Niereninsuffizienz bei Katzen: So kannst Du die Lebensqualität Deiner Samtpfote unterstützen


Langhaarige Katze in Braun-Weiß wird vom Tierarzt auf dem Behandlungstisch gehalten Aktualisiert am 11.09.2026
Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) gehört zu den häufigsten Erkrankungen älterer Katzen. Da sie lange unbemerkt bleiben kann, sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung besonders wichtig. In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Anzeichen auf Nierenprobleme hindeuten können, wie CNI festgestellt und behandelt wird und was Du selbst für das Wohlbefinden Deiner Samtpfote tun kannst.

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Das Wichtigste zu Niereninsuffizienz bei Katzen im Überblick
  • Die Nieren übernehmen viele lebenswichtige Aufgaben: Sie filtern das Blut und scheiden Stoffwechselendprodukte über den Urin aus. Außerdem regulieren sie den Blutdruck, die Blutbildung und den Flüssigkeitshaushalt.
  • Ist die Nierenfunktion der Katze dauerhaft eingeschränkt, spricht man von einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI). Eine akute Nierenschädigung entwickelt sich dagegen innerhalb kurzer Zeit.
  • Arbeiten die Nieren nicht mehr richtig, können sich Stoffwechselendprodukte und andere ausscheidungspflichtige Substanzen im Blut anreichern und den Körper zunehmend belasten.
  • Eine chronische Nierenerkrankung kann mit Störungen im Magen-Darm-System einhergehen. Dabei können sich Darm und Nieren gegenseitig beeinflussen.
  • Eine spezielle Nierendiät ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung: Sie enthält weniger Phosphor, hochwertiges Eiweiß in angepasster Menge und liefert ausreichend Energie. 
So gehst Du bei Niereninsuffizienz Deiner Katze vor
  • Lass bei Deiner Katze ab einem Alter von 7 Jahren regelmäßig einen tierärztlichen Gesundheits-Check zur Früherkennung von Nierenerkrankungen durchführen.
  • Achte bei Deiner Katze auf mögliche Anzeichen einer Niereninsuffizienz wie vermehrten Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust oder Appetitmangel und lass diese tierärztlich abklären.
  • Wurde bei Deiner Katze eine chronische Niereninsuffizienz festgestellt, besprich mit Deiner Tierarztpraxis, wie Du ihre Ernährung am besten anpasst.
  • Fördere die Flüssigkeitsaufnahme Deiner Katze, z. B. mit Feuchtfutter, mehreren Trinknäpfen oder einem Trinkbrunnen. 
    Unterstütze das Wohlbefinden Deiner Katze mit ausreichend Ruhe, einem warmen Liegeplatz und liebevoller Zuwendung. 

Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Niereninsuffizienz. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deiner Katze ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!


Welche Aufgaben erfüllen die Nieren im Körper?

Zu den wichtigsten Aufgaben der Nieren gehören die Filtration des Blutes und die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten über den Urin. Darüber hinaus halten die Nieren den körpereigenen Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht und produzieren Hormone, die den Blutdruck und die Bildung roter Blutkörperchen regulieren.

  • Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten: Die Nieren filtern kontinuierlich das Blut und scheiden Substanzen wie Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin über den Urin aus. 
  • Produktion wichtiger Hormone: Das Hormon Erythropoetin wird hauptsächlich in den Nieren gebildet und fördert die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark. 
  • Regulierung des Blutdrucks: Spezialisierte Nierenzellen setzen bei Bedarf das Enzym Renin frei, das zur Stabilisierung von Blutdruck sowie Wasser- und Salzhaushalt beiträgt. 
Infografik: Die Nieren der Katze im Überblick — Harnwegssystem, Niere ganz und im Anschnitt.
Harnwegssystem, Niere (ganz) und Niere (im Anschnitt) im Vergleich
Die Nieren sind Teil des Harnwegssystems. Sie filtern das Blut, bilden den Urin und übernehmen weitere wichtige Aufgaben wie die Regulation des Flüssigkeitshaushalts und die Hormonproduktion.

Niereninsuffizienz bei Katzen – was ist das überhaupt?

