Leishmaniose beim Hund verstehen, erkennen & vorbeugen
Aktualisiert
am 18.11.2025
Leishmaniose beim Hund ist eine parasitäre Erkrankung, die vorwiegend in tropischen, subtropischen und mediterranen Regionen vorkommt – inzwischen aber auch in Mitteleuropa. Besonders betroffen sind Hunde, die aus Endemiegebieten stammen oder dorthin reisen. Obwohl Leishmaniose nicht heilbar ist, können betroffene Hunde bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung gut leben. Hier erfährst Du mehr über Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen
- Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die nicht heilbar ist und unbehandelt zum Tod führen kann.
- Die Erkrankung wird durch kleine, einzellige Parasiten verursacht und vorwiegend durch Sandmücken übertragen.
- Durch eine frühzeitige Diagnose und einen speziellen Therapieplan können die Symptome und das Wohlbefinden betroffener Hunde positiv beeinflusst werden.
- Um Deinen Hund vor einer Infektion zu bewahren, ist es wichtig, ihn vor dem Kontakt mit den Überträgermücken zu schützen.
- Informiere Dich über die Erkrankung, um frühzeitig reagieren zu können, sollten Dir bei Deinem Hund mögliche Symptome auffallen.
- Suche in diesem Fall unbedingt eine Tierarztpraxis auf.
- Bei Verdacht kannst Du eine Vitalblutanalyse als ergänzende Untersuchung durchführen lassen, um den Gesundheitszustand Deines Hundes ganzheitlich einschätzen zu lassen.
- In Rücksprache mit Deiner Tierarztpraxis kann eine purinarme, überwiegend vegetarische Ernährung sinnvoll sein, um den Organismus Deines Hundes zu entlasten.
- Schütze Deinen Hund in Risikogebieten mit mückenabweisenden Präparaten und meide Spaziergänge in der Dämmerung und am frühen Morgen.
Hinweis: Dieser Ratgeber enthält Empfehlungen für unterstützende Maßnahmen bei Leishmaniose. Zur genauen Abklärung der Diagnose und Therapie Deines Hundes ist ein Besuch in der Tierarztpraxis unerlässlich!
Was ist Leishmaniose überhaupt?
Bei Leishmaniose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Sandmücken übertragen wird. Die Erkrankung selbst wird durch einzellige Parasiten (den Leishmanien) verursacht, welche spezielle Immunzellen, die sogenannten Makrophagen, befallen. Hat sich ein Hund einmal angesteckt, bleibt er ein Leben lang infiziert. Leishmaniose ist nicht heilbar, aber durch eine dauerhafte (meist lebenslange) Therapie können die Symptome und das Wohlbefinden des Hundes verbessert werden. Unbehandelt führt die Erkrankung meist innerhalb von 1 bis 2 Jahren zum Tod. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, damit der Tierarzt oder die Tierärztin einen passenden Behandlungsplan erstellen kann.
Warum wird Leishmaniose auch als Mittelmeerkrankheit bezeichnet?
Da Leishmaniose ursprünglich in südeuropäischen Ländern wie Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Bulgarien, Kroatien und der Türkei vorkommt, bezeichnet man sie auch als Mittelmeerkrankheit. Dort werden die einzelligen Parasiten hauptsächlich durch den Stich der weiblichen Sandmücke übertragen. Für Hunde, die in diese Regionen reisen, besteht also ein hohes Risiko, sich mit Leishmanien zu infizieren. Seit einiger Zeit breitet sich die Sandmücke aber auch immer weiter nach Norden aus: In den letzten Jahren wurden stabile Populationen an mehreren Standorten im Südwesten Deutschlands, insbesondere in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, nachgewiesen. 1 Damit steigt auch hierzulande das potenzielle Risiko für eine Übertragung der Mittelmeerkrankheit.
Was passiert nach einer Infektion?
