrief

Schulterhöhe Rüde/Hündin 56-61 cm, 51-56 cm

Gewicht durchschnittlich Rüde/Hündin ca. 34-40 kg


Woher

In Großbritannien wird die Jagd als Sport bezeichnet und ist eine weit verbreitete Leidenschaft. Die Jagd gilt hauptsächlich Federwild, also Vögeln wie Enten, Rebhühner und Fasanen. Sie werden in der Luft geschossen und fallen irgendwo herunter. Ohne Hund könnte man sie nicht finden. Deshalb züchteten die Briten Hunde, die einzig und alleine auf das Bringen der gefiederten Beute spezialisiert waren: Retriever. Wohlhabende Jagdherren züchteten ihre bevorzugten Schläge, von denen einige im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert als eigene Rassen anerkannt wurden. Eine starke eigene Linie baute sich Lord Tweedmouth in Schottland aus gelbem Labrador, Irish Setter und dem ausgestorbenen Tweed Water Spaniel auf.


Charakter

Der Golden Retriever ist kein jagender Hund, denn seine Aufgabe ist es, brav bei Fuß zu bleiben, bis der Schuss fällt und er auf das Kommando zu apportieren loslaufen darf. Mit dem Jagen des Wildes, wie wir es verstehen, hat das nichts zu tun. Der Retriever muss sich vor allem auszeichnen durch hartnäckige Suche unter den schwierigsten Bedingungen durch Dick und Dünn, Dornengestrüpp, Unterholz, Morast, Schilf und Wasser bei jedem Wetter. Egal, wohin der Vogel auch fällt, der Retriever muss los, ihn finden und unversehrt bringen. Dieser ausgeprägte Wille zu finden hängt natürlich auch mit Jagdpassion zusammen, deshalb kann auch ein unerzogener und unausgelasteter Retriever eigene Wege gehen und Wild verfolgen. Aufgrund der Tatsache, dass er ohne Rücksicht auf Verluste zur Beute gelangen muss, ist er ein derber Hund, ein Grobmotoriker, der ziemlich ungestüm auch mit Menschen umgeht. Auf der anderen Seite gehört zu seiner Arbeit, dass er absolut unter Kommando arbeitet auch dort, wo der Besitzer keinen Einfluss auf ihn hat. Hat der Schütze aus seiner besseren Perspektive nämlich gesehen, wohin der Vogel gefallen ist, muss sich der Hund von ihm einweisen lassen, um rasch zu finden. Das tut nur ein Hund, der sich ganz seinem Menschen unterordnet und gerne tut, was er sagt. Schließlich führt das zum Erfolg. Dies nennt man "will to please". Ebenso wichtig ist, dass er die zarten Vögel unversehrt heranbringt, damit man sie noch mit Appetit essen kann, der Retriever braucht also ein "weiches Maul". Der "will to please" ist eine eher kindliche Eigenschaft, die sich der Retriever ein Leben lang bewahrt. Diese Merkmale machen den Goldi ebenfalls zu einem angenehmen Familienbegleiter. Vorausgesetzt jedoch, dass der Züchter ständig bei der Auswahl der Elterntiere auf die Erhaltung dieser wichtigen Merkmale achtet. Ohne diesen Sachverstand gezüchtet, was leider bei den reinen Verkaufszuchten nicht der Fall ist, gehen diese Eigenschaften rasch verloren und der Hund wird zur großen Enttäuschung, weil er nur noch aussieht wie ein Golden Retriever, aber im Verhalten die Erwartungen nicht erfüllt.


Geeignet für

Der Golden Retriever eignet sich für Menschen, die sich besonders gerne und viel in freier Natur aufhalten und mit dem Hund aktiv sind. Der typische Goldi ist sanftmütig und geduldig, daher ein guter Familienbegleiter, Therapie- und Behindertenbegleithund.


Anspruch an die Familie

Der Goldi ist, je nachdem aus welcher Zuchtrichtung er kommt, mehr oder weniger arbeitsfreudig. In jedem Falle aber verlangt er Zeit für eine fundierte Ausbildung, die dem Hund die Möglichkeit bietet, seine angeborene Leidenschaft, das Apportieren oder jede Art von Nasenarbeit ausleben zu können. Er ist nicht gedacht für bequeme Menschen, die ihn nur als Prestigeobjekt halten, auch wenn sich leider viel zu viele Hunde in diese Rolle fügen müssen. Das schlichte Langhaar ist pflegeleicht.


Farben

Jede Schattierung von Gold oder cremefarben
Französische Bulldogge
Labrador