Einfluss von Medikamenten auf den Verdauungstrakt

Auch wenn Sie Ihre Miez immer gut umsorgen und auf ihre Gesundheit achten, lässt es sich manchmal nicht vermeiden – die Gabe von Medikamenten. Natürlich nach vorheriger Diagnosestellung in der Tierarztpraxis und unter Berücksichtigung der entsprechenden Indikation.

Viele Medikamente haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Darmflora. Sie erkennen es daran, wenn im Beipackzettel bei den Nebenwirkungen beispielsweise Durchfall aufgelistet ist. Antibiotika, „Wurmkuren“ und Kortikoide seien hier stellvertretend genannt.


Abwehrsysteme des Körpers

Die körpereigene Abwehr Ihrer Katze beruht auf einer gut funktionierenden Darmflora. Das Immunsystem im Darm hat eine enge Verbindung zur gesamten Abwehr. Die Abwehrzellen im Darm haben Kontakt zu schädlichen Substanzen, woraus sich eine Schutzstrategie entwickelt. Davon profitieren alle Anteile des Immunsystems des Organismus.

Eine gesunde und aktive Darmflora kann die Ansiedlung unerwünschter Keime und deren Eindringen in den Körper wirkungsvoll verhindern. Wenn die Immunabwehr im Darm nicht funktioniert, kann das für den gesamten Körper kritisch werden.


Antibiotika und Darmflora

Antibiotika werden bei bakteriellen Infektionen verordnet. Sie töten Bakterien ab und verhindern deren weitere Vermehrung.

Bei der oralen Gabe von Antibiotika werden diese vom Dünndarm aus in den Körper aufgenommen und gelangen mit dem Blut an ihren Wirkungsort, wo die krank machenden Bakterien zerstört werden. Die Resorption in den Körper erfolgt dabei nicht immer vollständig. Ein Teil des Antibiotikums verbleibt im Darm, wird weiter transportiert und schließlich mit dem Kot ausgeschieden. Durch die Antibiotika werden allerdings auch die im Darm ansässigen, nützlichen Mikroorganismen der Darmflora geschädigt, da ein Antibiotikum nicht zwischen schädlichen und erwünschten Bakterien unterscheiden kann.

Die Darmbakterien haben eine wichtige Funktion für die Verdauung und die Darmgesundheit. Wenn sie nun in Folge der Antibiotikagabe fehlen, führt das zu unterschiedlichen Problemen. Die Verdauung der Nahrung erfolgt unzureichend, die Immunabwehr des Körpers wird beeinträchtigt, unerwünschte Darmbakterien oder Parasiten können sich vermehren, Blähungen und Durchfälle sind möglich.

Auch intravenös verabreichte Antibiotika können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen, weil die Abbauprodukte aus der Leber über die Gallenflüssigkeit ebenfalls in den Darm gelangen.


Aufbau und Aktivierung der Darmflora

Damit die Darmflora nach einer notwendigen Antibiotikagabe sehr schnell wieder effektiv arbeiten kann, empfehlen wir die Darmaktivierungskur für Katzen. Diese enthält unter anderem im darm-dyn Gel einen milchsäurebildenden Keim, der die Ausbildung der erwünschten Darmflora fördert.

Alternativ könnten Sie Ihrer Katze Darm akut probiotic Tab H + K mit einem Milchsäurebildner und Elektrolyten geben.


Wurmmittel und Darmflora

Die Behandlung von Würmern im Darm wird mit sogenannten Wurmmitteln (Anthelminthika) durchgeführt. Diese töten die Würmer im Darm ab, indem sie entweder in den Stoffwechsel eingreifen oder als Nervengift die Würmer lähmen. Die abgetöteten Würmer sollten natürlich schnellstmöglich ausgeschieden werden, damit die Giftstoffe die Katzen möglichst wenig belasten. Ein gesunder Darm mit kräftigen Darmwänden kann mit seiner Darmperistaltik diese Ausscheidung gut bewerkstelligen. Das 5-E kaltgepresste Katzenfutter trainiert die Darmwandmuskulatur und stärkt damit auch das Immunsystem.

Lassen Sie Ihre Katze nur entwurmen, wenn eine Kotuntersuchung einen Nachweis von Würmern erbracht hat. Eine vorbeugende Wurmkur macht keinen Sinn – wo keine Würmer sind, hat das Wurmmittel keine Wirkung. Aber Sie ersparen Ihrer Katze eine unnötige Medikamentengabe.


Kortison und Darmflora

Kortison wird als körpereigenes Hormon in der Nebennierenrinde produziert. Die Menge entspricht in der Regel dem Bedarf im Körper. Wird ein Kortikoid zu therapeutischen Zwecken eingesetzt (zum Beispiel bei Allergien), dann ist die Dosierung höher. Deshalb sind unerwünschten Nebenwirkungen möglich. Kortison wirkt unter anderem unterdrückend auf das Immunsystems. Daraus resultiert allerdings eine größere Infektanfälligkeit.

Da der Großteil des Immunsystems im Darm lokalisiert ist, können Sie sich bestimmt gut vorstellen, dass durch Kortison auch die Verdauung durcheinander gerät, vor allem bei hochdosierter und langfristiger Anwendung.

Die Funktionsfähigkeit der Darmflora für die Verdauung können Sie auch in diesem Fall mit der Darmaktivierungskur für Katzen unterstützen.

Es geht uns keinesfalls darum, die genannten Medikamentengruppen abzuwerten. Sie sollten jedoch nur bei tatsächlichem Bedarf und nicht „auf gut Glück“ verwendet werden.


Hinweise zu anderen Medikamenten

Bitte verwenden Sie für Ihre Katze nur Medikamente, die vom Tierarzt verschrieben wurden. Eigenmächtige Gaben aus Ihrem häuslichen Arzneischrank kann Ihre Katze unter Umständen das Leben kosten – sei es, weil sie den Wirkstoff nicht verträgt oder weil die Dosierung viel zu hoch ist.

Paracetamol und Acetylsalicylsäure werden von Katzen nur unzureichend verstoffwechselt, so dass es zur Anreicherung im Körper und zur Vergiftung der Tiere kommt. Eine schnell einsetzende Leberschädigung ist die Folge.

Wenn Sie für Ihre Miez im Zoofachgeschäft oder im Internet frei verkäufliche Tierarzneimittel kaufen, wählen Sie keinesfalls Produkte, die ausdrücklich nur für Hunde vorgesehen sind. Ein Beispiel: Mittel zur Flohbekämpfung auf der Basis von Permethrin werden von Hunden relativ gut vertragen, aber für eine Katze können bereits wenige Tropfen tödlich sein.


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