Hat sich ein Hund mit Leishmaniose infiziert, werden die einzelligen Parasiten von den Immunzellen aufgenommen, wo sich diese vermehren und die Zellen schädigen. Weil sich die Parasiten in den Zellen verstecken, sind sie quasi vor der Immunabwehr geschützt. Im weiteren Verlauf können die Leishmanien in den Blutkreislauf gelangen, wodurch sie sich im Körper verteilen und weitere Organe wie Lymphknoten, Milz, Leber, Lunge, Darm, Knochenmark oder die Haut befallen. An den Organen kommt es dann zu chronischen Entzündungen, die der Körper zu bekämpfen versucht, wodurch das Gewebe noch mehr geschädigt wird.
Bei Leishmaniose handelt es sich um eine Zoonose.
Das bedeutet, die Erkrankung kann sowohl auf Tiere als auch auf (vorwiegend immungeschwächte) Menschen übertragen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Dich Dein erkrankter Hund ansteckt, gilt jedoch als sehr gering. Ein höheres Risiko birgt die direkte Übertragung des Erregers durch einen Mückenstich.
Durch welche Symptome macht sich eine Leishmaniose beim Hund bemerkbar?
Das Tückische an der Erkrankung ist, dass ganz verschiedene, unspezifische Symptome auftreten können. Außerdem dauert es nach einer Infektion meist 1 bis 3 Monate, bis die Erkrankung ausbricht – in manchen Fällen sogar mehrere Jahre. Da es auch Hunde gibt, die keine Symptome zeigen, können sich andere Tiere unbemerkt anstecken.
Zu den ersten typischen Anzeichen der Erkrankung gehören Abgeschlagenheit, Apathie, Gewichtsverlust oder geschwollene Lymphknoten. Zudem kann sich die Haut an der Einstichstelle entzünden und Knötchen bilden. Im weiteren Verlauf kommt es oft zu Hautgeschwüren, Fieber, Haarausfall und einer Vergrößerung von Milz und Leber. Im fortgeschrittenen Stadium magern betroffene Hunde meist bis auf die Knochen ab.
Mögliche Symptome einer Leishmaniose beim Hund:
- Abgeschlagenheit und Schwäche
- Geschwollene Lymphknoten
- Gewichtsverlust und mangelnder Appetit
- Hautentzündungen an Ohren, Augen oder Nasenspiegel (meist ohne Juckreiz)
- Fieber
- Vergrößerte Milz und Leber
- Anämie (Blutarmut)
- Niereninsuffizienz
Wann muss ich in die Tierarztpraxis?
Sollte Dein Hund aus unerklärlichen Gründen müde und apathisch wirken oder unter mangelndem Appetit und Gewichtsverlust leiden, empfehlen wir Dir, baldmöglichst eine Tierarztpraxis aufzusuchen. Dasselbe gilt natürlich auch, wenn Dir ein anderes der oben genannten Symptome auffällt. Diese müssen zwar nicht zwangsläufig auf eine Leishmaniose- Infektion hinweisen, sollten aber unbedingt tierärztlich abgeklärt werden.
Diagnose: Wie wird Leishmaniose beim Hund festgestellt?
Schätzungen des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zufolge leben in Deutschland etwa 20.000 Hunde, die mit Leishmaniose infiziert sind 2. Das Problematische an Leishmaniose ist, dass zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit mehrere Monate oder sogar Jahre liegen können. So lässt sich in vielen Fällen kein direkter Zusammenhang zwischen den Symptomen und einem vergangenen Auslandsaufenthalt herstellen.
Wenn Du Dich mit Deinem Hund in einem Verbreitungsgebiet aufgehalten hast oder er aus einer dieser Regionen stammt, solltest Du den Tierarzt oder die Tierärztin in jedem Fall darüber informieren. Dies kann ein wichtiger Hinweis darauf sein, Deinen Hund auf eine mögliche Infektion mit Leishmaniose zu untersuchen.