Bei einer Niereninsuffizienz ist die Funktion der Nieren eingeschränkt, sodass sie ihre lebenswichtigen Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen können. Stoffwechselendprodukte und andere ausscheidungspflichtige Substanzen reichern sich dann im Blut an, und auch der Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt kann aus dem Gleichgewicht geraten. Unbehandelt kann die Erkrankung fortschreiten und im Endstadium zu einer schweren, lebensbedrohlichen Einschränkung der Nierenfunktion führen.

Schäden an den Nierenkörperchen sind meist der Anfang. Die Nieren Deiner Katze bestehen jeweils aus ca. 200.000 kleinen Funktionseinheiten, die das Blut filtrieren. Diese nennt man Nephrone. Jedes Nephron setzt sich zusammen aus einem Nierenkörperchen und den dazugehörigen Nierenkanälchen. Kommt es zu Schäden an den Nierenkörperchen, sterben die Nephrone ab. Die Nieren gleichen den Verlust aus, indem die noch intakten Nephrone ihre Leistung erhöhen. Durch diese Überlastung sterben weitere Nephrone ab, bis die Nieren ihre lebenswichtigen Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllen können. In diesem Fall kommt es zu einer Niereninsuffizienz.


Welche Formen der Niereninsuffizienz gibt es bei Katzen?

Die Niereninsuffizienz der Katze tritt in zwei verschiedenen Formen auf — entweder akut oder chronisch.

Was ist eine akute Niereninsuffizienz bei Katzen?

Eine akute Niereninsuffizienz kommt im Vergleich zur chronischen Form deutlich seltener vor² — die Nierenfunktion verschlechtert sich dabei aber innerhalb kurzer Zeit deutlich. Auslöser können Infektionen, Giftstoffe, Verletzungen der Nieren (etwa bei einem Unfall) oder Harnsteine sein, die den Harnabfluss behindern.

Zu den möglichen Symptomen gehören eine reduzierte oder komplett aussetzende Urinausscheidung oder Blut im Urin. Häufig werden auch Schwäche, Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfälle beobachtet. In schweren Fällen können auch Schleimhautschäden mit Blut im Kot auftreten.

Hinweis: Auch das häufige Auftreten von Struvitsteinen kann für die Nieren gefährlich werden. Gelangen diese in die Harnröhre, verstopft sie im schlimmsten Fall, sodass kein Urin mehr abgesetzt werden kann. Der Druck des in der Blase angestauten Urins wiederum kann das Nierengewebe schädigen.

Eine akute Niereninsuffizienz ist ein medizinischer Notfall!

Bei einer akuten Niereninsuffizienz sind die Filtration des Blutes stark eingeschränkt. Sie sollte schnellstmöglich tierärztlich behandelt werden, da bereits innerhalb weniger Stunden oder Tage bleibende Nierenschäden entstehen können. Unbehandelt erhöht sich das Risiko, dass sich daraus eine chronische Niereninsuffizienz entwickelt und die Erkrankung im Endstadium bis hin zum Koma und Tod der Katze fortschreiten kann.

Chronische Niereninsuffizienz (CNI) bei Katzen

Die chronische Niereninsuffizienz verläuft über einen längeren Zeitraum. Dabei stirbt das Nierengewebe (bzw. die Nephronen) schrittweise ab, sodass die Nieren irreversibel geschädigt werden. Das Tückische an der chronischen Niereninsuffizienz ist, dass diese in den ersten Monaten oder sogar Jahren komplett ohne Komplikationen verläuft. Zu diesem Zeitpunkt sind die Nephronen nämlich in der Lage, die Filtrationsrate zu steigern und so den Leistungsabfall durch das abgestorbene Gewebe zu kompensieren.

Häufig machen sich Symptome erst dann bemerkbar, wenn etwa zwei Drittel des Nierengewebes bzw. der Nephrone abgestorben sind. Aus diesem Grund empfehlen wir Dir, mit Deiner Katze spätestens ab einem Alter von 7 Jahren jährlich einen Nieren-Check beim Tierarzt durchführen zu lassen.


Wie macht sich eine chronische Niereninsuffizienz bei Katzen bemerkbar? 

Eine chronische Niereninsuffizienz kann sich bei Katzen unter anderem durch vermehrten Durst und Harnabsatz, Gewichtsverlust oder zunehmende Müdigkeit bemerkbar machen. Da die Erkrankung schleichend beginnt, werden die ersten Symptome in vielen Fällen nicht richtig erkannt oder für typische Alterserscheinungen gehalten.

