Bedeutung der Ernährung bei Diabetes mellitus

Vergleichbar mit uns Menschen können auch Hunde an Diabetes mellitus erkranken. Diese Stoffwechselerkrankung ist durch fehlende oder nicht ausreichende Produktion von Insulin gekennzeichnet. Das führt zu Störungen im Glukosestoffwechsel und zieht unbehandelt einige Folgeerscheinungen nach sich.

Im Unterschied zu Menschen hat bei Hunden Diabetes vom Typ I eine größere Bedeutung als Typ II. Beim Typ I arbeiten die spezialisierten Langerhans-Zellen in der Bauchspeicheldrüse nur noch ungenügend und produzieren zu wenig oder gar kein Insulin.

Beim Typ II dagegen ist die eigentliche Insulinproduktion ausreichend, aber die Zellen können das Insulin nicht nutzen. Bei Hunden ist diese Form jedoch sehr selten.


Ursachen für Diabetes mellitus

Diabetes mellitus kommt bei etwa ein Prozent der Hunde vor und gilt damit als relativ häufige endokrine Erkrankung.

Welche Ursachen tatsächlich eine Rolle spielen, ist noch nicht eindeutig klar. Schädigungen der Bauchspeicheldrüse durch Infektionen oder toxische Substanzen, die zu einer Pankreatitis oder exokrinen Pankreasinsuffizienz führen, sind genauso möglich wie genetische Faktoren. So ist unter anderem für Samojeden, Cairn Terrier, Pudel, Alaskan Malamute, West Highland White Terrier, Dachshund oder Zwergschnauzer ein erhöhtes Risiko bekannt, an Diabetes mellitus zu erkranken.

Bei Hunden über fünf bis sieben Jahren tritt Diabetes mellitus häufiger auf als bei jüngeren Hunden. Unkastrierte Hündinnen sind unter dem Einfluss von Progesteron stärker betroffen als Rüden.

Als weitere auslösende Faktoren kommen Übergewicht oder langfristige Kortikoidgaben in Frage.


Insulinmangel

Insulin ist ein Hormon, welches in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel an. Normalerweise sorgt Insulin dafür, dass die Glukose aus dem Nahrungskreislauf über das Blut in die einzelnen Körperzellen transportiert wird. Dort steht die Glukose dann für die körpereigene Energieproduktion zur Verfügung.

Fehlt das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse oder sind die Mengen zu gering, wird zu wenig Glukose in die Zellen eingeschleust. Das hat eine verminderte Energieproduktion zur Folge. Zusätzlich verbleibt Glukose im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt.


Auswirkungen des Insulinmangels

Wenn eine bestimmte Menge Glukose im Blut erreicht ist, sind auch die Nieren nicht mehr in der Lage, die Glukose im körpereigenen Stoffwechsel zurück zu halten. Deshalb kommt es über den Urin zur Ausscheidung von Zucker (Glukosurie). Da die Glukose einen gewissen osmotischen Effekt hat (quasi Wasser mit sich zieht), scheiden die Hunde mehr Wasser aus, die Harnmenge steigt deutlich an (Polyurie), wobei auch Elektrolyte verloren gehen. Das dadurch entstehende Wasserdefizit im Körper gleichen die Hunde durch vermehrtes Trinken aus (Polydipsie).

Im Körper passiert aber noch viel mehr. Da die Glukose nicht mehr in den Zellen ankommt, fehlt Energie. Die Hunde sind vermehrt hungrig, fressen unter Umständen deutlich mehr, wenn sie dazu die Gelegenheit haben (Polyphagie). Da der Energiemangel bestehen bleibt, versucht der Körper durch Muskel- und Fettabbau gegenzusteuern. So können Sie trotz erhöhter Futteraufnahme eine Abmagerung Ihres an Diabetes erkrankten Hundes beobachten. Die Entgleisung des Fettstoffwechsels kann zu bedrohlichen Komplikationen führen.

Der hohe Blutzuckerspiegel verursacht bei diabetischen Hunden Schädigungen an kleinsten Blutgefäßen. Die Folgen treten vor allem am Auge mit Linsentrübung und Erblindung zu Tage.


Symptome beim diabetischen Hund

Zusammengefasst geben die folgenden Symptome einen Hinweis, dass Ihr Hund unter Diabetes mellitus leiden könnte:

  • auffällig mehr Durst
  • gesteigerter Harndrang
  • verstärkter Hunger
  • Gewichtsabnahme
  • körperliche Schwäche
  • nachlassendes Sehvermögen
  • süßlicher Geruch aus dem Maul (ähnlich wie Azeton)

Es treten nicht immer alle Symptome auf, und sie können sich auch verändern. Zögern Sie deshalb eine Abklärung nicht unnötig lange raus. Lassen Sie bitte in der Tierarztpraxis Ihres Vertrauens untersuchen, ob sich ein entsprechender Verdacht bestätigt oder ob möglicherweise andere Erkrankungen in Betracht kommen. Mittels Blut- und Urinanalysen lassen sich die o.g. Symptome besser einordnen, wodurch eine effektive Therapie eingeleitet werden kann.


Behandlungsoptionen

Vom Tierarzt wird Ihrem Hund ein Insulinpräparat verordnet, welches Sie nach einer Anleitung selbstständig spritzen können. Wichtig ist die regelmäßige und dauerhafte Anwendung, um Entgleisungen des Blutzuckerspiegels zu verhindern. Mitunter dauert es einige Zeit, bis die richtige Dosierung und die sinnvollen Abstände zwischen den einzelnen Insulingaben gefunden sind. Das oberste Ziel ist, den Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf weitgehend konstant zu halten.

Für unkastrierte Hündinnen wird außerdem die Kastration empfohlen, da die hormonellen Veränderungen während der Läufigkeit die Symptomatik der Diabeteserkrankung verschlechtern.


Was Sie selbst tun können

Das Futter sollte reich an Ballaststoffen sein. Damit wird erreicht, dass die Glukoseaufnahme im Darm langsam und gleichmäßig erfolgt. Somit ist auch die Anflutung von Glukose im Blut langsamer und ohne „Ausreißer nach oben“. Die 5-E kaltgepressten Futtersorten enthalten etwa doppelt so viele Rohfasern wie das extrudierte Futter und unterstützen damit Ihren zuckerkranken Hund.

Wenn Ihr diabetischer Hund etwas zu viel Körpergewicht hat, sollte er mit Hilfe von energie- und fettreduziertem Futter Gewicht abbauen. Auch hier ist 5-E kaltgepresstes Hundefutter (z.B. IN FORM) eine sehr gute Alternative. Körperliche Bewegung, ohne Ihren Hund zu überfordern, hilft zusätzlich bei der Gewichtskontrolle.

Zuckerkranke Hunde sind stressanfällig. Gestalten Sie den Hundetag möglichst regelmäßig und ruhig, damit sich Ihr Hund sicher fühlt. Vermeiden Sie Situationen, die für Ihren Hund mit Aufregung verbunden sind.

Zusammen mit der Insulin-Behandlung ermöglichen Sie Ihrem Hund auf diese Art trotz Erkrankung ein langes und lebenswertes Hundeleben. Alles Gute!


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