In der Regel wird der Tierarzt oder die Tierärztin Deinem Hund Blut abnehmen, um es auf verdächtige Veränderungen der weißen und roten Blutkörperchen zu untersuchen. Die Identifikation von Leishmanien im Blut gilt jedoch als kompliziert und ist meist nur mit speziellen Diagnosemethoden möglich. So können durch bestimmte Labortests beispielsweise vom Immunsystem gebildete Antikörper nachgewiesen werden. In vielen Fällen sind auch Gewebeproben nötig (zum Beispiel aus den Lymphknoten), um den Erreger nachzuweisen
Die Vitalblutanalyse – ein Blick auf das innere Gleichgewicht
Durch die Vitalblutanalyse unter dem Dunkelfeldmikroskop lassen sich Besonderheiten im Blutbild sichtbar machen, die Aufschluss über den allgemeinen Zustand des Organismus geben können. Dabei werden sowohl einzelne Blutbestandteile als auch das Milieu betrachtet – also das Zusammenspiel aller Strukturen im Blut.
Diese besondere Untersuchungsmethode kann Hinweise auf Belastungen und Ungleichgewichte liefern, die im Rahmen einer klassischen Labordiagnostik möglicherweise nicht auffallen. Auch typische Veränderungen, wie sie etwa bei einer Belastung mit Leishmanien auftreten können, lassen sich unter dem Mikroskop erkennen.
Ein großer Vorteil der Vitalblutanalyse ist ihre ganzheitliche Betrachtungsweise: Sie zeigt, wie verschiedene Vorgänge im Körper zusammenhängen könnten – und eröffnet so neue Perspektiven für eine individuelle Gesundheitsbegleitung.
Wenn Du mehr über diese Methode erfahren möchtest, dann klick Dich in diesen Ratgeber zur Vitalblutanalyse beim Hund
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Leishmaniose?
Bis zum heutigen Tag ist es leider nicht möglich, Leishmaniose zu heilen. Durch einen tierärztlichen Therapieplan und den Einsatz bestimmter Medikamente können die Symptome jedoch gelindert und das Wohlbefinden des erkrankten Hundes verbessert werden. Eine solche Behandlung kann über mehrere Monate oder Jahre andauern und muss regelmäßig überwacht werden.
Was dürfen Hunde mit Leishmaniose fressen?
Bei Hunden mit Leishmaniose können die Nieren durch die Erkrankung selbst oder durch bestimmte Medikamente zusätzlich beansprucht werden. Deshalb spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Viele Futtermittel enthalten sogenannte Purine. Dabei handelt es sich um natürliche Eiweißbausteine, die beim Abbau im Körper zu Harnsäure werden und die Nieren zusätzlich belasten können. In solchen Fällen kann eine purinarme Ernährung mit einem geringen Anteil an tierischen Proteinen helfen, die Nieren zu entlasten und das Risiko für Harnsteine zu verringern. Welche Futtermittel dafür geeignet sind, solltest Du immer gemeinsam mit Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt besprechen, damit die Ernährung genau zu den Bedürfnissen Deines Hundes passt.
Wie kann ich meinen Hund vor Leishmaniose schützen?
Eine wirksame Prävention besteht darin, Deinen Hund vor dem Kontakt mit Sandmücken zu schützen. Diese sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv. Von daher solltest Du Spaziergänge in den frühen Morgenstunden oder in der Abenddämmerung vermeiden – ganz besonders dann, wenn Du Dich mit Deinem Hund in einem Endemiegebiet aufhältst. Außerdem ist es ratsam, Mückennetze an den Fenstern und Türen anzubringen.
Um Mücken von empfindlichen Körperstellen wie Kopf, Hals und dünn behaarten Partien fernzuhalten, kann ein Repellent für Hunde – etwa auf Basis von Citronella oder Zistrose – eine sanfte Alternative sein. Viele Hundehalter und -halterinnen bevorzugen diese natürlichen Optionen, da sie ohne synthetische Wirkstoffe auskommen. Welche Art von Schutz Du wählst, sollte ganz Dir überlassen sein und ist auch abhängig davon, wie empfindlich Dein Hund auf synthetische Chemikalien reagiert.
Auch eine Schutzimpfung gegen Leishmaniose steht zur Verfügung. Nach aktuellem Kenntnisstand 3,4 ersetzt sie jedoch keinen zuverlässigen Schutz vor einer Infektion: Geimpfte Hunde können sich weiterhin anstecken, sind aber meist besser gegen einen schweren Krankheitsverlauf geschützt.