Diese Symptome können auf eine chronische Niereninsuffizienz bei der Katze hinweisen (erste Anzeichen):

  • Vermehrter Durst und häufiger Harnabsatz
  • Gewichtsverlust 
  • Stumpfes und struppiges Fell 
  • Glanzlose, müde oder eingesunkene Augen 
  • Müdigkeit und sinkende Vitalität 
  • Mundgeruch und gerötetes Zahnfleisch

Im weiteren Verlauf können folgende Symptome dazukommen:

  • Appetitmangel/selektives Fressverhalten 
  • Übelkeit & Erbrechen 
  • Durchfall/wechselnde Kotkonsistenzen 
  • Häufige Erkältungen oder Harnwegsinfektionen 
  • Erhöhter Blutdruck 
  • Lethargisches, teilnahmsloses Verhalten 

Sollten Dir eins oder mehrere Symptome bei Deiner Katze auffallen, empfehlen wir Dir, diese umgehend beim Tierarzt überprüfen zu lassen, um eine chronische Nierenerkrankung auszuschließen.

In der DGT Academy findest Du unser kostenloses Webinar „Nierenprobleme bei Katzen – verstehen & richtig handeln“. Dort erfährst Du mehr über die Zusammenhänge bei Nierenerkrankungen und darüber, wie Du Veränderungen bei Deiner Katze frühzeitig einordnen kannst. 

Wie können Nierenprobleme bei meiner Katze entstehen?

Nierenprobleme bei Katzen können verschiedene Ursachen haben. Das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung steigt mit dem Alter. Daneben können zum Beispiel angeborene oder erbliche Nierenerkrankungen, Entzündungen und Infektionen, Bluthochdruck, Harnabflussstörungen oder bestimmte nierenschädigende Giftstoffe und Medikamente eine Rolle spielen.


Wie hängen Darm und Nieren zusammen?

Magen-Darm-Beschwerden können bei Katzen mit einer Nierenerkrankung auftreten und ihr Wohlbefinden zusätzlich beeinträchtigen. Fachleute erforschen mögliche Zusammenhänge zwischen dem Magen-Darm-Trakt und den Nieren unter dem Begriff Darm-Nieren-Achse³: Bestimmte Stoffwechselprodukte, die unter Beteiligung von Darmbakterien entstehen, werden normalerweise über die Nieren ausgeschieden. Bei einer chronischen Nierenerkrankung können sich einige dieser sogenannten urämischen Toxine im Blut anreichern, weil die Nieren sie nicht mehr ausreichend ausscheiden⁴. 

Das Mikrobiom ist an der Verarbeitung der Nahrung im Darm Deiner Katze beteiligt. Dabei entstehen u. a. Stoffwechselprodukte, die ins Blut gelangen und teilweise über die Nieren ausgeschieden werden.

Das Mikrobiom — die Gemeinschaft der im Magen-Darm-Trakt lebenden Mikroorganismen — ist an diesem Zusammenspiel beteiligt: Bei Katzen mit chronischer Nierenerkrankung wurden Veränderungen des Darmmikrobioms beobachtet⁵. Ist zusätzlich die Darmbarriere gestört, können Bestandteile aus dem Darm leichter in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungsreaktionen begünstigen. Eine chronische Nierenerkrankung kann also mit Veränderungen im gesamten Magen-Darm-System einhergehen. 

Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann dies Erkrankungen wie die chronische Niereninsuffizienz begünstigen.
Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, welchen Einfluss die Ernährung auf die Verdauung Deiner Katze haben kann, dann klick Dich in diesen Ratgeber.

Wie lange kann eine nierenkranke Katze leben?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten — es hängt vor allem vom Stadium bei der Diagnose und vom Ansprechen auf die Behandlung ab. Katzen, bei denen die Erkrankung früh erkannt wird, können oft noch viele Monate bis Jahre eine gute Lebensqualität haben, während im fortgeschrittenen Stadium die Prognose deutlich vorsichtiger ist (siehe Stadieneinteilung weiter unten). Genau deshalb lohnt sich die frühzeitige Untersuchung.


Wie diagnostiziert man Niereninsuffizienz bei Katzen?

