Übersäuerung beim Hund

Diesen Spruch kennen Sie bestimmt alle: „Sauer macht lustig.“ Aber ist das tatsächlich so? Ein übersäuerter Körper ist mit Sicherheit anderer Meinung. Die übermäßige Produktion von sauer wirkenden Substanzen im Stoffwechsel und deren Verteilung und Ablagerung in den Körpergeweben bringt für den Organismus einige Probleme mit sich. Da möchte man glatt ausrufen: „Mensch Hund – du bist aber sauer…“

Bedeutung der Säuren

Saure Substanzen bzw. Stoffwechselprodukte sind nicht per se schlecht. Sie gehören zu einem normal arbeitenden Organismus dazu. Denken Sie nur an die Produktion der Magensäure, ohne welche die Verdauung nicht sinnvoll funktionieren würde.

Der pH-Wert des Blutes und anderer Körpersäfte wird ebenfalls über das richtige Säuren-Basen-Verhältnis gesteuert. Allerdings sind im Blut sehr enge Grenzen gesetzt, innerhalb derer die Regulation stattfindet. Falls der Norm-pH-Wert von etwa 7,4 über- oder unterschritten wird, laufen quasi automatisch Regelungsmechanismen ab. Wenn diese versagen, hat das fatale Folgen für das Tier.


Wie kommen die Säuren in den Körper?

Die Säuren stammen ursprünglich aus dem Darm, wo sie im Rahmen der Verdauung entstehen. Der Abbau von Proteinen geht mit Säurebildung einher. Wenn zu viel Eiweiß (Fleisch, Milchprodukte) in der Ration enthalten ist, z.B. bei ungünstig zusammengestellten BARF-Rationen, entstehen relativ viele saure Stoffwechselprodukte.

Bei einem gesunden Darm mit kräftiger Darmwandmuskulatur bleiben die Säuren im Darminneren und werden mit dem Kot ausgeschieden. Wenn die Schutzschicht aus Darmschleimhaut und Darmwandmuskulatur geschwächt und untrainiert ist, können die Säuren ins Blut übertreten und sich im gesamten Körper verteilen. Weitere Schwachstellen sind die Lunge, die Haut und die Nieren, die im Krankheitsfall die anflutenden Säuren nicht mehr ausreichend abpuffern können.


Was passiert mit den Säuren im Organismus?

Wenn die Ausscheidungskapazität des Darmes für Säuren überschritten ist, können die Abbauprodukte ggf. noch über die Nieren und den Urin nach außen abgegeben werden. Das Gros zirkuliert aber mit dem Blut hin in alle Gewebe, wo es zu Ablagerungen und Gewebeschäden kommt. Auch die Niere selbst kann geschädigt werden, wodurch sich das Risiko einer metabolischen Azidose erhöht. Dies kann im ungünstigen Fall zu einem Abbau von körpereigenem Protein führen, wodurch wiederum mehr Säuren entstehen. Ein Teufelskreislauf…

Um den lebenswichtigen Blut-pH-Wert aufrecht zu erhalten, werden Mineralstoffe aus den Knochen gelöst und als Puffersubstanzen in den Kreislauf eingeschleust. Das kann in der Endkonsequenz eine erhöhte Frakturneigung zur Folge haben.


Hinweise auf eine Übersäuerung

Hundebesitzer beobachten unterschiedliche Auffälligkeiten bei ihren Tieren, die mit einer Übersäuerung in Zusammenhang gebracht werden können.

Typische Symptome am Verdauungstrakt sind unter anderem:

  • Erde (und Gras?) fressen
  • übermäßiges Speicheln
  • saures Aufstoßen
  • Sodbrennen

Wenn sich die Säuren ihren Weg nach draußen über die Haut suchen, kann sich das mit folgenden Symptomen zeigen:

  • Juckreiz
  • Tränenstraßen
  • Lefzenekzem
  • Hot Spots
  • Ohrseborrhoe

Was ist zu tun?

Die große Bedeutung eines gesunden und stabilen Darmes wurde schon genannt. Mit der Fütterung von 5-E kaltgepresstem Hundefutter sowie der Darmaktivierungskur kann der Darm seine Aufgaben effektiv erfüllen und verhindert den Übertritt von Säuren in den Körper. Weiterhin ist eine Stärkung und Dynamisierung der roten Blutkörperchen in ihrer Fließ- und Zellkraft hilfreich. Übersäuertes Gewebe leidet unter Sauerstoffmangel. Dem können vitale Erythrozyten entgegen wirken.

Gleichzeitig bietet sich eine Unterstützung der Niere an, um sie in ihrer Ausscheidungskapazität zu stärken.

Darüber hinaus bieten basische Pflanzenstoffe (z.B. 5-E massu-dyn) reichlich Puffersubstanzen, um überschüssige Säuren wirkungsvoll zu binden.


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