Noch ein wichtiger Hinweis: Auch an Leishmaniose erkrankte Hunde sollten vor Mückenstichen geschützt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Sandmücken an ihnen infizieren und weitere Tiere anstecken.
Produktempfehlungen
Ergänzend zur tierärztlichen Behandlung kann ein Hund mit Leishmaniose ernährungsphysiologisch unterstützt werden – zum Beispiel durch Futter- und Ergänzungsfuttermittel, die auf eine purinarme Ernährung und stabile Verdauung abgestimmt sind.
- PLANTA ist ein purinarmes, vegetarisches Spezialtrockenfutter für Hunde mit besonderen Ernährungsbedürfnissen. Auch als PLANTA MINI erhältlich
- Geeignet für Hunde, die aufgrund besonderer Anforderungen purinarm ernährt werden sollen.
- Mit Erbsen und Ei als leicht verdauliche Proteinlieferanten sowie Kartoffeln als gut verträgliche Energiequelle.
- Die ausgewogene Kombination aus Gemüse, Kräutern und Spirulina liefert wertvolle Ballaststoffe, die die normale Verdauungsfunktion unterstützen können.
- Mit Banane als natürlicher Lieferant von Pektin und Tryptophan, die eine magenschonende Ernährung unterstützen können.
- Leinöl liefert mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die den Stoffwechsel und die natürliche Zellfunktion unterstützen können.
- NEPHRO SUPPORT ist ein Ergänzungsfuttermittel zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Nierenfunktion.
- Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Birkenblätter, Artischocke und Buschklee können helfen, die normale Nierenfunktion zu unterstützen.
- Vitamin C und Magnesium können zur normalen Funktion von Stoffwechselprozessen beitragen.
- Geeignet zur Ergänzung bei Hunden mit besonderer Beanspruchung der Nieren.
- PARA EX SPOT ON DOG und PARA LAURIN BIO-PROTECT-HALSBAND enthalten ausgewählte pflanzliche Inhaltsstoffe, die zur Pflege von Haut und Fell beitragen und in der warmen Jahreszeit, wenn Mücken und andere Umweltfaktoren vermehrt auftreten, sinnvoll sein können.
- PARA EX SPOT-ON DOG ist ein tierärztlich entwickeltes Spot-on zur äußerlichen Anwendung. Es enthält pflanzliche Komponenten wie Margosa-Extrakt und Geraniol und pflegt gleichzeitig Haut und Fell Deines Lieblings.
- PARA LAURIN BIO-PROTECT-HALSBAND ist ein größenverstellbares Halsband mit ausgewählten Substanzen wie Kokosöl und Geraniol. Wird der Duft des Halsbands schwächer, kann es mit einigen Tropfen PARA LAURIN SPOT-ON DOG aufgefrischt werden.
Wir machen uns stark für die Gesundheit Deines Hundes.
Wenn Dein Hund gesundheitliche Probleme hat, möchtest Du natürlich alles richtig machen, damit er sich bald wieder besser fühlt. Das Team von DGT MEDICAL berät Dich gerne zu Futter- und Ergänzungsfuttermitteln und steht Dir auch für eine Zweitmeinung oder ein Gespräch mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin zur Verfügung.
Häufige Fragen
Quellen
Studie der Universität Heidelberg (2020). Untersuchungen zur Abundanz, Phänologie und Verbreitung von Sandmücken (Phlebotominae) als potenzielle Vektoren für humanpathogene Krankheitserreger in Südwestdeutschland Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2024). VICCI Projekt 6, Abschlussbericht Europäische Zulassungsstelle (2021). LETIFEND Lyophilisat und Lösungsmittel ESCCAP Deutschland (2023). Möglichkeit und Grenzen der Leishmaniose-Impfung Peter Deplazes, Johannes Eckert, Alexander Mathis, Georg von Samson-Himmelstjerna, Horst Zahner, Wageningen Academic Publishers (2016). Parasitology in Veterinary Medicinehttps://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-1970-9590.pdf
Thieme Vet Center
Über Tierarzt Thomas Backhaus
Tierarzt Thomas Backhaus ist Spezialist für ganzheitliche Tiermedizin mit Schwerpunkt auf Mitochondrialer Medizin. 1996 gründete e