Weil eine chronische Niereninsuffizienz im Frühstadium meist keine Komplikationen verursacht, kann sie oft nur anhand der Nierenwerte im Blut erkannt werden — vor allem des Biomarkers SDMA sowie der harnpflichtigen Substanzen Kreatinin und Harnstoff. Ergänzend sind eine Urinuntersuchung, eine Blutdruckmessung sowie die Beurteilung des Phosphatwertes im Blut wichtige Bestandteile der Diagnostik.

Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich meist schleichend und kann im Laufe der Zeit weitere Körperfunktionen beeinträchtigen — etwa die Blutbildung, den Knochenstoffwechsel, die Blutgerinnung und den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt. Eine frühzeitige Diagnose hilft, mögliche Folgeerkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Tipp: In unserem Online-Shop erhältst Du ein Test-Set für die Vitalblutanalyse. Nachdem Du eine Blutprobe an die Tierarztpraxis von Thomas Backhaus geschickt hast, wird diese genau analysiert. Auf Basis der Analyse erstellt Dir Tierarzt Thomas Backhaus ein Therapie- und Ernährungskonzept, das auf die Bedürfnisse Deiner Katze abgestimmt ist.


Kann man Niereninsuffizienz bei Katzen behandeln?

Eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar. Im Mittelpunkt der Behandlung stehen deshalb die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs, die Linderung von Beschwerden und eine möglichst gute Lebensqualität für Deine Katze.

Eine wichtige Rolle spielt dabei eine spezielle Nierendiät. Sie enthält weniger Phosphor sowie hochwertiges Eiweiß in angepasster Menge und liefert ausreichend Energie. So können die Nieren entlastet und ein ungewollter Gewichtsverlust möglichst lange hinausgezögert werden. Genauso wichtig ist es, dass Deine Katze ausreichend Flüssigkeit aufnimmt.

Je nach Krankheitsstadium und möglichen Begleiterkrankungen können außerdem Medikamente erforderlich sein. Sie werden beispielsweise eingesetzt, um Bluthochdruck, einen erhöhten Eiweißverlust über den Urin, Übelkeit oder Erbrechen sowie erhöhte Phosphatwerte im Blut zu behandeln. Reicht die Flüssigkeitsaufnahme nicht aus oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand, kann auch eine Flüssigkeitstherapie, zum Beispiel in Form von Infusionen, sinnvoll sein.

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wie weit die chronische Nierenerkrankung fortgeschritten ist. Die International Renal Interest Society (IRIS) teilt die Erkrankung anhand verschiedener Nierenwerte in vier Stadien ein. Zusätzlich werden der Blutdruck und Eiweiß im Urin berücksichtigt. An dieser Einteilung orientieren sich die Empfehlungen für die weitere Behandlung und Kontrolle.

Die IRIS-Klassifikation unterteilt die chronische Niereninsuffizienz bei Katzen anhand von Laborwerten in vier Stadien.

Die IRIS-Klassifikation teilt die chronische Nierenerkrankung bei Katzen in vier Stadien ein. Je nach Stadium unterscheiden sich die empfohlenen Behandlungs- und Kontrollmaßnahmen.

Neben der tierärztlichen Behandlung kannst Du im Alltag mit ausreichend Ruhe, einem stressfreien, warmen Liegeplatz und liebevoller Zuwendung viel für das Wohlbefinden Deiner Katze tun.

Wichtig: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Tierarztpraxis geben Aufschluss über die Entwicklung der Erkrankung und helfen, die Behandlung darauf abzustimmen.

Ergänzende ganzheitliche Maßnahmen

Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung können weitere unterstützende Maßnahmen sinnvoll sein — etwa homöopathische Begleitung, ausgewählte Heilpflanzen (Phytotherapie) oder bestimmte Vitalpilze (Mykotherapie). Welche davon infrage kommen, solltest Du immer mit Deiner Tierarztpraxis besprechen.


Was dürfen Katzen mit Niereninsuffizienz fressen?

