Futtersorten für Katzen

Möchten Sie als Katzenbesitzer Fertigfutter für Ihre Miez(en) kaufen, stehen Sie vor einer schier unüberschaubaren Auswahl. Die Möglichkeiten sind heute fast so groß wie für unsere eigene Ernährung. Da locken bunte Tütchen mit fröhlich blickenden Katzen, dort suggerieren Dosen mit glücklichen Kühen auf saftigen Weiden besonders leckeres Futter… Was soll man nur kaufen? Stückchen in Gelee oder in Soße oder doch lieber die knackigen Kroketten, die jede eine andere Farbe und Form haben? Keine leichte Aufgabe für Sie als „Personal“ Ihrer Katze. Und als wäre das noch nicht genug - steht über allem die Frage: Wird Miezi mögen, was Sie für sie ausgesucht haben? Im Folgenden stellen wir Ihnen die gebräuchlichen Futtersorten vor und gehen auf die jeweiligen Vor- und Nachteile ein.

Feuchtfutter (herkömmliches Dosenfutter)

Fleisch, Innereien, tierische Nebenerzeugnisse, Fisch, Gemüse, Getreide, Fette sowie andere Nährstoffe werden miteinander vermischt und auf mindestens 130-150 Grad Celsius erhitzt. Nach der Abfüllung in Dosen oder Schälchen werden diese unter Druck sterilisiert, um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten. Vitamine und teilweise andere Inhaltsstoffe werden bei diesen hohen Temperaturen zerstört und müssen nach dem Kochprozess wieder zugesetzt werden.

Je nach Qualität der Ausgangsstoffe gibt es natürlich unterschiedliche Qualitäten des fertigen Feuchtfutters. Die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration auf der Verpackung gibt Ihnen Auskunft über die verwendeten Inhaltsstoffe.

Für die unterschiedlichen Altersstufen Ihrer Katze gibt es Junior-, Adult- oder Seniorfutter.

Feuchtfutter für Katzen wird in unterschiedlichen Arten angeboten, z.B. als Stückchen in Soße bzw. Gelee oder als Paté.

In Feuchtfutter ist ein hoher Anteil Wasser enthalten, ca. 70-80 Prozent. Das hilft gerade bei Katzen, den Flüssigkeitsbedarf der Tiere zu decken, weil viele Katzen vergleichsweise wenig trinken. Der hohe Wasseranteil kann jedoch die Eiweißverdauung stören, weil die Magensäfte verdünnt werden, was Gasbildung und Fäulnis im Darm zur Folge haben kann. Blähungen und Durchfälle sind mitunter das Ergebnis. Feuchtfutter hat relativ wenige Ballaststoffe, dadurch erfolgt nur eine eingeschränkte Eigenbewegung im Magen-Darm-Trakt, die Darmwände werden kaum trainiert.

Feuchtfutter kann getreidefrei produziert werden, was für Katzen von Bedeutung ist, da sie eine sehr niedrige Kohlenhydrattoleranz haben.


BARF (Bone and Raw Food / Biologisch Artgerechtes Rohes Futter)

Barfen ist in den letzten Jahren auch in Deutschland immer mehr in Mode gekommen – vor allem bei Hundebesitzern, teilweise aber auch bei Katzenhaltern. Der Vorzug liegt für Katzenbesitzer darin, dass sie die Bestandteile des Futters besser kennen als bei Fertigfutter und das Futter immer ganz frisch herstellen können. BARF-Fütterung für Katzen basiert auf rohen Zutaten: Fleisch (z.B. von Rind, Geflügel, Kaninchen, Pferd) oder Fisch, Innereien (z.B. Mägen, Leber) und ggf. Knochen werden mit Fetten oder Ölen sowie geringen Mengen an Gemüse und Kräutern ergänzt. Mineralstoffmischungen und Vitaminzusätze sind zur Bedarfsdeckung unbedingt notwendig.

Alle gewählten Futterzutaten werden roh gemischt und m.o.w. fein mit dem Mixer zerkleinert.

Wenn die Futterrationen hinsichtlich aller ihrer Anteile ausgewogen sind, ist barfen der natürlichen Nahrungsaufnahme von Katzen recht ähnlich und der Nährstoffbedarf wird gedeckt.

Bei eigener Herstellung der Futtermischung sind durchaus einige Fehlerquellen vorhanden, die zu einer Fehl- und Mangelernährung der Katzen führen können. Die richtige Zusammensetzung der Ration ist das A und O, angefangen von den Hauptkomponenten Proteine und Fette (und kleiner Anteil Kohlenhydrate) bis hin zu einzelnen Vitaminen, Mengen- und Spurenelementen. Nur Fleisch allein zu verfüttern ist einseitig und gefährdet die Gesundheit Ihrer Katze. Der spezielle Bedarf der Katzen an essentiellen Aminosäuren und Fettsäuren muss berücksichtigt werden. Mängel in der Mineralstoff- und Vitaminversorgung ziehen unter Umständen schwere gesundheitliche Probleme nach sich, vor allem, wenn dieser Zustand länger anhält.

Unabdingbar sind hygienisch einwandfreie Bedingungen bei der Herstellung der rohen Futterration. Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Protozoen, Würmer) können sich im rohen und stark zerkleinerten Fleisch schnell vermehren und zu seinem Verderb beitragen. In Haushalten, in denen Katzen gebarft werden, sind insbesondere (kleine) Kinder und chronisch Kranke einem potentiell erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.


