Labrador

Steckbrief

Schulterhöhe Rüde/Hündin 56-57 cm, 54-56 cm

Gewicht durchschnittlich Rüde/Hündin im Standard ohne Angaben


Woher

In Großbritannien wird die Jagd als Sport bezeichnet und ist eine weit verbreitete Leidenschaft. Die Jagd gilt hauptsächlich Federwild, also Vögeln wie Enten, Rebhühner und Fasanen. Sie werden in der Luft geschossen und fallen irgendwo herunter. Ohne Hund könnte man sie nicht finden. Deshalb züchteten die Briten Hunde, die einzig und alleine auf das Bringen der gefiederten Beute spezialisiert waren: Retriever. Wohlhabende Jagdherren züchteten ihre bevorzugten Schläge, von denen einige im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert als eigene Rassen anerkannt wurden. Englische Fischer, die vor der Küste Kanadas fischten, brachten von dort die großen, attraktiven weiß-schwarzen Neufundländer (Landseer) mit. Als diese nicht mehr da waren, die kleineren schwarzen. Darunter auch die stockhaarigen St. Johns Hunde. Sie fielen einem passionierten Jäger auf, dem Earl of Malmesbury, der ihr großes Potential als Apportierhunde erkannte. Diese robusten Importhunde scheuten weder Schilf, noch eisiges Wasser oder Dornengestrüpp und apportierten mit Leidenschaft. Er baute darauf eine Zucht auf und die Hunde waren bald in Englands Jägerkreisen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Als Familienbegleiter wurden sie erst in den letzten 20 Jahren bekannter und zu den beliebtesten Hunden weltweit.


Charakter

Der Labrador ist kein jagender Hund, denn seine Aufgabe ist es, brav bei Fuß zu bleiben, bis der Schuss fällt und er auf das Kommando zu apportieren loslaufen darf. Mit dem Jagen des Wildes, wie wir es verstehen, hat das nichts zu tun. Der Retriever muss sich vor allem auszeichnen durch hartnäckige Suche unter den schwierigsten Bedingungen durch Dick und Dünn, Dornengestrüpp, Unterholz, Morast, Schilf und Wasser bei jedem Wetter. Egal, wohin der Vogel auch fällt, der Retriever muss los, ihn finden und unversehrt bringen. Dieser ausgeprägte Wille zu finden hängt natürlich auch mit Jagdpassion zusammen, deshalb kann auch ein unerzogener und unausgelasteter Retriever eigene Wege gehen und Wild verfolgen. Aufgrund der Tatsache, dass er ohne Rücksicht auf Verluste zur Beute gelangen muss, ist er ein derber Hund, ein Grobmotoriker, der ziemlich ungestüm auch mit Menschen umgeht. Auf der anderen Seite gehört zu seiner Arbeit, dass er absolut unter Kommando arbeitet auch dort, wo der Besitzer keinen Einfluss auf ihn hat. Hat der Schütze aus seiner besseren Perspektive nämlich gesehen, wohin der Vogel gefallen ist, muss sich der Hund von ihm einweisen lassen, um rasch zu finden. Das tut nur ein Hund, der sich ganz seinem Menschen unterordnet und gerne tut, was er sagt. Schließlich führt das zum Erfolg. Dies nennt man "will to please". Ebenso wichtig ist, dass er die zarten Vögel unversehrt heranbringt, damit man sie noch mit Appetit essen kann, der Retriever braucht also ein "weiches Maul". Der "will to please" ist eine eher kindliche Eigenschaft, die sich der Retriever ein Leben lang bewahrt. Diese Merkmale machen den Labrador ebenfalls zu einem angenehmen Familienbegleiter. Vorausgesetzt jedoch, dass der Züchter bei der Auswahl der Elterntiere auf die Erhaltung dieser wichtigen Merkmale achtet. Ohne diesen Sachverstand gezüchtet, was leider bei den reinen Verkaufszuchten nicht der Fall ist, gehen diese Eigenschaften rasch verloren und der Hund wird zur großen Enttäuschung, weil er nur noch aussieht wie ein Labrador Retriever, aber im Verhalten die Erwartungen nicht erfüllt.


Geeignet für

Der Labrador Retriever eignet sich für Menschen, die sich besonders gerne und viel in freier Natur aufhalten und mit dem Hund aktiv sind. Der typische Labi ist sanftmütig und geduldig, daher ein guter Familienbegleiter, Therapie- und Behindertenbegleithund. Störend wird jedoch häufig seine derbe Art und ungestümes Verhalten empfunden. Auch ist sein will to please nicht so ausgeprägt wie beim Golden Retriever und er ist längst nicht immer sanftmütig und freundlich. Zu den Vorfahren des Labradors gehören Herdenschutzhunde, die als Wächter mit nach Labrador gebracht wurden und die Wesensbeschreibung der ersten Importe ist nicht sehr nett. Daher ist beim Labrador noch wichtiger als beim Golden, dass der Züchter große Sorgfalt auf das erwünschte Wesensbild aufwendet.


Anspruch an die Familie

Der Labi ist, je nachdem aus welcher Zuchtrichtung er kommt, mehr oder weniger arbeitsfreudig. In jedem Falle aber verlangt er Zeit für eine fundierte Ausbildung, die dem Hund die Möglichkeit bietet seine angeborene Leidenschaft, das Apportieren oder jede Art von Nasenarbeit, ausleben zu können. Er ist nicht gedacht für bequeme Menschen, die ihn nur als Prestigeobjekt halten oder glauben, er erziehe sich von selbst. Das Gegenteil ist der Fall, man muss eine ruhige Autorität ausstrahlen und mit großer Konsequenz an die Erziehung gehen.


Farben

Schwarz, gelb, schokoladenbraun. Blau und Isabell kommen vor, sind aber nicht anerkannt.
Golden Retriever
Labrador Retriever