Für Katzen mit einer chronischen Niereninsuffizienz eignet sich am besten ein spezielles Nierendiätfutter. Es ist so zusammengesetzt, dass die Nieren möglichst wenig belastet werden und Deine Katze gleichzeitig mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

  • Besonders wichtig ist ein reduzierter Phosphorgehalt, da erhöhte Phosphatwerte das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung beschleunigen können. 
  • Wichtig sind außerdem hochwertige, gut verdauliche Proteine in angepasster Menge. Dadurch entstehen bei der Eiweißverdauung weniger Stoffwechselprodukte, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Gleichzeitig hilft das Futter dabei, die Muskulatur möglichst lange zu erhalten. 
  • Außerdem sollte das Futter ausreichend Energie liefern und eine gute Flüssigkeitsaufnahme fördern. 
  • Der Gehalt an Natrium, Kalium und Magnesium wird individuell an den Gesundheitszustand Deiner Katze angepasst und nicht grundsätzlich reduziert. 

Was ist mit bestimmten Lebensmitteln wie Thunfisch? Thunfisch und andere Fischsorten sind von Natur aus sehr phosphor- und proteinreich. Da ein reduzierter Phosphorgehalt bei chronischer Niereninsuffizienz besonders wichtig ist, sollte Thunfisch — ob als Snack, aus der Dose oder als alleinige Fütterung — bei nierenkranken Katzen allenfalls in sehr kleinen Mengen und nicht regelmäßig gegeben werden. Als Ersatz für ein abgestimmtes Nierendiätfutter ist er nicht geeignet.

Warum ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme bei Katzen mit Niereninsuffizienz wichtig?

Bei einer chronischen Nierenerkrankung lässt die Fähigkeit der Nieren nach, den Urin ausreichend zu konzentrieren. Dadurch verlieren Katzen mehr Flüssigkeit und haben ein höheres Risiko, auszutrocknen. Ausreichend zu trinken ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und hilft dabei, den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Am besten gelingt das mit überwiegend feuchtem Futter, das bei Bedarf zusätzlich mit etwas Wasser angereichert werden kann. Frisches Trinkwasser sollte Deiner Katze jederzeit an mehreren Stellen zur Verfügung stehen. Manche Katzen trinken lieber aus einem Trinkbrunnen oder bevorzugen verschiedene Näpfe und Standorte.

Wir stehen Dir zur Seite für die Gesundheit Deiner Katze. Wenn Deine Katze gesundheitliche Probleme hat, möchtest Du alles dafür tun, damit sie sich bald wieder besser fühlt. Das Team von DGT MEDICAL berät Dich gerne zu Futter- und Ergänzungsfuttermitteln und steht Dir auch für eine Zweitmeinung oder ein Gespräch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zur Verfügung.

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  • Mit reduziertem Phosphorgehalt und angepasstem Proteingehalt entsprechend den besonderen Ernährungsbedürfnissen bei chronischer Niereninsuffizienz. 
  • Geflügelfleisch liefert hochwertiges tierisches Eiweiß in angepasster Menge. 
  • Enthält Omega-3-Fettsäuren als Bestandteil einer ausgewogenen Nährstoffversorgung. 
  • Gut geeignet für Katzen, die Trockenfutter bevorzugen. 
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Fazit

Früh erkennen, richtig füttern, engmaschig begleiten. Eine chronische Niereninsuffizienz ist bei Katzen nicht heilbar, lässt sich mit früher Diagnose, einer angepassten Nierendiät und regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen aber oft über längere Zeit gut begleiten. Achte besonders ab einem Alter von 7 Jahren auf Anzeichen wie vermehrten Durst, Gewichtsverlust oder Appetitmangel und lass diese zeitnah abklären — je früher die Erkrankung erkannt wird, desto mehr Möglichkeiten gibt es, die Lebensqualität Deiner Katze zu erhalten.