Trockenfutter (Extrudiertes Krokettenfutter)

Bei dieser Futtersorte werden alle Rohstoffe entsprechend der Rezeptur in einen Extruder (Mix aus Fleischwolf und Dampfgarer) befördert. Dort werden sie im Wasserbad vorgewärmt und für ca. 50 Sekunden auf eine Temperatur von 110-120 Grad Celsius gebracht. Durch schlagartiges Nachlassen des Druckes expandiert das Futter und quillt auf. Fette werden in einer sogenannten Coating-Trommel aufgesprüht. Je nach Herstellung kommen zur Haltbarkeitsmachung synthetische oder natürliche Antioxidantien zum Einsatz, welche u.a. Fette und Vitamine vor Verderb schützen.

Trockenfutter enthält vergleichsweise viel Getreide oder andere Kohlenhydratquellen. Das ist aus produktionstechnischen Gründen notwendig, weil durch das Klebereiweiß die Formstabilität der Kroketten gewährleistet wird. Ein zu hoher Getreideanteil kann zu Verdauungsstörungen führen. Getreidestärke kann von Katzen nur sinnvoll verdaut werden, wenn sie durch erhitzen aufgeschlossen ist. Ansonsten kommt es zu Durchfällen, da Katzen nur geringe Mengen von Kohlenhydraten verstoffwechseln können. Das Getreideeiweiß Gluten (z.B. in Weizen, Rogge, Gerste) kann zu Unverträglichkeiten bzw. Allergien führen. Im Katzenfutter sollten deshalb möglichst wenige Kohlenhydrate enthalten sein.

Trockenfutter entzieht dem Körper Wasser, damit es verdaut werden kann. Deshalb ist für Katzen immer die Möglichkeit zur Wasseraufnahme wichtig. Das ist vor allem für Tiere mit der Neigung zu Harnsteinen von Bedeutung, da Harngrieß nur mit einer entsprechenden Flüssigkeitsmenge aus der Blase ausgespült werden kann.


Kaltgepresstes Futter

Auch in der Katzenernährung ist kaltgepresstes Futter eine sehr gute Alternative, um langfristig die Stabilität und Gesundheit des Verdauungssystems zu fördern. Der Vorteil des kaltgepressten Futters liegt u.a. in seiner mechanischen Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Durch den höheren Rohfaseranteil („Ballaststoffe“) entsteht ein gewisser Eigendruck, was die Magen- und Darm-Wände in ihrer Peristaltik trainiert. Die Darmwandmuskulatur wird dicker und stabiler, so dass der Nahrungsbrei effektiv weiter transportiert wird. Durch die Darmzellen werden die aufgespaltenen Nährstoffe aufgenommen und in den Körper überführt, wo sie im Stoffwechsel verarbeitet werden. Die Darmwand wird weniger durchlässig für etwaige Schadstoffe, diese werden direkt mit dem Kot ausgeschieden. Das hat wiederum einen positiven Effekt auf das Immunsystem, welches zu etwa 80 Prozent entlang des Darmes lokalisiert ist. Wenn Schadstoffe bereits im Inneren des Darmes entsorgt werden, kann sich das Immunsystem auf die eigentlichen Aufgaben – die Abwehr von Krankheitserregern – konzentrieren.

In der Herstellung von 5-E kaltgepresstem Katzenfutter werden alle Rohstoffe nach der jeweiligen Rezeptur zusammengeführt und vermischt. Durch einen 5 bis 7 Meter hohen Trichter gelangt das Futterpulver auf ein Sieb und wird dort solange vermahlen, bis es durch eine Matrize mit mehreren Löchern gepresst werden kann (Sie können sich das bildlich wie bei einem Fleischwolf vorstellen). Bei diesem Vorgang entsteht eine maximale Temperatur von 45 Grad Celsius. Vitamine und andere wärmeempfindliche Inhaltsstoffe aus den beigemischten Kräutern bleiben auf diese Art erhalten. Die Futterbrocken fallen in leicht unterschiedlicher Größe direkt in die Futtersäcke. Je nach der Beschaffenheit der Rohstoffe und der tatsächlich erreichten Temperatur können Farb- und leichte Konsistenzunterschiede entstehen.

5-E kaltgepresstes Katzenfutter wird in kleinen Chargen hergestellt und steht somit frisch zur Verfügung. Der Anteil an Kräutern unterstützt die Verdauungstätigkeit. Die Pellets zerfallen im Magen ohne aufzuquellen. Sie sollen nicht eingeweicht werden, um die Verdauungssäfte nicht zu verdünnen. Aus diesem Grund sollten die Katzen bis etwa 15 Minuten nach der Fütterung nichts trinken. Ansonsten sollen Katzen natürlich ausreichend trinken können.

Wenn Sie die Fütterung Ihrer Katze auf 5-E kaltgepresstes Futter umstellen, sollte dies langsam entsprechend unseren Empfehlungen erfolgen (mehr dazu im Text zur "Futterumstellung bei der Katze"). In den ersten Tagen oder Wochen können sich die aufgenommenen Wassermengen und die Mengen von abgesetztem Kot und Urin erhöhen. Das ist normal und kein Grund zur Beunruhigung und reguliert sich wieder auf ein normales Maß.


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