Häufige Fragen

Eine chronische Niereninsuffizienz allein ist kein Grund, eine Katze einschläfern zu lassen. Viele Katzen können mit einer passenden Behandlung, einer geeigneten Ernährung und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen noch lange eine gute Lebensqualität haben. Über das Thema Einschläfern wird meist erst dann gesprochen, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist, starke Beschwerden trotz Behandlung bestehen bleiben oder die Lebensqualität dauerhaft stark eingeschränkt ist. Diese Entscheidung sollte immer gemeinsam mit der behandelnden Tierarztpraxis getroffen werden.
Das lässt sich nicht pauschal vorhersagen — der Verlauf ist von Katze zu Katze unterschiedlich und hängt unter anderem von der Ursache, dem Stadium bei Diagnose und möglichen Begleiterkrankungen ab. Manche Katzen bleiben über Monate oder Jahre in einem stabilen Stadium, bei anderen schreitet die Erkrankung schneller fort. Die IRIS-Stadieneinteilung sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen dabei, den individuellen Verlauf einzuschätzen und die Behandlung rechtzeitig anzupassen.
Nein, nicht immer. Ob die Nieren dauerhaft geschädigt bleiben, hängt von der Ursache, dem Schweregrad und davon ab, wie schnell die Behandlung beginnt. Viele Katzen erholen sich vollständig, andere behalten eine eingeschränkte Nierenfunktion zurück oder entwickeln später eine chronische Nierenerkrankung. Deshalb sind regelmäßige Nachkontrollen — insbesondere bei jüngeren Katzen — sinnvoll, auch wenn sie keine Beschwerden zeigen.
Es gibt kein einzelnes Medikament gegen chronische Niereninsuffizienz — je nach Stadium und Begleiterkrankungen kommen unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz, zum Beispiel gegen Bluthochdruck, gegen erhöhten Eiweißverlust über den Urin, gegen Übelkeit oder Erbrechen sowie zur Senkung erhöhter Phosphatwerte. Welche Medikamente sinnvoll sind und wie sie dosiert werden, entscheidet die Tierarztpraxis anhand der individuellen Blutwerte und des Krankheitsverlaufs — bitte gib Deiner Katze keine Medikamente in Eigenregie, auch keine frei verkäuflichen.
Ja, eine angepasste Eiweißmenge ist in der Regel unbedenklich. Wichtig ist nicht, möglichst wenig Eiweiß zu füttern, sondern die richtige Menge und eine hohe Eiweißqualität — so entstehen bei der Verdauung weniger Stoffwechselprodukte, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen, während die Muskulatur möglichst lange erhalten bleibt.
Bei Katzen mit chronischer Niereninsuffizienz spielt der Phosphorgehalt im Futter eine wichtige Rolle. Ein zu hoher Phosphorgehalt kann das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen. Deshalb enthalten spezielle Nierendiätfutter weniger Phosphor und sind auf die besonderen Bedürfnisse nierenkranker Katzen abgestimmt.
Eine pauschale Verbotsliste gibt es nicht. Katzen mit einer chronischen Niereninsuffizienz sollten möglichst keine größeren Mengen phosphorreicher oder sehr eiweißreicher Lebensmittel wie Käse, Wurst, Trockenfleisch oder Thunfisch erhalten. Am besten eignet sich ein spezielles Nierendiätfutter, das auf die Bedürfnisse nierenkranker Katzen abgestimmt ist. Welche Ernährung im Einzelfall sinnvoll ist, solltest Du mit Deiner Tierarztpraxis abstimmen.

Quellen

1 Sparkes, A.; Caney, S.; Chalhoub, S. (2016). ISFM consensus guidelines on the diagnosis and management of feline chronic kidney disease Journal of Feline Medicine and Surgery 2 Gerber, B. (2022). Akute Nierenschädigung bei der Katze Tiermedizin Thieme 3 Summers, S.; Quimby, J. (2024). Insights into the gut-kidney axis and implications for chronic kidney disease management in cats and dogs Veterinarian Journal 4 Summers, S.; Quimby, J.; Gagne, J. (2019). The fecal microbiome and serum concentrations of indoxyl sulfate and p-cresyl sulfate in cats with chronic kidney disease 5 Lutz, H.; Kohn, B.; Forterre, F. (2019). Krankheiten der Katze Thieme 6 Neiger, R. (2024). Differenzialdiagnosen Innere Medizin bei Hund und Katze – Vom Leitsymptom zur Diagnose Thieme 7 Wolff, H.; Rakow, B. (2024). Unsere Katze - gesund durch Homöopathie – Heilfibel eines Tierarztes Thieme 8 Eul-Matern, C. (2024). Akupunktur bei Krankheiten von Hund und Katze – Westliche Indikation - chinesische Diagnostik und Therapie Thieme 9 Bolbecher, G. (2020). Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze – individuell – typgerecht – natürlich Thieme


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